Inhaltsverzeichnis
Der Anhang deiner Projektarbeit enthält alle Materialien, die zu umfangreich für den Fließtext sind, aber für die Nachvollziehbarkeit deiner Arbeit wichtig bleiben. Hier erfährst du, welche Inhalte in den Anhang gehören, wie du ihn strukturierst und wie du korrekt darauf verweist.
In der Regel steht der Anhang in der Projektarbeit nach dem Literaturverzeichnis (prüfe deine Vorgaben). Dort platzierst du vor allem Materialien, die für die Nachvollziehbarkeit wichtig sind, aber im Fließtext zu umfangreich wären (z. B. Fragebogen, Transkripte, Rohdaten, technische Doku). Kennzeichne Anhänge eindeutig (Anhang A/B/C oder 1/2/3) und verweise im Text konkret, z. B. „siehe Anhang A" oder „vgl. Abb. A-1 (Anhang A, S. 32)".
Gehört in den Anhang, wenn:
- Dokument ist umfangreicher (länger als ca. ½ Seite)
- Dient der Nachvollziehbarkeit, wird aber nicht im Text erklärt
- Du im Text konkret darauf verweist (z. B. „siehe Anhang A")
- Enthält Rohdaten, Erhebungsinstrumente oder Belege
Bleibt im Hauptteil, wenn:
- Direkt zum Verständnis des Textes nötig
- Wird im Fließtext ausführlich erläutert oder interpretiert
- Daten werden direkt im Text ausgewertet
- Daraus werden unmittelbar Schlüsse gezogen
Diese Richtwerte variieren je nach Institution. Prüfe im Zweifel deine Vorgaben.
Anhang Projektarbeit: Was gehört hinein?
Der Anhang nimmt Materialien auf, die den Lesefluss im Hauptteil stören würden, für das Verständnis oder die Nachprüfbarkeit aber relevant sind. Er ist kein Sammelbecken für alles, was du noch unterbringen willst, sondern eine gezielte Ergänzung.
Manche Institutionen unterscheiden zwischen Anhang und Anlagen. In wissenschaftlichen Arbeiten ist „Anhang" üblicher und bezeichnet ergänzende Materialien, die du selbst erstellt oder ausgewertet hast. „Anlagen" werden eher in Geschäftsbriefen verwendet oder bezeichnen externe Dokumente, die du beifügst. Im englischen Sprachraum ist „Appendix" (Plural: Appendices) der Standardbegriff. Prüfe die Terminologie in deinen Vorgaben.
Fragebögen und Erhebungsinstrumente gehören in den Anhang, wenn du empirisch gearbeitet hast. Lesende können so nachvollziehen, welche Fragen du gestellt hast und wie die Antwortmöglichkeiten aussahen.
Interview-Transkripte dokumentieren qualitative Erhebungen. Bei mehreren Interviews nummerierst du sie durch und verweist im Analyseteil gezielt auf einzelne Passagen.
Umfangreiche Datentabellen mit Rohdaten oder detaillierten Auswertungen, die mehr als eine halbe Seite füllen, sind im Anhang besser aufgehoben. Im Hauptteil zeigst du stattdessen zusammenfassende Grafiken oder Kernergebnisse.
Screenshots und technische Dokumentationen gehören in den Anhang, wenn sie die Umsetzung belegen, aber nicht direkt im Text erläutert werden müssen. Bei IT-Projektarbeiten sind das oft Systemkonfigurationen, Code-Ausschnitte oder Schnittstellenbeschreibungen.
Genehmigungen und Einverständniserklärungen können je nach Vorgabe ebenfalls in den Anhang. Das gilt besonders, wenn du mit personenbezogenen Daten gearbeitet hast.
Belegmaterial vs. Hintergrundwissen: Nur Belege, die deine Analyse stützen (Fragebögen, Transkripte, Rohdaten), gehören in den Anhang. Allgemeine Hintergrundinformationen wie Wikipedia-Ausdrucke, Firmenbroschüren oder Basis-Definitionen haben dort nichts zu suchen.
Kurze Elemente: Kleine Abbildungen und kurze Tabellen, die direkt zum Verständnis des Textes beitragen, bleiben im Hauptteil. Der Anhang ergänzt deine eigene Arbeit, er ersetzt sie nicht.
Reihenfolge und Aufbau des Anhangs
Die Reihenfolge der Anhänge folgt der Reihenfolge, in der du im Text darauf verweist. Der erste Verweis im Hauptteil führt zu Anhang A, der zweite zu Anhang B. So können Lesende deiner Argumentation folgen, ohne zu suchen.
Jeder Anhang beginnt auf einer neuen Seite und trägt eine Überschrift mit Kennung und Titel. Beispiel: „Anhang A: Fragebogen zur Kundenzufriedenheit". Die Überschrift macht sofort klar, was Lesende erwartet.
Bei umfangreichen Anhängen mit vielen Dokumenten lohnt sich ein Anhangsverzeichnis am Anfang. Es listet alle Anhänge mit Titel und Seitenzahl auf und dient als Orientierung.
Der Anhang steht in der Regel nach dem Literaturverzeichnis und vor einer eventuellen Selbstständigkeitserklärung. Er ist damit der letzte inhaltliche Teil deiner Arbeit.
Anhang nummerieren: Buchstaben, Zahlen und Abbildungen
Für die Nummerierung des Anhangs gibt es zwei gängige Systeme: Buchstaben (A, B, C) oder Zahlen (1, 2, 3). Beide sind gleichermaßen akzeptiert. Wichtig ist, dass du dich für ein System entscheidest und es konsequent durchhältst.
Anhänge mit Buchstaben
- A: Fragebogen
- B: Interview-Transkript
- C: Datentabelle Auswertung
Abbildungen im Anhang
- Abb. A-1: Screenshot Start
- Abb. A-2: Systemkonfig
- Tab. B-1: Rohdaten Befragung
Abbildungen und Tabellen innerhalb eines Anhangs erhalten eine kombinierte Kennung aus Anhangbuchstabe und laufender Nummer: Abb. A-1, Abb. A-2 oder Tab. B-1, Tab. B-2. So ist sofort klar, zu welchem Anhang das Element gehört. Im Abbildungs- oder Tabellenverzeichnis führst du diese Elemente mit Seitenzahl auf.
Die Seitenzahlen laufen in den meisten Fällen fortlaufend weiter. Wenn dein Hauptteil auf Seite 25 endet und das Literaturverzeichnis auf Seite 27, beginnt der Anhang auf Seite 28. Manche Institutionen verlangen eine separate Zählung mit römischen Ziffern oder ohne Seitenzahlen im Anhang. Prüfe die Vorgaben deiner Prüfungsordnung oder frag deine Betreuung.
Bei Unteranhängen kombinierst du Buchstabe und Zahl: Anhang A-1, Anhang A-2. Das ist sinnvoll, wenn ein Themenblock mehrere Dokumente umfasst, etwa alle Interview-Transkripte unter Anhang B mit B-1, B-2, B-3.
Im Text auf den Anhang verweisen
Jedes Dokument im Anhang sollte mindestens einen Verweis im Hauptteil haben. Der Verweis zeigt, warum das Material relevant ist und wo Lesende es finden. Je nach Dokumenttyp wählst du ein passendes Format.
Ganzer Anhang
„Der Fragebogen (siehe Anhang A) umfasste 15 Items..."
Einzelne Abbildung/Tabelle
„Die Systemarchitektur zeigt Abb. A-1 (Anhang A, S. 32)."
Interview-Passage
„Teilnehmer 3 betonte: [...] (Anhang C, Abs. 2)."
Seitenbereiche
„Die Auswertung findet sich in Anhang D, S. 38–42."
Vermeide vage Verweise wie „siehe Anhang" ohne Kennung. Wenn du mehrere Anhänge hast, wissen Lesende sonst nicht, wo sie suchen sollen. Die Kennung (A, B, C oder 1, 2, 3) gehört immer dazu.
Bei Interview-Transkripten verweist du auf Frage-Nummer, Absatz oder Zeitstempel, je nachdem wie du das Transkript strukturiert hast. Bei Tabellen und Abbildungen nennst du die kombinierte Kennung (Abb. A-1, Tab. B-2) und optional die Seitenzahl.
Anhangsverzeichnis erstellen
Ein Anhangsverzeichnis ist optional, aber ab drei bis vier Anhängen empfehlenswert. Auch bei weniger Anhängen kann ein Verzeichnis sinnvoll sein, wenn die Anhänge sehr unterschiedlich sind (z. B. Fragebogen, Code, Transkripte) oder du häufig im Text darauf verweist. Es gibt Lesenden einen schnellen Überblick, welche Materialien im Anhang enthalten sind und wo sie diese finden.
Platzierung: Das Anhangsverzeichnis steht am Anfang des Anhangteils, direkt nach der Überschrift „Anhang" und vor dem ersten Einzelanhang. Aufbau: Jede Zeile enthält Kennung, Titel und Seitenzahl. Die Reihenfolge entspricht der Reihenfolge der Anhänge selbst.
Anhangsverzeichnis
Im Inhaltsverzeichnis der Arbeit taucht der Anhang ebenfalls auf. Du kannst entweder nur „Anhang" als Sammelüberschrift eintragen oder jeden Anhang einzeln listen. Die genaue Form hängt von den Vorgaben deiner Institution ab. Vor der Abgabe aktualisierst du die Seitenzahlen im Anhangsverzeichnis, damit sie mit dem tatsächlichen Stand übereinstimmen.
Überschrift
Anhang A: Fragebogen zur Kundenzufriedenheit
Verweis im Text
„Der Fragebogen (siehe Anhang A) umfasste..."
Abbildung
Abb. A-1: Screenshot der Startseite (eigene Darstellung)
Tabelle
Tab. B-1: Rohdaten der Kundenbefragung (eigene Erhebung)
Tipp: „siehe" bei konkretem Nachschlagen, „vgl." bei Vergleich oder Interpretation.
Grenzfälle: Datenschutz, digitale Anhänge und Quellcode
Nicht alle Materialien lassen sich problemlos in den Anhang einbinden. Manche erfordern besondere Handhabung.
Vertrauliche Inhalte und Datenschutz
Bei personenbezogenen Daten prüfst du, ob du sie anonymisieren kannst oder musst. Namen, Kontaktdaten und identifizierende Merkmale ersetzt du durch Codes (Teilnehmer 1, Unternehmen A). Bei besonders sensiblen Dokumenten wie Verträgen oder internen Firmendaten klärst du mit deiner Betreuung, ob ein Sperrvermerk nötig ist. Manche Institutionen akzeptieren einen separaten, nicht öffentlich zugänglichen Anhang.
Digitale Anhänge und externe Dateien
Bei digitalen Abgaben kannst du umfangreiche Materialien als separate Dateien beifügen: Videos, Audio-Aufnahmen, große Datensätze oder interaktive Dokumente. Lege einen klar strukturierten Ordner an mit sprechenden Dateinamen: „Anhang_A_Fragebogen.pdf", „Anhang_B_Interview_T1.mp3". Im gedruckten Exemplar verweist du dann auf die digitale Anlage: „Das vollständige Interview ist als Audiodatei beigefügt (siehe digitale Anlage: Anhang_B_Interview_T1.mp3)."
Quellcode und technische Logs
Bei IT-Projektarbeiten stellt sich die Frage: Was kommt in den Anhang, was bleibt außen vor? Kurze, erklärungsrelevante Code-Ausschnitte können im Hauptteil stehen, wenn du sie direkt erläuterst. Als Richtwert gelten etwa 20 bis 30 Zeilen, aber das variiert je nach Betreuung und Kontext. Längere Skripte, komplette Konfigurationsdateien oder umfangreiche Logs gehören in den Anhang oder als separate Datei. Den vollständigen Quellcode lieferst du oft als ZIP-Archiv oder Repository-Link. Im Anhang zeigst du dann nur die für die Analyse relevanten Ausschnitte.
Fremde Abbildungen und Quellenangaben
Wenn du fremde Abbildungen, Screenshots oder Dokumente im Anhang verwendest, gelten dieselben Regeln wie im Hauptteil: Die Quelle gehört in die Beschriftung. Schreibe unter die Abbildung beispielsweise „Abb. A-1: Systemarchitektur (Quelle: Müller 2023, S. 45)" oder „Abb. A-2: Screenshot Benutzeroberfläche (eigene Darstellung)". Die vollständige Quellenangabe nimmst du ins Literaturverzeichnis auf.
Praxis-Check: Verwende fremde Materialien nur, wenn du die Nutzungsrechte hast oder sie unter einer offenen Lizenz (z. B. Creative Commons) stehen. Ist die Lizenz unklar oder der Rechteinhaber nicht erreichbar, erstelle lieber eine eigene Darstellung oder verzichte auf das Material.
Typische Fehler vermeiden
Falsche Reihenfolge: Die Anhänge sollten in der Reihenfolge erscheinen, in der sie im Text erstmals erwähnt werden. Wenn du zuerst auf Anhang C verweist und dann auf Anhang A, passt die Nummerierung nicht zur Leserichtung.
Fehlende oder unklare Überschriften: Jeder Anhang braucht eine Überschrift mit Kennung und aussagekräftigem Titel. „Anhang A: Fragebogen zur Kundenzufriedenheit" ist besser als nur „Anhang A" oder „Fragebogen".
Überladener Anhang: Nur Materialien, die zur Nachvollziehbarkeit beitragen, gehören hinein. Allgemeine Hintergrundinformationen, Wikipedia-Artikel oder Firmenbroschüren ohne direkten Analysebezug blähen den Anhang auf, ohne Mehrwert zu bieten.
Inkonsistente Formatierung: Die Grundformatierung (Schriftart, Seitenränder) sollte der des Hauptteils entsprechen. Screenshots und technische Dokumente dürfen ihr Originalformat behalten, aber Überschriften und Beschriftungen passt du an.
Veraltete Seitenzahlen: Nach Änderungen am Text verschieben sich Seitenzahlen. Vor der Abgabe aktualisierst du alle Verzeichnisse und prüfst die Seitenangaben in deinen Verweisen.
Nächste Schritte vor der Abgabe
Bevor du deine Arbeit abgibst, gehst du den Anhang einmal systematisch durch.
- Vollständigkeit prüfen: Ist jeder Anhang, auf den du im Text verweist, auch vorhanden?
- Verweise kontrollieren: Stimmen die Kennungen im Text mit den Überschriften im Anhang überein?
- Reihenfolge abgleichen: Erscheinen die Anhänge in der Reihenfolge der Erstnennung im Text?
- Verzeichnisse aktualisieren: Stimmen die Seitenzahlen im Anhangsverzeichnis, Inhaltsverzeichnis und Abbildungsverzeichnis?
- PDF-Export testen: Sind alle Dokumente lesbar? Funktionieren interne Verlinkungen?
Nach dem Export öffnest du das PDF und klickst einmal alle Verweise im Inhaltsverzeichnis an. Prüfe auch die Druckansicht: Sind die Seitenumbrüche sinnvoll? Beginnt jeder Anhang auf einer neuen Seite? Ein letzter Blick auf Gliederung und Formatierung schadet nie.
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Häufig gestellte Fragen
Was kommt alles in den Anhang einer Projektarbeit?
In den Anhang gehören Materialien, die den Fließtext sprengen würden: Fragebögen, Interview-Transkripte, längere Datentabellen, technische Dokumentationen, Screenshots, Organigramme oder Genehmigungen. Kurze Tabellen und kleine Abbildungen, die direkt zum Verständnis beitragen, bleiben im Hauptteil.
Wie nummeriert man den Anhang einer Projektarbeit?
Üblich sind Buchstaben (Anhang A, B, C) oder fortlaufende Nummern (Anhang 1, 2, 3). Abbildungen und Tabellen innerhalb eines Anhangs erhalten eine kombinierte Kennung wie Abb. A-1 oder Tab. B-2. Die Seitenzahlen laufen meist fortlaufend weiter.
Muss der Anhang ins Inhaltsverzeichnis?
Ja, der Anhang wird im Inhaltsverzeichnis aufgeführt. Bei mehreren Anhängen listest du entweder nur „Anhang" als Sammelüberschrift oder jeden Anhang einzeln mit Titel auf. Die genaue Form hängt von den Vorgaben deiner Institution ab.
Zählt der Anhang zum Seitenumfang der Projektarbeit?
Bei IHK-Projektarbeiten zählt der Anhang in der Regel nicht zur vorgegebenen Seitenzahl. Bei Hochschularbeiten variiert das je nach Prüfungsordnung. Prüfe die Vorgaben deiner Institution, denn manche zählen den Anhang mit, andere nicht.
Wie zitiere ich Abbildungen und Tabellen im Anhang korrekt?
Abbildungen und Tabellen im Anhang erhalten eine eigene Nummerierung mit Anhangkennung: Abb. A-1, Tab. B-2. Im Text verweist du mit „(vgl. Abb. A-1 im Anhang A)" oder „siehe Tab. B-2, Anhang B". Im Abbildungs- oder Tabellenverzeichnis führst du sie mit Seitenzahl auf.
Darf der Anhang eine separate Datei sein?
Bei digitalen Abgaben ist das oft möglich. Lege einen klar benannten Ordner an (z. B. „Anhang_Mustermann") mit durchnummerierten Dateien. Im Text verweist du dann auf „Anhang A (siehe digitale Anlage: A_Fragebogen.pdf)". Kläre vorab, ob deine Institution separate Dateien akzeptiert.
Was ist der Unterschied zwischen Anhang und Anlagen?
Die Begriffe werden oft synonym verwendet. „Anhang" ist in wissenschaftlichen Arbeiten üblicher, „Anlagen" eher in Geschäftsbriefen oder Verträgen. Manche Institutionen unterscheiden: Anhang = Teil der Arbeit, Anlagen = beigefügte externe Dokumente. Prüfe die Begrifflichkeit in deinen Vorgaben.
Wo steht der Anhang in der Projektarbeit?
Der Anhang folgt nach dem Literaturverzeichnis und vor einer eventuellen Selbstständigkeitserklärung. Er ist damit der letzte inhaltliche Teil der Arbeit. Bei mehreren Anhängen empfiehlt sich ein Anhangsverzeichnis am Anfang des Anhangteils.
Projektstrukturplan erstellen
Tabellenverzeichnis erstellen
Richtig zitieren in der Projektarbeit