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Eine Bachelorarbeit umfasst typischerweise 30 bis 50 Seiten reinen Textteil, das entspricht etwa 7.500 bis 15.000 Wörtern (bei 250–300 Wörtern pro Seite). Bei 30 Seiten sind es grob 7.500–9.000 Wörter, bei 50 Seiten eher 12.500–15.000. Der Hauptteil macht 70 bis 80 Prozent aus, Einleitung und Fazit teilen sich den Rest. Verzeichnisse, Anhang und Deckblatt zählen in der Regel nicht dazu. Die konkrete Vorgabe deiner Hochschule hat immer Vorrang.
Textteil: 30 bis 50 Seiten (meist ohne Deckblatt, Verzeichnisse und Anhang)
Wörter: 30–50 Seiten ≈ 7.500–15.000 Wörter (bei 250–300 Wörtern/Seite)
Kapitelanteile: Einleitung 5–10 %, Hauptteil 70–80 %, Fazit 5–10 %
Erste Frage: Meint deine Prüfungsordnung den reinen Textteil oder das Gesamtdokument?
Wie viele Seiten hat eine Bachelorarbeit?
Die meisten Prüfungsordnungen nennen 30 bis 50 Seiten als Richtwert für den reinen Textteil. Diese Angabe bezieht sich auf Standardformatierung: Schriftgröße 12 Punkt, 1,5-facher Zeilenabstand, Seitenränder von etwa 2,5 cm links und 2 cm rechts. Bei abweichender Formatierung kann die Seitenzahl variieren, der Textumfang bleibt aber vergleichbar.
Manche Prüfungsordnungen geben eine exakte Seitenzahl vor, andere nennen einen Korridor oder sprechen von Richtwerten. Einige Hochschulen geben den Umfang zusätzlich in Wörtern oder Zeichen an. Lies deine Prüfungsordnung genau und frag bei Unklarheiten deine Betreuung.
Seitenzahl nach Fachbereich
Der erwartete Umfang unterscheidet sich je nach Fachbereich. Geisteswissenschaften verlangen tendenziell mehr Text, weil die Argumentation ausführlicher dargestellt wird. In Naturwissenschaften und Ingenieurwissenschaften sind Arbeiten oft kürzer, dafür aber dichter an Formeln, Abbildungen und Daten.
Wirtschaftswissenschaftliche Bachelorarbeiten liegen häufig im Bereich von 35 bis 50 Seiten. Rechtswissenschaftliche Arbeiten können aufgrund der notwendigen Rechtsquellenanalyse umfangreicher ausfallen. Informatik und technische Studiengänge akzeptieren oft kürzere Textteile, wenn die praktische Umsetzung dokumentiert ist.
Diese Werte sind Orientierungswerte, keine festen Regeln. An manchen Hochschulen gelten für denselben Studiengang deutlich andere Vorgaben. Innerhalb eines Fachs können sich die Erwartungen je nach Hochschule um 10 bis 20 Seiten unterscheiden.
Hausarbeit / Seminararbeit: meist 10 bis 20 Seiten
Bachelorarbeit: meist 30 bis 50 Seiten
Masterarbeit: meist 60 bis 100 Seiten
Die Vorgaben variieren je nach Hochschule und Fachbereich. Die Prüfungsordnung hat immer Vorrang.
Geisteswiss.: 40–60 Seiten
Sozialwiss.: 35–50 Seiten
Wirtschaftswiss.: 35–50 Seiten
Naturwiss.: 30–40 Seiten
Ingenieurwiss.: 30–50 Seiten
Informatik: 30–40 Seiten
Seiten in Wörter und Zeichen umrechnen
Bei Standardformatierung enthält eine Seite etwa 250 bis 300 Wörter. Diese Zahl variiert je nach Schriftart, Zeilenabstand und Seitenrändern. Times New Roman ist etwas kompakter als Arial, 1,5-facher Zeilenabstand ergibt weniger Wörter pro Seite als einfacher Abstand. Die Tabelle unten dient nur zur groben Planung. Für die Prüfung gilt: Nutze die Wort- oder Zeichenstatistik deines Dokuments, nicht die Schätzung.
30 Seiten: 7.500–9.000 Wörter
35 Seiten: 8.750–10.500 Wörter
40 Seiten: 10.000–12.000 Wörter
45 Seiten: 11.250–13.500 Wörter
50 Seiten: 12.500–15.000 Wörter
Formel: Seiten × 250 = untere Grenze | Seiten × 300 = obere Grenze
Wenn deine Hochschule Wörter oder Zeichen vorgibt: Plane nicht nach Seiten, sondern nach der Statistik des markierten Textteils. Die Zeichen- oder Wortanzahl aus Word oder Google Docs ist präziser als jede Schätzung und lässt sich nicht durch Formatierung beeinflussen.
Wann hat welche Vorgabe Vorrang? Wenn deine Prüfungsordnung sowohl Seiten als auch Wörter nennt, gilt in der Regel die Wort- oder Zeichenzahl, weil sie unabhängig von Formatierung ist. Seiten lassen sich durch größere Schrift oder Ränder „aufblähen", Wörter nicht.
Microsoft Word: Markiere den Text (Einleitung bis Fazit) → Überprüfen → Wörter zählen. Dort siehst du Wörter und Zeichen (mit/ohne Leerzeichen).
Google Docs: Markiere den Text → Tools → Wörter zählen (oder Strg+Umschalt+C).
Kapitelverteilung: Literaturbasiert vs. empirisch
Die Kapitelverteilung unterscheidet sich je nach Arbeitstyp. Bei literaturbasierten Arbeiten liegt der Schwerpunkt auf dem theoretischen Rahmen und der argumentativen Analyse. Bei empirischen Arbeiten beanspruchen Methodik und Ergebnisse mehr Raum, während der Theorieteil kompakter ausfällt.
Einleitung: 2–3 S. (6–8 %)
Theoretischer Rahmen: 12–15 S. (35–40 %)
Analyse & Argumentation: 14–16 S. (40–45 %)
Fazit: 2–3 S. (6–8 %)
Einleitung: 3–4 S. (6–8 %)
Theoretischer Rahmen: 10–12 S. (20–24 %)
Methodik: 6–8 S. (12–16 %)
Ergebnisse: 12–15 S. (24–30 %)
Diskussion: 6–8 S. (12–16 %)
Fazit: 3–4 S. (6–8 %)
Bei einer Fallstudie oder Mixed-Methods-Arbeit kann die Verteilung abweichen. Hier wächst typischerweise der Ergebnisteil, während Methodik und Diskussion kompakter bleiben. Sprich mit deiner Betreuung, wenn du unsicher bist, welche Verteilung zu deiner Forschungsfrage passt.
Was zählt zum Umfang? Entscheidungshilfe für Grenzfälle
Die Seitenvorgabe bezieht sich in den meisten Fällen auf den reinen Textteil. Das bedeutet: Der eigentliche Inhalt von Einleitung bis Fazit, ohne die formalen Bestandteile drumherum. Doch bei manchen Elementen ist die Zuordnung nicht eindeutig.
Zählt üblicherweise NICHT:
Deckblatt, Inhaltsverzeichnis, Abkürzungsverzeichnis, Abbildungsverzeichnis, Literaturverzeichnis, Anhang, eidesstattliche Erklärung
Zählt üblicherweise:
Einleitung, alle Kapitel des Hauptteils, Fazit
Grenzfälle (vorab klären!):
Abstract/Zusammenfassung: Meist nicht
Abbildungen/Tabellen im Text: Meist ja, ganzseitige oft nicht
Fußnoten: In Jura ja, sonst meist nicht
Sperrvermerk: Meist nicht
Wenn die Prüfungsordnung „Textteil" sagt: Gemeint sind Einleitung bis Fazit, ohne Verzeichnisse and Anhang. Wenn nur „Seiten" ohne Zusatz steht, frag nach: Ist das Gesamtdokument gemeint oder der Textteil? Kläre außerdem, ob Wort- oder Zeichenzahl gilt, falls beides genannt wird.
Bei Unklarheiten schreib eine kurze Mail an deine Betreuung oder das Prüfungsamt: „Zählen Abbildungen im Fließtext zum Seitenumfang?" Eine Antwort vor dem Schreiben erspart dir unnötigen Stress vor der Abgabe.
Zu kurz oder zu lang? Konkrete Maßnahmen
Viele Hochschulen tolerieren Abweichungen von 5 bis 10 Prozent in der Praxis, aber das ist keine Garantie. Manche Prüfungsordnungen nennen harte Grenzen, andere lassen Spielraum. Bei einer Vorgabe von 40 Seiten wären 10 Prozent Abweichung 36 bis 44 Seiten. Kläre bei Abweichungen über 5 Prozent unbedingt vorab mit deiner Betreuung, ob das akzeptiert wird, denn im schlimmsten Fall kann eine zu starke Abweichung zur Ablehnung führen.
Allgemeine Strategien:
Theorie präzisieren: Begriffe ausführlicher definieren, Konzepte abgrenzen.
Limitationen ausbauen: Grenzen der Arbeit und deren Auswirkungen erklären.
Gegenargumente: Kritische Perspektiven diskutieren und entkräften.
Diskussion vertiefen: Ergebnisse stärker einordnen.
Literaturbasiert:
Quellenkritik ausbauen, Perspektiven vergleichen, Forschungslücken herausarbeiten.
Empirisch:
Operationalisierung erklären, Methodenwahl begründen, Alternativen diskutieren.
Allgemeine Strategien:
Forschungsfrage als Filter: Alles streichen, was nicht zur Antwort beiträgt.
Dopplungen eliminieren: Redundante Argumente konsequent kürzen.
Beispiele bündeln: Statt vieler Beispiele reicht oft ein prägnantes.
Details in den Anhang: Tabellen und Rohdaten auslagern.
Literaturbasiert:
Theorieteil fokussieren, Exkurse streichen, Zitate paraphrasieren.
Empirisch:
Methodenbeschreibung komprimieren, Grafiken statt langer Tabellen nutzen.
Wichtig: Kürze nie an der Argumentation selbst. Ein stringenter roter Faden ist wichtiger als die exakte Seitenzahl. Wenn du nach dem Kürzen immer noch deutlich über der Vorgabe liegst, hast du möglicherweise ein zu breites Thema gewählt.
Schnellcheck: Umfang prüfen
Bevor du abgibst, solltest du den Umfang deiner Arbeit systematisch prüfen. Dieser Schnellcheck hilft dir, nichts zu übersehen.
Vorgabe notiert (Seiten, Wörter oder Zeichen)?
Geklärt: Meint die Ordnung Textteil oder Gesamtdokument?
Aktuelle Seitenzahl des reinen Textteils ermittelt?
Wortanzahl für markierten Textteil geprüft?
Kapitelverteilung plausibel (Hauptteil ca. 70–80 %)?
Bei Abweichung > 5 %: Rücksprache mit Betreuung erfolgt?
Nächste Schritte: Vom Umfang zum Schreibprozess
Du kennst jetzt die typischen Richtwerte und weißt, wie du den Umfang auf die einzelnen Kapitel verteilst. Jetzt geht es an die Umsetzung:
1. Vorgabe klären: Notiere die exakte Zahl aus der Prüfungsordnung und kläre Grenzfälle mit deiner Betreuung.
2. Gliederung mit Budget: Verteile den geplanten Umfang auf deine Kapitel, bevor du mit dem Schreiben beginnst.
3. Wordcount im Blick: Prüfe während des Schreibens regelmäßig (z. B. wöchentlich), ob du im Rahmen bleibst.
4. Finaler Check: Ermittle vor der Abgabe die finale Seitenzahl des Textteils und gleiche sie mit der Vorgabe ab.
Beginne mit einer klaren Forschungsfrage. Sie ist der Kompass für alles, was du schreibst. Wenn du während des Schreibens merkst, dass du vom Kurs abkommst, prüfe, ob der Abschnitt wirklich zur Beantwortung der Frage beiträgt. Wenn deine Arbeit inhaltlich fertig ist, exportiere sie als PDF und prüfe ein letztes Mal Seitenränder, Schriftgröße und Seitenzahlen.
Zum Schluss kannst du deine Bachelorarbeit bei BachelorHero drucken und binden lassen.
Häufig gestellte Fragen
Zählt das Abstract oder Management Summary zum Umfang?
In den meisten Prüfungsordnungen nicht. Das Abstract steht vor dem Textteil und zählt wie Deckblatt und Verzeichnisse zu den Formalien. Wenn deine Hochschule ein Management Summary verlangt, prüfe die genaue Formulierung: Manche zählen es zum Textteil, andere nicht.
Wie viele Seiten Anhang sind sinnvoll?
Der Anhang sollte den Textteil ergänzen, nicht ersetzen. Als grober Richtwert gilt: Wenn der Anhang länger wird als ein Drittel des Textteils, prüfe kritisch, ob alles dort hingehört. Manche Prüfungsordnungen regeln den Anhangumfang explizit. Umfangreiche Rohdaten, Fragebögen oder Interviewtranskripte gehören in den Anhang. Zentrale Ergebnisse und Argumentationen bleiben im Textteil.
Wie zähle ich in Word nur den Textteil ohne Verzeichnisse?
Markiere mit der Maus den gesamten Textbereich von Einleitung bis Fazit. Die Wortanzahl für die Auswahl erscheint dann links unten in der Statusleiste (z. B. „2.500 von 15.000 Wörter"). Klicke auf diese Anzeige für Details zu Zeichen. Ohne Markierung zählt Word das gesamte Dokument. In Google Docs: Text markieren, dann Tools → Wörter zählen.
Was zählt mehr: Seitenzahl oder Wortvorgabe?
Priorität hat in der Regel die Wort- oder Zeichenzahl, weil sie sich nicht durch Formatierung beeinflussen lässt. Bleib bei Standardformatierung (12pt, 1,5 Zeilenabstand), damit die Seitenzahl automatisch plausibel bleibt. Kläre Abweichungen früh mit deiner Betreuung.
Werden Abbildungen und Tabellen im Fließtext mitgezählt?
Das variiert stark. Kleine Abbildungen im Textfluss zählen meist mit, ganzseitige Grafiken oft nicht. Frag deine Betreuung oder das Prüfungsamt, bevor du planst. Tipp: Lagere große Visualisierungen in den Anhang aus und verweise im Text darauf.
Was ist der Unterschied zwischen Textteil und Gesamtdokument?
Der Textteil umfasst Einleitung bis Fazit, also den inhaltlichen Kern. Das Gesamtdokument enthält zusätzlich Deckblatt, Verzeichnisse, Anhang und eidesstattliche Erklärung. Prüfungsordnungen meinen mit Seitenvorgaben meist den Textteil – kläre es bei Unklarheiten mit deiner Betreuung.
Anhang der Bachelorarbeit
Die Forschungsfrage formulieren
Operationalisierung in der Bachelorarbeit