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Anforderungen und Pflichtenheft in der Projektarbeit: Aufbau und Beispiele

Anforderungen und Pflichtenheft in der Projektarbeit: Aufbau und Beispiele | BachelorHero

Inhaltsverzeichnis

Ein Pflichtenheft in der Projektarbeit beschreibt das „Wie" der Umsetzung: welche Anforderungen du erfüllst, wie du den Erfolg misst und was bewusst nicht Teil des Projekts ist. Es lohnt sich besonders bei technischen Projekten, externen Auftraggebern oder wenn deine Bildungseinrichtung es explizit fordert.

Das Pflichtenheft ist ein zentrales Dokument in vielen Projektarbeiten und bildet die Grundlage für Planung, Durchführung und Abnahme. Es zeigt deiner Prüfungskommission, dass du systematisch vorgehst und dein Projekt nachvollziehbar strukturiert hast. Damit schützt es dich vor unklaren Erwartungen und gibt dir bei der Bewertung eine solide Argumentationsgrundlage.

Auf einen Blick: Pflichtenheft-Checkliste

Zweck: Beschreibt das „Wie" der Umsetzung und macht Anforderungen prüfbar.

Mindestinhalt für die Projektarbeit:

  • Ausgangssituation und Projektziel (messbar formuliert)
  • Funktionale Anforderungen mit ID und Priorität
  • Nicht-funktionale Anforderungen (Performance, Qualität)
  • Abnahmekriterien für jede Muss-Anforderung
  • Abgrenzung: Was ist nicht Teil des Projekts?

Was ist ein Pflichtenheft in der Projektarbeit?

Ein Pflichtenheft ist ein Dokument, das beschreibt, wie ein Projekt umgesetzt werden soll. Es enthält die konkreten Anforderungen, technischen Spezifikationen und Abnahmekriterien. In der Projektarbeit hat es eine doppelte Funktion: Es strukturiert dein Vorgehen während der Umsetzung und dokumentiert gleichzeitig deine Planungskompetenz für die Bewertung.

Das Pflichtenheft entsteht auf Basis des Lastenhefts und übersetzt die Wünsche des Auftraggebers in umsetzbare Vorgaben. In der Praxis erstellt meist der Auftragnehmer das Pflichtenheft. Bei einer Projektarbeit übernimmst du oft beide Rollen: Du definierst die Anforderungen und beschreibst gleichzeitig, wie du sie erfüllst. Das ist kein Widerspruch, sondern zeigt, dass du den gesamten Anforderungsprozess beherrschst.

Wann brauchst du ein Pflichtenheft?

Nicht jede Projektarbeit erfordert ein ausführliches Pflichtenheft. Bei kleineren Projekten oder wenn du Auftraggeber und Umsetzer in einer Person bist, kann ein kombiniertes Anforderungsdokument ausreichen. Der folgende Schnellcheck hilft dir bei der Entscheidung.

Schnellcheck: Pflichtenheft sinnvoll?

Beantworte diese Fragen mit Ja oder Nein:

  1. Entwickelst du ein technisches Produkt, eine Software oder ein System?
  2. Gibt es einen externen Auftraggeber (Betrieb, Abteilung, Kunde)?
  3. Fordert deine Bildungseinrichtung explizit ein Pflichtenheft?
  4. Hat dein Projekt mehr als 5 unterscheidbare Anforderungen?
  5. Musst du am Ende nachweisen, dass bestimmte Kriterien erfüllt sind?
  6. Arbeiten mehrere Personen am Projekt oder nutzen das Ergebnis?

Auswertung: Bei 4 oder mehr Ja-Antworten ist ein eigenständiges Pflichtenheft empfehlenswert. Bei 2 bis 3 Ja-Antworten genügt oft ein kombiniertes Dokument mit klarer Trennung von Anforderungen und Umsetzung. Bei 0 bis 1 reicht typischerweise eine Anforderungsübersicht in der Gliederung. Diese Schwellenwerte sind Richtwerte, keine festen Regeln. Die Vorgaben deiner Bildungseinrichtung haben immer Vorrang.

Die Vorgaben variieren je nach Bildungseinrichtung erheblich. IHK-Projektarbeiten im IT-Bereich erwarten häufig ein Pflichtenheft, während Technikerarbeiten oder Projektarbeiten an Hochschulen unterschiedliche Standards haben. Prüfe die Handreichung deiner Bildungseinrichtung oder frag deine Betreuungsperson direkt, welche Form erwartet wird.

Lastenheft vs. Pflichtenheft: Der Unterschied

Unterschied zwischen Lastenheft und Pflichtenheft in der Projektarbeit | BachelorHero

Der Unterschied zwischen Lastenheft und Pflichtenheft lässt sich auf zwei Fragen reduzieren: Das Lastenheft beantwortet „Was soll erreicht werden?" Das Pflichtenheft beantwortet „Wie wird es umgesetzt?"

Lastenheft (Anforderungsspezifikation)

Das Lastenheft beschreibt die Anforderungen aus Sicht des Auftraggebers.

Ersteller: Auftraggeber (in der Projektarbeit oft du selbst oder dein Betrieb)

Inhalt: Ziele, gewünschte Funktionen, Rahmenbedingungen, Qualitätserwartungen

Perspektive: Was soll das Projekt leisten?

Pflichtenheft (Lösungsspezifikation)

Das Pflichtenheft beschreibt, wie der Auftragnehmer die Anforderungen umsetzt.

Ersteller: Auftragnehmer (in der Projektarbeit bist das du)

Inhalt: Technische Lösung, Umsetzungsdetails, Abnahmekriterien, Zeitplan

Perspektive: Wie wird das Ziel erreicht?

In der Praxis gehen beide Dokumente oft ineinander über, besonders bei kleineren Projekten. Für deine Projektarbeit ist wichtig, dass du zeigst, dass du den Unterschied verstanden hast. Selbst wenn du nur ein kombiniertes Dokument erstellst, solltest du die Anforderungen (Was?) klar von der Umsetzung (Wie?) trennen.

Pflichtenheft-Aufbau für Projektarbeiten

Der Aufbau eines Pflichtenhefts folgt einer bewährten Struktur. Je nach Projektart und Vorgaben deiner Bildungseinrichtung kannst du die Gliederung anpassen. Die Vorgaben unterscheiden sich erheblich: Prüfe immer zuerst die Handreichung deiner Bildungseinrichtung.

Umfang-Richtwerte

Mini-Projekt (bis 35 Stunden): 1 bis 2 Seiten Anforderungsdokumentation.
Standard-Projekt (35 bis 70 Stunden): 2 bis 5 Seiten Pflichtenheft.
Komplexes Projekt (über 70 Stunden): 5 bis 10 Seiten, ggf. mit Anhängen.
Diese Werte sind Orientierung. Die Vorgaben deiner Bildungseinrichtung haben Vorrang.

1. Ausgangssituation und Zielsetzung

Beschreibe den Ist-Zustand, das Problem und das messbare Projektziel.

„Das Unternehmen nutzt derzeit eine Excel-basierte Lösung zur Lagerverwaltung. Bei 500 Artikeln führt dies zu häufigen Fehlbeständen (ca. 12 pro Monat) und einem Zeitaufwand von 10 Stunden pro Woche für manuelle Pflege. Ziel ist die Einführung einer datenbankgestützten Anwendung, die Fehlbestände um mindestens 80% reduziert."

2. Funktionale Anforderungen

Beschreibe, was das System oder Produkt können muss. Nummeriere jede Anforderung.

„FA-01 (Muss): Benutzer können Artikel mit Bezeichnung, Artikelnummer und Mindestbestand anlegen. FA-02 (Muss): Bei Wareneingang und -ausgang wird der Bestand automatisch aktualisiert. FA-03 (Soll): Bei Unterschreitung des Mindestbestands erscheint eine Warnung auf dem Dashboard."

3. Nicht-funktionale Anforderungen

Beschreibe Qualitätsmerkmale wie Performance, Sicherheit oder Benutzerfreundlichkeit.

„NFA-01: Die Anwendung muss auf handelsüblichen PCs mit Windows 10 oder höher lauffähig sein. NFA-02: Die Reaktionszeit bei Suchabfragen darf 2 Sekunden nicht überschreiten bei bis zu 10.000 Datensätzen. NFA-03: Neue Benutzer können ohne Schulung innerhalb von 10 Minuten einen Artikel anlegen."

4. Abnahmekriterien

Definiere messbare Kriterien, wann eine Anforderung erfüllt ist.

„Die Anforderung FA-03 gilt als erfüllt, wenn bei Unterschreitung des definierten Mindestbestands innerhalb von 5 Sekunden eine Benachrichtigung angezeigt wird. Test: Bestand von 3 verschiedenen Artikeln manuell unter Mindestbestand setzen und Reaktion dokumentieren."

5. Abgrenzung (Nicht im Scope)

Beschreibe explizit, was nicht Teil des Projekts ist und warum.

„Nicht im Scope: (1) Anbindung an das ERP-System (erfordert Schnittstellenfreigabe, die im Projektzeitraum nicht verfügbar ist). (2) Mobile App-Version (Zeitrahmen von 70 Stunden lässt nur Desktop-Version zu). (3) Automatischer Bestellvorschlag (Feature für Folgeprojekt vorgesehen)."

Kurze Abgrenzung zu anderen Dokumenten: Das Pflichtenheft beschreibt, was umgesetzt werden soll (vor der Umsetzung). Die Projektdokumentation beschreibt, wie es tatsächlich umgesetzt wurde (nach der Umsetzung). Das Testprotokoll dokumentiert die Ergebnisse der Abnahmetests. Alle drei Dokumente hängen zusammen, haben aber unterschiedliche Zeitpunkte und Zwecke.

Vorlage zum Kopieren

Die folgende Gliederung kannst du direkt in dein Dokument übernehmen. Die Satzstarter helfen dir beim Formulieren. Passe die Struktur an dein Projekt an und ergänze bei Bedarf weitere Kapitel.

Pflichtenheft-Vorlage

1. Ausgangssituation
„Aktuell wird [Prozess/Aufgabe] durch [bestehende Lösung] abgewickelt. Dies führt zu [Problem 1] und [Problem 2]..."

2. Projektziel
„Ziel ist die [Entwicklung/Einführung/Optimierung] von [Lösung], um [messbares Ergebnis] zu erreichen..."

3. Stakeholder und Benutzer
„Primäre Benutzer sind [Rolle]. Auftraggeber ist [Person/Abteilung]. Weitere Beteiligte: [Liste]..."

4. Funktionale Anforderungen
„FA-01 (Muss): [Subjekt] muss [Funktion] können, um [Nutzen]..."

5. Nicht-funktionale Anforderungen
„NFA-01: Das System muss [Qualitätsmerkmal] erfüllen, gemessen durch [Metrik]..."

6. Daten und Schnittstellen
„Eingabedaten: [Liste]. Ausgabedaten: [Liste]. Schnittstellen zu: [Systeme]..."

7. Abnahmekriterien
„[Anforderung-ID] gilt als erfüllt, wenn [Bedingung] unter [Umständen] innerhalb von [Zeit/Wert]. Test: [Methode]..."

8. Abgrenzung
„Nicht im Scope: (1) [Feature] – Begründung: [Grund]. (2) [Feature] – Begründung: [Grund]..."

9. Risiken und Annahmen
„Annahme: [Voraussetzung]. Risiko: [Risiko] – Maßnahme: [Gegenmaßnahme]..."

10. Änderungslog
„[Datum] | [Anforderung-ID] | [Art der Änderung] | [Begründung]"

Anforderungen richtig formulieren

Gute Anforderungen sind präzise und eindeutig. Vage Formulierungen führen zu Missverständnissen und machen die Abnahme schwierig. Jede Anforderung sollte genau eine Funktion oder ein Qualitätsmerkmal beschreiben. Die folgenden Beispiele zeigen das Schema für IT-Projekte und Organisationsprojekte.

Anforderungs-Tabelle: IT-Projekt (Muster)
ID Anforderung Prio Akzeptanzkriterium Test
FA-01 Benutzer kann Artikel mit Bezeichnung und Mindestbestand anlegen Muss Artikel erscheint in Liste nach Speichern 3 Artikel anlegen, Liste prüfen
FA-02 Bei Unterschreitung des Mindestbestands erscheint Warnung Soll Warnung innerhalb 5s nach Unterschreitung 3 Artikel unter Mindestbestand setzen
NFA-01 Suchabfrage liefert Ergebnisse in unter 2 Sekunden Muss Reaktionszeit ≤ 2s bei 5.000 Datensätzen Stoppuhr, 10 Suchanfragen
Anforderungs-Tabelle: Organisationsprojekt (Muster)

Beispiel: Optimierung des Onboarding-Prozesses für neue Mitarbeitende

ID Anforderung Prio Akzeptanzkriterium Test
FA-01 Standardisierte Onboarding-Checkliste für alle Abteilungen Muss Checkliste liegt vor, von 3 Abteilungsleitern freigegeben Freigabeprotokoll, Unterschriften
FA-02 Einarbeitungszeit neuer Mitarbeitender verkürzt sich Muss Durchschnittliche Einarbeitungszeit sinkt von 4 auf 3 Wochen Vergleich Vorher/Nachher, 5 neue MA
NFA-01 Zufriedenheit neuer Mitarbeitender mit Onboarding steigt Soll Zufriedenheitswert ≥ 4,0 (Skala 1–5) in Befragung Fragebogen nach 4 Wochen, min. 5 Rückläufe

Nummeriere deine Anforderungen durchgängig (FA-01, FA-02 für funktionale, NFA-01 für nicht-funktionale). Abgrenzungen dokumentierst du separat im Abgrenzungs-Kapitel, nicht in der Anforderungstabelle. Die IDs erleichtern die Zuordnung in Tests, bei der Dokumentation und im Fachgespräch. Richtwert: Eine typische Projektarbeit enthält 5 bis 15 funktionale und 3 bis 8 nicht-funktionale Anforderungen. Diese Zahlen sind Orientierung, keine Vorgabe. Die konkreten Erwartungen hängen von Projektumfang und Bildungseinrichtung ab.

Tipp zur Priorisierung

Als Orientierung: Begrenze Muss-Anforderungen auf etwa 50 bis 60% der Gesamtliste, abhängig von Projektkritikalität und Vorgaben. Wenn alles „Muss" ist, fehlt die Entscheidungsgrundlage bei Zeitdruck. Richtwert für ein Standard-Projekt: 5 bis 8 Muss-Anforderungen, der Rest als Soll oder Kann.

Prüfbare Abnahmekriterien schreiben

Abnahmekriterien machen den Unterschied zwischen „fertig" und „erfolgreich". Sie definieren objektiv, wann eine Anforderung erfüllt ist. Ohne sie bleibt die Abnahme Verhandlungssache. Die folgenden Muster helfen dir beim Formulieren.

Formulierungsmuster für Abnahmekriterien

Muster 1 (Performance):
„Gilt als erfüllt, wenn [Aktion] innerhalb von [Zeitwert] abgeschlossen ist, bei [Datenmenge/Last]. Test: [Methode]."
Beispiel: „Gilt als erfüllt, wenn die Suche innerhalb von 2 Sekunden Ergebnisse liefert, bei 10.000 Datensätzen. Test: 10 Suchanfragen mit Stoppuhr messen."

Muster 2 (Funktion):
„Gilt als erfüllt, wenn [Benutzer] [Aktion] ausführen kann und [Ergebnis] eintritt. Test: [Szenario]."
Beispiel: „Gilt als erfüllt, wenn ein Sachbearbeiter einen Artikel anlegen kann und dieser in der Artikelliste erscheint. Test: 3 verschiedene Artikel anlegen."

Muster 3 (Benutzerfreundlichkeit):
„Gilt als erfüllt, wenn [Benutzergruppe] ohne [Hilfsmittel] innerhalb von [Zeit] [Aufgabe] erledigen kann. Test: [Testpersonen-Anzahl]."
Beispiel: „Gilt als erfüllt, wenn ein neuer Benutzer ohne Schulung innerhalb von 5 Minuten einen Bestellvorgang abschließen kann. Test: 3 Testpersonen."

Muster 4 (Fehlertoleranz):
„Gilt als erfüllt, wenn bei [Fehlersituation] [erwartetes Verhalten] eintritt und [Datenintegrität]. Test: [Provokation]."
Beispiel: „Gilt als erfüllt, wenn bei Eingabe ungültiger Daten eine Fehlermeldung erscheint und keine Daten gespeichert werden. Test: 5 Fehleingaben provozieren."

Kriterien robuster machen: Ein Kriterium wie „Artikel erscheint in Liste" ist ein Anfang, aber noch nicht wasserdicht. Ergänze Randfälle: Was passiert bei Duplikaten? Bei Sonderzeichen im Namen? Bei sehr langen Bezeichnungen? Formuliere das Kriterium vollständiger: „Artikel erscheint in Liste nach Speichern, auch bei Sonderzeichen im Namen. Bei doppelter Artikelnummer erscheint Fehlermeldung statt Speicherung." So vermeidest du Diskussionen bei der Abnahme.

Jede Muss-Anforderung braucht mindestens ein Abnahmekriterium. Bei Soll-Anforderungen ist es empfehlenswert, bei Kann-Anforderungen optional. So überführst du die Anforderungs-IDs direkt in ein Testprotokoll: Erstelle für jede Muss-ID eine Zeile mit Testdatum, Ergebnis (Bestanden/Nicht bestanden) und Nachweis (Screenshot, Log, Protokollnummer). Dokumentiere die Testergebnisse in deiner Ergebnisdokumentation, damit die Abnahme lückenlos nachvollziehbar ist.

Typische Fehler und Gegenmaßnahmen

  • Anforderungen zu vage formulieren: „Das System soll gut bedienbar sein" ist nicht prüfbar. Gegenmaßnahme: Ersetze jedes Adjektiv (schnell, benutzerfreundlich, sicher) durch eine Messgröße oder beobachtbares Verhalten. Aus „schnell" wird „unter 2 Sekunden", aus „benutzerfreundlich" wird „ohne Schulung in 5 Minuten bedienbar".
  • Keine Priorisierung vornehmen: Wenn alle Anforderungen gleich wichtig erscheinen, fehlt die Entscheidungsgrundlage bei Zeitdruck. Gegenmaßnahme: Begrenze Muss-Anforderungen auf maximal 8 Stück. Frag dich bei jeder Anforderung: „Ist das Projekt gescheitert, wenn diese fehlt?" Nur dann ist es ein Muss.
  • Abgrenzung vergessen: Ohne klare Abgrenzung entstehen falsche Erwartungen bei der Bewertung. Gegenmaßnahme: Schreibe mindestens 3 konkrete „Nicht-Ziele" mit Begründung. Formuliere sie positiv: „Eine mobile Version ist nicht Teil des Projekts, da der Zeitrahmen dies nicht zulässt" statt nur „Keine App".
  • Pflichtenheft nicht aktualisieren: Projekte verändern sich, aber das Pflichtenheft bleibt auf dem Stand der ersten Woche. Gegenmaßnahme: Führe ein Änderungslog am Ende des Dokuments. Jede Änderung braucht: Datum, betroffene Anforderung, Art der Änderung, Begründung. Das zeigt professionelles Änderungsmanagement.

Nächste Schritte nach dem Pflichtenheft

Dein Pflichtenheft ist fertig, wenn alle Anforderungen dokumentiert, priorisiert und mit Abnahmekriterien versehen sind. Bevor du in die Umsetzung gehst, prüfe diese Punkte:

Checkliste: Vom Pflichtenheft zur Umsetzung
  1. Review durch Betreuung: Lass dein Pflichtenheft von deiner Betreuungsperson abnehmen, bevor du mit der Umsetzung beginnst. Kläre offene Fragen jetzt, nicht bei der Abgabe.
  2. Anforderungen in Arbeitspakete überführen: Leite aus jeder Anforderung konkrete Aufgaben ab und ordne sie deinem Zeitplan zu.
  3. Tests planen: Lege fest, wann und wie du jedes Abnahmekriterium testest. Bereite Testprotokolle vor.
  4. Änderungslog anlegen: Richte das Änderungslog ein, auch wenn es noch leer ist. So vergisst du nicht, Änderungen zu dokumentieren.
  5. Abnahme vorbereiten: Plane bereits jetzt, wie du am Ende nachweist, dass die Anforderungen erfüllt sind (Screenshots, Protokolle, Vorführung).

Das Pflichtenheft dient dir während der Umsetzung als Leitfaden: Jede Funktion, die du entwickelst, sollte auf eine dokumentierte Anforderung zurückgehen. Bei der Ergebnisdokumentation zeigst du dann, wie du die Anforderungen erfüllt hast. Gehe deine Anforderungsliste systematisch durch und dokumentiere für jede, ob und wie sie erfüllt wurde.

Wenn du deine fertige Projektarbeit drucken lassen möchtest, findest du bei BachelorHero passende Bindungsoptionen für verschiedene Seitenumfänge.

Häufig gestellte Fragen

Wie viele Anforderungen sind für eine Projektarbeit realistisch?

Als Richtwert: Eine typische Projektarbeit enthält 5 bis 15 funktionale Anforderungen und 3 bis 8 nicht-funktionale. Diese Zahlen sind Orientierung, keine feste Vorgabe. Wichtiger als die Anzahl ist die Qualität: Jede Anforderung sollte eindeutig und testbar sein. Lieber weniger, dafür sauber dokumentierte Anforderungen als eine lange Liste ohne Abnahmekriterien.

Wie begründe ich eine Abgrenzung vor der Prüfungskommission?

Nenne den Grund sachlich: Zeitrahmen, Projektumfang oder fehlende Ressourcen. Beispiel: „Eine mobile Version wurde aus dem Scope genommen, da der verfügbare Zeitrahmen von 70 Stunden die Entwicklung für zwei Plattformen nicht zulässt." Das zeigt professionelles Scope-Management.

Wie dokumentiere ich Änderungen im Pflichtenheft?

Führe ein Änderungslog am Ende des Dokuments. Halte fest: Datum, betroffene Anforderung (ID), Art der Änderung, Begründung. Beispiel: „15.03.2026 | FA-04 | Entfernt | Zeitlich nicht umsetzbar nach Rücksprache mit Betreuung". Das zeigt, dass du Änderungen nachvollziehbar steuerst.

Was ist ein gutes Minimum an Abnahmekriterien?

Jede Muss-Anforderung braucht mindestens ein Abnahmekriterium. Bei Soll-Anforderungen ist es empfehlenswert, bei Kann-Anforderungen optional. Ein Kriterium besteht aus: Messgröße, Schwellenwert und Testmethode. Für eine Projektarbeit mit 10 Anforderungen sind 8 bis 12 Abnahmekriterien ein guter Richtwert.

Wann reicht ein kombiniertes Dokument statt Lastenheft und Pflichtenheft?

Bei kleineren Projektarbeiten, wenn du Auftraggeber und Umsetzer in einer Person bist, genügt oft ein kombiniertes Anforderungsdokument. Trenne darin klar die Abschnitte „Was soll erreicht werden?" (Lastenheft-Teil) und „Wie wird es umgesetzt?" (Pflichtenheft-Teil). Prüfe vorher die Vorgaben deiner Bildungseinrichtung.

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