Kalender 2026-01-17

Präsentation der Bachelorarbeit: Aufbau, Folien und Vortragstipps

Präsentation der Bachelorarbeit: Aufbau, Folien und Vortragstipps | BachelorHero

Inhaltsverzeichnis

Das Kolloquium (Verteidigung) ist die mündliche Prüfung zur Bachelorarbeit. Hier bekommst du den kompletten Leitfaden: Aufbau in fünf Teilen, einen Folien-Blueprint zum Anpassen, die zehn häufigsten Prüfungsfragen mit Antwortmustern und einen Vorbereitungsplan für die letzten Tage.

Auf einen Blick

Dauer: 15–20 Min Vortrag + 10–15 Min Fragen (insgesamt ca. 30 Min). Aufbau: Einstieg → Forschungsfrage → Methodik → Ergebnisse → Fazit. Folien: oft 10–15 (Richtwert, je nach Inhaltsdichte). Format und Bewertung variieren je nach Hochschule.

Kolloquium und Verteidigung: Ablauf und Formate

Das Kolloquium (auch Verteidigung genannt) ist eine mündliche Prüfung, bei der du deine Bachelorarbeit vorstellst und Fragen dazu beantwortest. In den meisten Fällen besteht es aus zwei Teilen: einer Präsentation, die du selbst gestaltest, und einer Fragerunde, in der die Prüfenden nachhaken.

Die genauen Rahmenbedingungen variieren je nach Hochschule und Fachbereich. Manche Prüfungsordnungen geben exakte Zeitvorgaben (z. B. 15 Minuten Vortrag, 15 Minuten Diskussion), andere lassen mehr Spielraum. Kläre frühzeitig mit deiner Betreuung oder dem Prüfungsamt: Wie lange soll der Vortrag dauern? Gibt es formale Vorgaben zu Folienanzahl oder Sprache? Wer sitzt in der Prüfungskommission? Wie stark das Kolloquium in die Gesamtnote eingeht, ist je nach Prüfungsordnung unterschiedlich geregelt. Prüfe die konkrete Gewichtung in deiner Prüfungsordnung.

Anders als bei der schriftlichen Arbeit geht es im Kolloquium nicht darum, jeden Aspekt deiner Bachelorarbeit zu wiederholen. Du zeigst, dass du den Kern deiner Forschung verstanden hast, ihn verständlich vermitteln und kritisch reflektieren kannst.

Präsenz, Online oder Hybrid?

Kolloquium-Formate: Präsenz, Online und Hybrid im Vergleich | BachelorHero

Seit einigen Jahren bieten viele Hochschulen neben dem klassischen Präsenz-Kolloquium auch Online- oder Hybrid-Formate an. Das Format beeinflusst, wie du dich vorbereitest und worauf du achten musst.

Präsenz: Du präsentierst vor Ort im Seminarraum. Vorteile: direkter Blickkontakt, unmittelbares Feedback, keine Technikprobleme mit Internetverbindung. Achte auf Körpersprache, Raumnutzung und teste vorher Beamer und Laptop-Anschluss.

Online: Du präsentierst per Videokonferenz (Zoom, Teams, WebEx). Vorteile: kein Anfahrtsweg, vertraute Umgebung. Herausforderungen: Blickkontakt zur Kamera statt zum Bildschirm, stabile Technik, professioneller Hintergrund. Klebe dir einen Sticker neben die Kamera als Blick-Anker.

Online-Setup-Checkliste

Internetverbindung per LAN-Kabel (WLAN als Backup)

Headset mit Mikrofon (besser als Laptop-Mikro)

Präsentation als PDF auf dem Desktop (Backup für Bildschirmfreigabe)

Zweites Gerät (Handy) als Notfall-Einwahl bereithalten

Testcall mit einer anderen Person am Vortag

Diagramm-Lesbarkeit in der Bildschirmfreigabe prüfen

Benachrichtigungen und Pop-ups ausschalten

Kamera auf Augenhöhe positionieren

Hybrid: Ein Teil der Prüfenden ist vor Ort, ein Teil online zugeschaltet. Hier gelten beide Anforderungen: Du musst sowohl im Raum als auch zur Kamera sprechen. Kläre vorher, wo die Kamera positioniert ist, wer die Bildschirmfreigabe steuert und wie du beide Gruppen einbeziehst.

Unabhängig vom Format gilt: Die inhaltliche Vorbereitung bleibt gleich. Nur die Rahmenbedingungen unterscheiden sich. Bei empirischen Arbeiten mit umfangreicher Datenanalyse bekommst du meist mehr Fragen zur Methodik, bei theoretischen Arbeiten mehr zur Argumentation und Quellenauswahl.

Aufbau und Struktur in fünf Teilen

Ein klarer Aufbau hilft dir und deinem Publikum. Die folgende Struktur hat sich bewährt und lässt sich an verschiedene Fachbereiche anpassen. Die Zeitangaben beziehen sich auf einen 15-minütigen Vortrag und sind Richtwerte, keine starren Regeln. Passe sie an deine Vorgaben an.

Teil 1: Einstieg (1–2 Minuten)

Begrüße die Anwesenden kurz und nenne das Thema deiner Arbeit. Ein guter Einstieg weckt Interesse: eine überraschende Zahl, ein aktuelles Beispiel oder eine kurze Anekdote, die zum Thema führt. Zeige anschließend kurz die Gliederung deines Vortrags.

Beispiel: „Wussten Sie, dass 70 % der KMU in Deutschland noch keine Nachhaltigkeitsstrategie haben? Genau diese Lücke habe ich in meiner Arbeit untersucht."

Teil 2: Problemstellung und Forschungsfrage (2–3 Minuten)

Erkläre kurz, welches Problem oder welche Lücke du adressiert hast. Dann nenne deine Forschungsfrage klar und prägnant. Dieser Teil bildet das Fundament für alles Folgende.

Formulierung: „Die bestehende Forschung hat sich bislang auf Großunternehmen konzentriert. Offen geblieben ist jedoch, wie KMU mit begrenzten Ressourcen vorgehen. Meine zentrale Frage lautet daher: Welche Faktoren beeinflussen die Einführung von Nachhaltigkeitsstrategien in kleinen und mittleren Unternehmen?"

Teil 3: Methodik (2–4 Minuten)

Beschreibe, wie du vorgegangen bist. Bei empirischen Arbeiten: Stichprobe, Erhebungsmethode, Auswertung. Bei theoretischen Arbeiten: Literaturauswahl, Analyserahmen. Erkläre kurz, warum du diese Methodik gewählt hast.

Empirisch: „Ich habe 120 Personen online befragt und die Daten mittels Regressionsanalyse ausgewertet. Die Methode eignet sich, weil ich so Zusammenhänge zwischen mehreren Variablen quantifizieren und auf Signifikanz prüfen konnte."

Theoretisch: „Die Analyse stützt sich auf eine systematische Literaturauswertung von 35 Studien. Die Auswahl erfolgte nach Peer-Review-Status, Erscheinungszeitraum (2015–2024) und thematischer Passung zur Forschungsfrage."

Teil 4: Ergebnisse (5–6 Minuten)

Der wichtigste Teil, dem du die meiste Zeit widmest. Präsentiere deine zentralen Ergebnisse klar und nachvollziehbar. Nutze Visualisierungen wie Diagramme oder Tabellen. Konzentriere dich auf die Befunde, die deine Forschungsfrage beantworten. Nicht alle Details aus der Arbeit müssen hier rein.

Struktur: „Die Analyse zeigt drei zentrale Befunde. Erstens... Zweitens... Drittens... Besonders hervorzuheben ist..."

Teil 5: Fazit und Ausblick (2–3 Minuten)

Beantworte deine Forschungsfrage in ein bis zwei Sätzen. Nenne die wichtigsten Erkenntnisse und ordne sie ein: Was bedeuten sie für Theorie oder Praxis? Benenne kurz die Limitationen. Schließe mit einem Ausblick auf offene Fragen oder Anknüpfungspunkte für weitere Forschung.

Formulierung: „Zusammenfassend zeigt meine Arbeit, dass... Für die Praxis bedeutet das... Eine Limitation ist... Offen bleibt die Frage, ob..."

Folien-Blueprint: 12 Folien für 15 Minuten

Folien-Blueprint für die Bachelorarbeit-Präsentation: 12 Folien im Überblick | BachelorHero

Die Faustregel „eine Folie pro Minute" ist ein Richtwert, keine starre Vorgabe. Bei komplexen Diagrammen brauchst du länger, bei Übergangsfolien weniger. Der folgende Blueprint zeigt dir, welche Folien du brauchst, was draufgehört und was du sagst, aber nicht auf die Folie schreibst.

  • Folie 1 – Titel: Name, Titel der Arbeit, Datum, Hochschule, Betreuung. Sagst du: Kurze Begrüßung, Dank für die Gelegenheit.
  • Folie 2 – Gliederung: Die fünf Teile deines Vortrags als Überblick. Sagst du: „Ich werde zunächst... dann... und abschließend..."
  • Folie 3 – Problemstellung: Ein Satz zur Relevanz, ein Satz zur Forschungslücke. Sagst du: Den Kontext, warum das Thema wichtig ist, mit einem konkreten Beispiel.
  • Folie 4 – Forschungsfrage: Die Frage prominent, ggf. Teilfragen oder Hypothesen. Sagst du: Wie du zur Frage gekommen bist und was du herausfinden wolltest.
  • Folie 5 – Methodik-Überblick: Forschungsdesign, Stichprobe, Auswertungsverfahren als Schlagwörter. Sagst du: Warum diese Methode, welche Alternativen du erwogen hast.
  • Folie 6 – Methodik-Detail (optional): Bei empirischen Arbeiten: Fragebogenaufbau, Interviewleitfaden, Sampling. Sagst du: Konkrete Durchführung, Zeitraum, Rücklaufquote.
  • Folien 7–9 – Ergebnisse: Je ein zentraler Befund pro Folie mit Visualisierung. Sagst du: Was die Zahlen bedeuten, nicht nur was sie zeigen. Interpretation und Einordnung.
  • Folie 10 – Diskussion: Einordnung der Ergebnisse, Bezug zur Forschungsfrage. Sagst du: Was überraschend war, was den Erwartungen entsprach, wie es sich zu anderen Studien verhält.
  • Folie 11 – Limitationen und Ausblick: Grenzen der Arbeit, Ansätze für weitere Forschung. Sagst du: Was du heute anders machen würdest, welche Fragen offen bleiben.
  • Folie 12 – Fazit: Kernaussage in einem Satz, ggf. praktische Implikation. Sagst du: Zusammenfassung, Dank, Überleitung zur Diskussion.

Gestaltung: Maximal sechs Zeilen pro Folie, Schriftgröße mindestens 24 Punkt, schlichtes Design ohne Animationen. Falls deine Hochschule eine Vorlage vorgibt, nutze diese.

Timing-Anpassungen

Anpassung für 10 Minuten: Folie 6 (Methodik-Detail) streichen. Ergebnisse auf zwei Folien komprimieren. Diskussion und Fazit auf einer Folie zusammenziehen. Insgesamt 8–9 Folien.

Anpassung für 20 Minuten: Ergebnisse auf vier bis fünf Folien ausbauen. Diskussion als eigene Folie ausführlicher gestalten. Optional: eine Folie zum theoretischen Rahmen ergänzen. Insgesamt 15–17 Folien. Plane einen Zeitpuffer für die Fragerunde ein.

Wie wird das Kolloquium bewertet?

Bewertungskriterien im Kolloquium: Worauf Prüfende achten | BachelorHero

Die konkreten Bewertungskriterien variieren je nach Hochschule und Prüfungsordnung. Manche Fachbereiche nutzen standardisierte Bewertungsbögen, andere bewerten freier. Diese Kriterien tauchen in fast allen Bewertungsschemata auf und helfen dir, deinen Vortrag gezielt vorzubereiten.

  • Fachliche Klarheit: Ist die Forschungsfrage klar formuliert und durchgehend präsent? Gibt es einen erkennbaren roten Faden von der Problemstellung bis zum Fazit? Werden zentrale Begriffe korrekt verwendet?
  • Methodische Begründung: Kannst du erklären, warum du diese Methode gewählt hast? Zeigst du Bewusstsein für Stärken und Schwächen deines Vorgehens? Bei empirischen Arbeiten: Ist die Auswertung nachvollziehbar dargestellt?
  • Ergebnisdarstellung: Sind die zentralen Befunde verständlich präsentiert? Werden Visualisierungen sinnvoll eingesetzt? Unterscheidest du zwischen Beschreibung und Interpretation?
  • Reflexion und Einordnung: Erkennst du die Grenzen deiner Arbeit? Kannst du die Ergebnisse in den Forschungsstand einordnen? Zeigst du, was die Befunde für Theorie oder Praxis bedeuten?
  • Diskussionskompetenz: Beantwortest du Fragen strukturiert und sachlich? Bleibst du bei Kritik souverän? Kannst du über den Tellerrand deiner Arbeit hinausdenken?
  • Zeitdisziplin und Präsentation: Hältst du die Zeitvorgabe ein? Ist der Vortrag verständlich und gut strukturiert? Wirkt die Präsentation professionell?

Wichtig: Prüfende gewichten fachliche Klarheit, roten Faden und Reflexion in der Regel höher als aufwendige Animationen oder Design-Spielereien. Eine schlichte, gut strukturierte Präsentation überzeugt mehr als eine optisch überladene.

Schnellcheck vor der Präsentation

Forschungsfrage ist auf einer Folie explizit sichtbar

Methodenwahl ist begründbar (nicht nur beschrieben)

Ergebnisse sind priorisiert (nicht alles gleich gewichtet)

Limitationen sind benannt und reflektiert

Fazit beantwortet die Forschungsfrage direkt

Geübte Zeit liegt 1–2 Minuten unter dem Limit

Backup der Präsentation als PDF vorhanden

Die 10 häufigsten Prüfungsfragen

Die 10 häufigsten Fragen im Kolloquium mit Antwortstrategien | BachelorHero

Die Fragerunde ist kein Verhör, sondern ein fachliches Gespräch. Wenn du die typischen Fragetypen kennst, kannst du dich gezielt vorbereiten. Hier sind zehn Fragen, die in fast jedem Kolloquium auftauchen, mit Antwortgerüsten.

Hinweis: Alle Beispiele sind fiktiv und zeigen nur das Antwortmuster. Passe Zahlen, Autor:innen, Studien und Branche an deine eigene Arbeit an. Namen wie „Schmidt (2021)" oder „Weber (2019)" sind Platzhalter – ersetze sie durch deine tatsächlichen Quellen.

  1. „Warum haben Sie dieses Thema gewählt?" Persönliches Interesse oder Praxisbezug nennen, dann auf die Relevanz überleiten. Beispiel: „Das Thema hat mich interessiert, weil ich im Praktikum selbst erlebt habe, wie Unternehmen mit dieser Herausforderung kämpfen. Wissenschaftlich relevant ist es, weil die Forschung bisher vor allem Großunternehmen betrachtet hat."
  2. „Warum diese Methode und nicht eine andere?" Begründe mit Bezug zur Forschungsfrage, erwähne Alternativen. Beispiel: „Die Online-Befragung eignet sich, weil ich Einstellungen einer großen Gruppe erfassen wollte. Interviews wären eine Alternative gewesen, hätten aber bei 120 Personen den Zeitrahmen gesprengt."
  3. „Wie definieren Sie den zentralen Begriff Ihrer Arbeit?" Definition nennen, Quelle angeben, ggf. abgrenzen. Beispiel: „Ich verwende die Definition von Porter (1985), die Wettbewerbsvorteil als nachhaltigen Vorsprung gegenüber Konkurrenten beschreibt. Anders als bei kurzfristigen Marktvorteilen betont diese Definition die Dauerhaftigkeit."
  4. „Welche Limitationen hat Ihre Studie?" Zwei bis drei konkrete Grenzen nennen, sachlich bleiben. Beispiel: „Eine Limitation ist die Stichprobe von 120 Personen, die keine repräsentativen Aussagen erlaubt. Außerdem konnte ich den Einfluss der Branche nicht kontrollieren. Das schränkt die Generalisierbarkeit ein."
  5. „Wie verhalten sich Ihre Ergebnisse zur bisherigen Forschung?" Gemeinsamkeiten und Unterschiede benennen. Beispiel: „Meine Ergebnisse bestätigen den positiven Effekt von Mitarbeiterschulungen, wie auch Schmidt (2021) zeigte. Anders als bei Weber (2019) fand ich aber keinen signifikanten Einfluss der Unternehmensgröße. Ein möglicher Grund ist der unterschiedliche Branchenfokus."
  6. „Was würden Sie heute anders machen?" Einen konkreten Punkt nennen, nicht die ganze Arbeit infrage stellen. Beispiel: „Mit dem heutigen Wissen würde ich die Stichprobe diverser gestalten, um auch ländliche Regionen abzudecken. Das Kernvorgehen würde ich beibehalten."
  7. „Wie lassen sich Ihre Ergebnisse auf andere Kontexte übertragen?" Bedingungen für Übertragbarkeit nennen, vorsichtig bei Verallgemeinerungen. Beispiel: „Die Ergebnisse sind übertragbar auf ähnlich strukturierte Dienstleistungsunternehmen. Bei produzierenden Betrieben wäre zu prüfen, ob die Faktoren dieselbe Rolle spielen."
  8. „Was ist der praktische Nutzen Ihrer Arbeit?" Konkrete Anwendung oder Handlungsempfehlung nennen. Beispiel: „Für Personalverantwortliche zeigen meine Daten, dass längere Schulungen mit höherer Zufriedenheit korrelieren. Ein möglicher Ansatz wäre, den Erfolg nach einigen Monaten zu evaluieren, bevor das Format festgelegt wird."
  9. „Welche weiterführenden Forschungsfragen ergeben sich?" Eine bis zwei Fragen nennen, die aus deinen Ergebnissen entstehen. Beispiel: „Offen geblieben ist, wie sich die Effekte langfristig entwickeln. Ein nächster Schritt wäre eine Längsschnittstudie über zwölf Monate."
  10. „Wie gehen Sie mit dem Einwand um, dass Ihre Stichprobe zu klein/einseitig ist?" Einwand ernst nehmen, sachlich reagieren. Beispiel: „Das ist ein berechtigter Punkt. Ich habe das berücksichtigt, indem ich die Ergebnisse nicht als repräsentativ, sondern als explorative Hinweise interpretiere. Eine größere Folgestudie könnte die Befunde absichern."

Typische Fehler und schnelle Korrekturen

Die meisten Fehler im Kolloquium sind vermeidbar, wenn du sie kennst. Hier sind die häufigsten Probleme mit konkreten Gegenmaßnahmen.

  • Zeit überziehen: Du kommst nicht zum Fazit, weil die Zeit abläuft. Korrektur: Übe mit Stoppuhr und setze dir Zeitmarken. Beispiel für 15 Minuten: nach 5 Min bei Folie 5 (Methodik), nach 10 Min bei Folie 9 (Ergebnisse abgeschlossen). Wenn du hinten dran bist, kürze sofort.
  • Ergebnisse zu detailliert: Du ertrinkst in Zahlen, das Publikum verliert den Überblick. Korrektur: Maximal ein zentraler Befund pro Folie. Nur die Ergebnisse zeigen, die die Forschungsfrage beantworten.
  • Forschungsfrage nicht sichtbar: Die Prüfenden fragen, was du eigentlich untersucht hast. Korrektur: Forschungsfrage auf eine eigene Folie, prominent und wörtlich. Im Fazit explizit darauf zurückkommen.
  • Diagramme unlesbar: Achsenbeschriftungen zu klein, Legenden fehlen. Korrektur: Jedes Diagramm braucht lesbare Achsen, Titel und maximal zwei Kernaussagen. Teste die Lesbarkeit auf dem Beamer oder in der Bildschirmfreigabe.
  • Online: Blickkontakt falsch: Du schaust auf den Bildschirm statt in die Kamera. Korrektur: Präsentationsfenster direkt unter die Kamera schieben. Blick-Anker hilft (siehe Online-Setup-Checkliste oben).
  • Technik-Ausfall bei Online-Kolloquium: Bildschirmfreigabe funktioniert nicht, Ton fällt aus. Korrektur: Nutze die Online-Setup-Checkliste oben. Kernpunkte: PDF-Backup, zweites Gerät, Headset, Testcall am Vortag.
  • Blackout bei Fragen: Du weißt eine Antwort nicht und gerätst in Panik. Korrektur: Ehrlich sagen: „Das habe ich nicht untersucht." Dann begründete Vermutung äußern oder auf Forschungsbedarf hinweisen.
  • Zu schnelles Sprechtempo: Nervosität führt zu Tempo, das Publikum kann nicht folgen. Korrektur: Bewusste Pausen nach zentralen Aussagen einbauen. Richtwert: 120–150 Wörter pro Minute. Vor dem Start dreimal tief durchatmen.
Wenn du nur 60 Sekunden hast

Forschungsfrage auf eigener Folie sichtbar?

Geübte Zeit 1–2 Minuten unter dem Limit?

Backup als PDF auf dem Desktop?

Fazit-Folie beantwortet die Forschungsfrage direkt?

Bei Online: Technik getestet, Headset bereit?

Dein Vorbereitungsplan für die letzten Tage

Die Präsentation ist der letzte inhaltliche Schritt deines Studiums. Damit du nicht in letzter Minute unter Druck gerätst, hilft ein klarer Fahrplan für die Tage vor dem Kolloquium.

  • Eine Woche vorher: Folien fertigstellen und ersten Durchlauf mit Stoppuhr machen. Arbeit noch einmal durchlesen, besonders Einleitung, Diskussion und Fazit. Karteikarten mit Stichworten zu den häufigsten Fragen anlegen.
  • Drei bis vier Tage vorher: Generalprobe vor Freunden, Familie oder Kommilitonen. Feedback einholen: War der rote Faden erkennbar? Gab es unklare Stellen? Wie war das Tempo? Anpassungen an den Folien vornehmen.
  • Zwei Tage vorher: Q&A-Simulation durchführen. Lass dir kritische Fragen stellen und übe das Antworten laut. Backup erstellen (PDF + USB-Stick). Bei Online-Kolloquium: komplette Technik gemäß der Online-Setup-Checkliste testen.
  • Einen Tag vorher: Letzter lockerer Durchlauf ohne Zeitdruck. Kleidung bereitlegen. Bei Präsenz-Kolloquium: Anfahrt und Raum checken. Früh schlafen gehen.
  • Am Tag selbst: Früh genug da sein (bei Präsenz), um Technik zu testen. Wasser bereitstellen. Tief durchatmen. Vertraue auf dein Wissen: Du hast monatelang an diesem Thema gearbeitet und kennst es besser als jeder andere im Raum.

Falls du für die Abgabe noch ein gebundenes Exemplar benötigst, kannst du deine Bachelorarbeit bei BachelorHero drucken und binden lassen.

Häufig gestellte Fragen

Wie lange dauert das Kolloquium?

Typisch sind 15–20 Minuten Vortrag plus 10–15 Minuten Fragerunde, also insgesamt 25–35 Minuten. Die genaue Zeit hängt von der Prüfungsordnung ab. Manche Hochschulen geben exakte Werte vor (z. B. 15 + 15 Min), andere formulieren flexibler. Kläre die Vorgaben frühzeitig mit deiner Betreuung.

Wie viele Folien brauche ich für die Präsentation?

Der Richtwert ist eine Folie pro Minute, also 10–15 Folien bei einem 15-minütigen Vortrag. Faustregel: Viele Diagramme oder Daten → eher 10–12 Folien (du brauchst mehr Zeit pro Folie). Überwiegend Text und Übergänge → eher 12–15. Entscheidend ist, dass du die Zeit einhältst.

Was ziehe ich zum Kolloquium an?

Wähle Kleidung, in der du dich sicher fühlst und die zum Fachbereich passt. Business-Casual (Hemd/Bluse, dunkle Hose) ist in den meisten Fällen angemessen. Zu leger kann unprofessionell wirken, zu förmlich verkrampft. Wichtig: Bequeme Schuhe, falls du stehst.

Welche Folien dürfen im Kolloquium nie fehlen?

Das Minimum-Set umfasst: Titelfolie mit Name und Thema, Gliederungsfolie, Forschungsfrage, Methodik-Überblick, zwei bis drei Ergebnisfolien und eine Fazit-Folie. Damit hast du auch bei kürzeren Vorträgen alle Pflichtinhalte abgedeckt.

Darf ich Notizen oder Karteikarten verwenden?

Ja, Karteikarten mit Stichworten sind in den meisten Kolloquien erlaubt und helfen gegen Blackouts. Schreibe nur Stichpunkte auf, keine ganzen Sätze. Halte die Karten ruhig in der Hand und schau nicht dauerhaft drauf. So wirkst du vorbereitet, aber nicht ablesend.

Handout ja oder nein?

Ein Handout ist selten Pflicht, kann aber bei komplexen Daten oder Modellen helfen. Frag vorher deine Betreuung. Wenn du eines erstellst, beschränke es auf eine Seite mit den wichtigsten Punkten: Forschungsfrage, zentrale Ergebnisse, Kernaussagen.

Wie übe ich sinnvoll statt einfach oft?

Strukturiere deine Generalproben: Erst alleine mit Stoppuhr, dann vor mindestens einer Person, die Fragen stellt. Nimm dich auf Video auf und prüfe Tempo, Füllwörter und Körpersprache. Übe auch das Beantworten kritischer Fragen laut.

Muss ich die gesamte Bachelorarbeit präsentieren?

Nein. Die Präsentation ist keine Zusammenfassung der gesamten Arbeit, sondern eine fokussierte Darstellung der wichtigsten Punkte: Forschungsfrage, Methodik, zentrale Ergebnisse und deren Bedeutung. Details aus dem Theorieteil kannst du meist stark kürzen.

Was brauche ich für ein Online-Kolloquium?

Die wichtigsten Punkte: LAN-Kabel, Headset, Kamera auf Augenhöhe, PDF-Backup. Details findest du in der Online-Setup-Checkliste im Artikel oben.

Wie stark zählt das Kolloquium zur Gesamtnote?

Das variiert stark je nach Hochschule und Prüfungsordnung. Üblich sind 0–30 % der Abschlussnote, manche Hochschulen bewerten das Kolloquium auch nur als bestanden/nicht bestanden. Prüfe die genaue Regelung in deiner Prüfungsordnung oder frag beim Prüfungsamt nach.

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