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Peer Review ist das gegenseitige Gegenlesen wissenschaftlicher Texte durch Kommilitonen oder andere Personen vor der Abgabe. Der Fokus liegt auf Verständlichkeit, Argumentationslogik und rotem Faden. Gemeint ist hier das informelle Gegenlesen unter Studierenden, nicht das formale Peer-Review-Verfahren wissenschaftlicher Journals.
Peer Review deckt blinde Flecken auf, die dir selbst nicht auffallen. Vorgehen: Briefing erstellen, Reviewer anfragen, spätestens vier Wochen vor Abgabe starten.
Reviewer anfragen: ideal eine fachliche + eine fachfremde Perspektive
Briefing erstellen: Kontext, Leitfragen, Umfang und Deadline
Kapitel teilen: frühzeitig, mit Änderungsverfolgung aktiviert
Feedback besprechen: nachfragen, priorisieren, einarbeiten
Korrekturdurchgang: Rechtschreibung und Formatierung am Ende
Warum Peer Review?
Nach Wochen oder Monaten am eigenen Text entwickelst du eine Betriebsblindheit. Du weißt, was du meinst, merkst aber nicht mehr, wenn Gedankensprünge fehlen oder Formulierungen unklar sind. Externe Leser sehen deine Arbeit mit frischen Augen und entdecken typische Schwächen:
Logiksprünge
Problem: Du springst von A nach C, ohne B zu erklären.
Woran du es merkst: Reviewer fragen „Wie kommst du darauf?" oder „Was hat das mit
dem Vorherigen zu tun?".
Lösung: Ergänze einen Überleitungssatz, der die Verbindung explizit macht.
Unbelegte Behauptungen
Problem: Du schreibst „Studien zeigen, dass..." ohne Quelle.
Woran du es merkst: Reviewer markieren Aussagen mit „Woher weißt du das?" oder „Quelle
fehlt".
Lösung: Prüfe jede Behauptung auf Beleg und ergänze Verweise.
Unklare Fachbegriffe
Problem: Du verwendest Begriffe, die für dich selbstverständlich sind.
Woran du es merkst: Fachfremde Reviewer fragen „Was bedeutet das?".
Lösung: Führe zentrale Begriffe bei Erstnennung kurz ein oder verweise auf das Theoriekapitel.
Fehlende Übergänge
Problem: Kapitel oder Absätze wirken wie Einzelteile ohne Verbindung.
Woran du es merkst: Reviewer kommentieren „Der Sprung ist zu abrupt" oder „Wie hängt
das zusammen?".
Lösung: Beginne Abschnitte mit einem Satz, der an das Vorherige anknüpft.
Peer Review vs. Korrekturlesen vs. Lektorat
Die Begriffe werden oft verwechselt, meinen aber unterschiedliche Dinge. Die Abgrenzung hilft dir zu entscheiden, welche Unterstützung du wann brauchst.
Peer Review konzentriert sich auf inhaltliche Qualität: Ist die Forschungsfrage verständlich? Folgt die Argumentation einem roten Faden? Fehlen Belege oder Übergänge? Reviewer brauchen kein Fachwissen, um Verständlichkeit zu prüfen, aber fachliche Reviewer erkennen inhaltliche Lücken.
Korrekturlesen meint das Prüfen auf Rechtschreibung, Grammatik und Zeichensetzung. Das passiert typischerweise ganz am Ende, wenn der Inhalt steht. Korrekturlesen ersetzt kein Peer Review, weil es keine inhaltlichen Schwächen aufdeckt.
Lektorat geht einen Schritt weiter: Neben Sprache werden auch Stil, Lesbarkeit und teilweise Struktur bearbeitet. Ein professionelles Lektorat kostet Geld und ist für Bachelorarbeiten meist nicht nötig, wenn du Peer Review und Korrekturlesen kombinierst.
Betreuung gibt fachliche Leitplanken und prüft, ob deine Arbeit den Anforderungen entspricht. Die Betreuung ist aber kein Ersatz für Peer Review: Erstens ist die Zeit begrenzt, zweitens sehen Kommilitonen andere Dinge als erfahrene Forschende.
Entscheidungshilfe: Wenn du unsicher bist, ob deine Argumentation nachvollziehbar ist, brauchst du Peer Review. Wenn dein Text inhaltlich steht und du nur noch Tippfehler suchst, reicht Korrekturlesen. Für die beste Qualität kombinierst du beides: Peer Review während des Schreibens, Korrekturlesen am Ende.
Die richtigen Feedback-Partner finden
Die Wahl der Feedback-Partner beeinflusst die Qualität des Feedbacks erheblich. Verschiedene Personen bringen unterschiedliche Stärken mit. Die folgende Übersicht zeigt, wer was am besten prüfen kann.
Fachliche Reviewer (Kommilitonen aus deinem Studiengang): Theorie, Methodik, Argumentation, Quellenarbeit, fachliche Tiefe. Sie erkennen, ob deine Argumentation dem Stand der Forschung entspricht und ob die Methodik passt.
Fachfremde Reviewer (Familie, Freunde aus anderen Studiengängen): Verständlichkeit, Begriffserklärungen, Logiksprünge, roter Faden. Sie entdecken, wo du Wissen voraussetzt, das Außenstehende nicht haben.
Schreibberatung (Schreibzentrum deiner Hochschule): Struktur, Stil, Leseführung, wissenschaftliche Sprache. Erkundige dich früh nach Terminen, da die Plätze oft begrenzt sind.
Wenn du nur eine Person hast: Priorisiere fachfremdes Feedback für die Verständlichkeit. Inhaltliche Fehler fallen dir beim Überarbeiten eher selbst auf als unklare Formulierungen. Bei empirischen Arbeiten mit komplexer Methodik ist allerdings fachliches Feedback wichtiger.
Gegenseitigkeit motiviert. Wenn du Kommilitonen um Feedback bittest, lies im Gegenzug deren Arbeit. Das schafft Verbindlichkeit und beide Seiten profitieren. Vereinbart feste Termine für Übergabe und Rückmeldung.
Zeitplan für das Peer Review
Ein realistischer Zeitplan sorgt dafür, dass du Feedback bekommst und noch Zeit für Überarbeitungen hast. Die folgenden Richtwerte orientieren sich an einer typischen Bearbeitungszeit von drei bis vier Monaten. Bei kürzeren Fristen passt du die Abstände entsprechend an.
6 bis 4 Wochen vor Abgabe: Einleitung und Methodik gegenlesen lassen. Hier zeigen sich früh Probleme mit der Forschungsfrage oder dem Aufbau, die später schwer zu beheben wären.
3 bis 2 Wochen vor Abgabe: Gesamtlogik und Fazit prüfen lassen. Jetzt sollte die Argumentation stehen. Feedback konzentriert sich auf Verständlichkeit, Übergänge und roten Faden.
1 Woche vor Abgabe: Nur noch Formalia und Endkorrektur. Das Peer Review ist abgeschlossen, jetzt geht es um Rechtschreibung, Zitierweise und Formatierung.
Die Zeitangaben variieren je nach Umfang und Verfügbarkeit deiner Reviewer. Plane lieber großzügiger: Krankheit, Prüfungsstress oder unerwartete Überarbeitungen passieren. Der Zeitplan funktioniert auch, wenn du nur einen Reviewer hast, dann verteilst du die Kapitel auf mehrere Durchgänge.
Ablauf eines Peer Reviews
Ein strukturierter Ablauf sorgt dafür, dass das Peer Review effektiv verläuft und beide Seiten wissen, was sie erwartet. Die folgenden Phasen haben sich bewährt.
Bevor du deine Arbeit teilst, überlege, welche Art von Feedback du brauchst. Soll der Reviewer auf inhaltliche Tiefe achten, auf Verständlichkeit oder auf formale Aspekte? Kommuniziere das klar und gib an, bis wann du das Feedback benötigst.
Stolperstelle: Den Text ohne Kontext verschicken. Gib deinem Reviewer einen kurzen Überblick über Thema und Fragestellung, damit er die Arbeit einordnen kann.
Teile dein Dokument in einem Format, das Kommentare ermöglicht. Word-Dokumente mit aktivierter Änderungsverfolgung oder PDF-Dateien mit Kommentarfunktion funktionieren gut. Alternativ nutzen viele Studierende Google Docs für gemeinsames Bearbeiten.
Stolperstelle: Ausgedruckte Versionen ohne Seitenzahlen. Wenn dein Reviewer auf Papier liest, muss er die Stellen später wiederfinden können.
Gib deinem Reviewer ausreichend Zeit. Eine Bachelorarbeit sorgfältig zu lesen dauert mehrere Stunden. Plane mindestens eine Woche zwischen Dokumentübergabe und Feedback-Termin. Bei Gegenseitigkeit braucht ihr beide entsprechend Zeit.
Stolperstelle: Zwei Tage vor Abgabe um Feedback bitten. Dann bleibt keine Zeit für sorgfältiges Lesen und keine Zeit für deine Überarbeitung.
Ein persönliches Gespräch oder Videocall zum Feedback ist wertvoller als nur schriftliche Kommentare. Du kannst nachfragen, was genau gemeint ist, und der Reviewer kann erklären, warum bestimmte Stellen unklar waren. Notiere dir die wichtigsten Punkte für die Überarbeitung.
Stolperstelle: Feedback nur lesen und nicht nachfragen. Schriftliche Kommentare sind oft kürzer formuliert, als der Reviewer meint.
Vor dem Teilen:
Änderungsverfolgung/Kommentare in Word aktivieren. Sensible Daten (Interviewpartner, Firmennamen) ggf. anonymisieren. Datei eindeutig benennen (z. B. „Bachelorarbeit_Kapitel2_v1_Review.docx").
Nach dem Review:
Alle Kommentare/Änderungen durchgehen und als erledigt markieren oder ablehnen. Änderungen annehmen und Änderungsverfolgung deaktivieren. Finale Version als PDF exportieren und Formatierung prüfen.
Das Reviewer-Briefing
Ein Briefing gibt deinem Reviewer Orientierung und sorgt für gezieltes Feedback. Ohne Kontext liest er ins Blaue und du bekommst möglicherweise Rückmeldungen, die dir nicht helfen. Die folgende Vorlage kannst du kopieren und anpassen.
Kontext
Thema: [Kurztitel deiner Arbeit]
Forschungsfrage: [Deine zentrale Frage]
Zielgruppe der Arbeit: [z. B. Betreuung im Fach BWL, empirische Arbeit]
Gewünschtes Feedback
Bitte achte besonders auf: [ ] Inhalt/Argumentation [ ] Verständlichkeit [ ] Struktur/Aufbau [ ] Formales
Markiere Feedback bitte als Kommentar mit Seitenzahl und Absatz (z. B. „S. 12, Abs. 2").
Leitfragen für dein Feedback
1. Ist die Forschungsfrage nach der Einleitung klar?
2. Wo verlierst du den roten Faden?
3. Welche Stelle ist unverständlich oder zu knapp erklärt?
4. Welche Behauptung wirkt unbelegt?
5. Was würdest du als Prüfer nachfragen?
Umfang und Deadline
Dokument: [z. B. Kapitel 2 und 3, ca. 15 Seiten]
Feedback bis: [Datum]
Thema: Einfluss von Homeoffice auf die Mitarbeiterzufriedenheit
Forschungsfrage: Welche Faktoren beeinflussen die Zufriedenheit im Homeoffice?
Zielgruppe: BWL-Betreuung, empirische Arbeit mit Online-Befragung
Feedback zu: Kapitel 3 (Methodik), ca. 12 Seiten
Bitte achte auf: Verständlichkeit, Begründung der Stichprobenauswahl
Feedback bis: Freitag, 24.01.
Das Briefing spart beiden Seiten Zeit. Dein Reviewer weiß, worauf er achten soll, und du bekommst Feedback, das du tatsächlich umsetzen kannst. Passe die Leitfragen an deine aktuelle Schreibphase an: Am Anfang ist die Forschungsfrage wichtiger, am Ende die Verständlichkeit des Gesamttexts.
Konstruktives Feedback geben
Wenn du selbst als Reviewer fungierst, entscheidet die Qualität deines Feedbacks darüber, ob der Autor etwas damit anfangen kann. Vage Kritik wie „Das ist irgendwie unklar" hilft niemandem. Die folgende Formel macht dein Feedback konkret und umsetzbar.
1. Stelle markieren → 2. Problem benennen → 3. Warum problematisch → 4. Konkreter Vorschlag
Beispiel 1: „S. 12, Absatz 2 → Der Zusammenhang zwischen Hypothese und Daten fehlt → Ich verstehe nicht, wie du von A zu B kommst → Ergänze einen Satz, der die Verbindung explizit macht." [Muss]
Beispiel 2: „S. 8, Fußnote 3 → Die Quelle von 1998 wirkt veraltet → Bei einem aktuellen Thema erwarte ich neuere Belege → Prüfe, ob es Forschung nach 2015 gibt." [Nice-to-have]
Markiere, ob es ein Muss oder Nice-to-have ist. Nicht jedes Feedback hat die gleiche Priorität. Ein fehlender Beleg ist kritischer als eine stilistische Verbesserung. Diese Einordnung hilft dem Autor bei der Priorisierung.
Lies den Text erst komplett, bevor du kommentierst. Oft lösen sich Fragen, die beim ersten Lesen aufkommen, später im Text auf. Notiere dir Eindrücke beim ersten Durchgang und gehe dann systematisch durch. Beginne mit Stärken, damit der Autor weiß, was er beibehalten sollte.
Statt: „Das ist verwirrend."
Besser: „S. 15, erster Absatz: Mir fehlt der Übergang zum vorherigen Abschnitt.
Ein Satz wie ‚Aufbauend auf X zeigt sich...' würde helfen."
Statt: „Die Methodik ist unklar."
Besser: „S. 22: Ich verstehe nicht, wie du die Stichprobe ausgewählt hast.
Erkläre die Kriterien in 2–3 Sätzen."
Feedback einordnen und einarbeiten
Feedback zu erhalten kann unangenehm sein, besonders wenn du viel Arbeit in deinen Text gesteckt hast. Gib dir einen Moment, bevor du reagierst: Feedback bewertet deinen Text, nicht dich als Person. Du entscheidest als Autor, welche Änderungen du umsetzt. Die folgende Systematik hilft dir bei der Einordnung.
Häufigkeitssignal: Nennen mehrere Reviewer unabhängig denselben Punkt? Dann besteht wahrscheinlich Handlungsbedarf. Einzelmeinungen kannst du kritischer prüfen.
Zielbezug: Hilft die Änderung, die Forschungsfrage besser zu beantworten oder die Argumentation zu stärken? Wenn ja, priorisiere sie. Wenn es nur um Stil geht, ist es Nice-to-have.
Vorgaben prüfen: Bei Widersprüchen zwischen Reviewer-Feedback und Anforderungen aus Prüfungsordnung oder Betreuung: Kläre vor größeren Änderungen mit der Betreuung, welche Variante erwartet wird.
Test-Überarbeitung: Bei unklarem Feedback: Schreibe zwei Sätze probeweise um und lies sie laut. Oft zeigt sich dann, ob die Änderung hilft.
Widersprüchliches Feedback ist normal und zeigt verschiedene Lesarten. Prüfe, ob beide Perspektiven einen Kern haben. Manchmal löst eine dritte Variante das Problem besser als beide Vorschläge. Im Zweifel: Was sagt die Prüfungsordnung oder deine Betreuung?
Nach der Überarbeitung lohnt sich ein Kontroll-Durchgang durch dieselbe Person oder einen neuen Leser. So stellst du sicher, dass die Änderungen funktionieren und keine neuen Unklarheiten entstanden sind.
Checkliste für strukturiertes Feedback
Diese Checkliste gibt deinem Reviewer einen Rahmen für systematisches Feedback. Schicke sie zusammen mit dem Briefing. Der Reviewer geht jeden Punkt durch und notiert: Ja/Nein, kurze Begründung und Fundstelle (z. B. „S. 14, Absatz 2"). So bekommst du Feedback, das du direkt umsetzen kannst.
Inhaltliche Aspekte
Ist die Forschungsfrage klar formuliert und verständlich?
Folgt die Argumentation einem nachvollziehbaren roten Faden?
Werden Behauptungen durch Quellen oder Daten belegt?
Wird die Forschungsfrage im Fazit beantwortet?
Struktur und Aufbau
Ist die Gliederung logisch und nachvollziehbar?
Sind Übergänge zwischen Kapiteln und Absätzen flüssig?
Entspricht der Aufbau dem in der Einleitung angekündigten?
Sprache und Stil
Ist der Text verständlich und präzise formuliert?
Werden Fachbegriffe erklärt oder vorausgesetzt?
Gibt es auffällige Wiederholungen oder Füllwörter?
Formale Aspekte
Ist die Zitierweise konsistent?
Sind Abbildungen und Tabellen korrekt beschriftet?
Stimmt das Literaturverzeichnis mit den Zitaten im Text überein?
Nächster Schritt: Von der Überarbeitung zur Abgabe
Nach dem Peer Review und der Überarbeitung geht es an die finale Prüfung. Lies deine Arbeit noch einmal komplett durch, am besten mit etwas zeitlichem Abstand. Achte darauf, dass die Änderungen konsistent umgesetzt sind und keine neuen Fehler entstanden sind. Jetzt folgt der Korrekturdurchgang für Rechtschreibung und Formatierung.
Prüfe vor der Abgabe die formalen Anforderungen: Stimmt das Inhaltsverzeichnis mit den tatsächlichen Überschriften überein? Ist das Literaturverzeichnis vollständig? Sind Eidesstattliche Erklärung und Anhang vollständig?
Exportiere dein finales Dokument als PDF und prüfe die Darstellung. Manchmal verschieben sich Elemente beim Export. Kontrolliere Seitenumbrüche, Abbildungen und Formatierung ein letztes Mal. Mehr zur finalen Vorbereitung findest du im Artikel zur Abgabe der Bachelorarbeit. Für das Drucken und Binden gibt es verschiedene Anbieter, darunter auch BachelorHero.
Häufig gestellte Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Peer Review und Lektorat?
Peer Review prüft Inhalt, Argumentation und Verständlichkeit durch Kommilitonen oder fachfremde Leser. Lektorat bearbeitet zusätzlich Stil und Sprache, oft professionell und kostenpflichtig. Für Bachelorarbeiten reicht meist Peer Review plus ein Korrekturdurchgang am Ende.
Wie viele Personen sollten meine Arbeit gegenlesen?
Zwei Perspektiven sind ideal: eine fachliche für Theorie und Methodik, eine fachfremde für Verständlichkeit. Bei nur einer Person priorisiere fachfremdes Feedback, da inhaltliche Fehler dir selbst eher auffallen. Ausnahme: Bei empirischen Arbeiten mit komplexer Methodik ist fachliches Feedback wichtiger.
Muss ich jedes Feedback umsetzen?
Nein, du entscheidest als Autor. Wenn mehrere Reviewer denselben Punkt nennen, ist das ein starkes Signal. Bei Einzelmeinungen prüfe: Hilft die Änderung der Argumentation? Bei Widersprüchen zur Betreuung gilt deren Vorgabe.
Was schreibe ich ins Reviewer-Briefing?
Kontext (Thema, Forschungsfrage), gewünschte Feedback-Art (Inhalt/Verständlichkeit/Formales), konkrete Leitfragen und Deadline mit Umfang. Gib auch an, wie Feedback markiert werden soll (z. B. Kommentare mit Seitenangabe). Ein gutes Briefing sorgt für gezieltes, umsetzbares Feedback.
Kann ich meine Betreuung um Feedback bitten?
Das hängt von der Betreuungsperson ab. Manche geben Feedback zu Teilkapiteln, andere erst zur fertigen Arbeit. Frag frühzeitig nach den Möglichkeiten. Das Feedback der Betreuung ergänzt das Peer Review, ersetzt es aber nicht.
Wie formuliere ich konstruktives Feedback?
Nutze die Formel: Stelle markieren (mit Seite/Absatz), Problem benennen, erklären warum, konkreten Vorschlag machen. Markiere, ob es ein Muss oder Nice-to-have ist. Vermeide vage Kritik wie „Das ist unklar" ohne Erklärung und Lösungsidee.
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