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Der Umfang einer Masterarbeit liegt typischerweise zwischen 60 und 100 Seiten reinem Textteil (Einleitung bis Fazit), in textintensiven Fächern wie Geisteswissenschaften auch bis 120 Seiten. Verzeichnisse, Anhang und Literaturverzeichnis zählen in der Regel nicht dazu. Die verbindliche Vorgabe findest du in deiner Prüfungsordnung oder klärst sie mit deiner Betreuung. Hier erfährst du, was genau zum Textteil zählt, wie du Seiten in Wörter umrechnest und wie du den Umfang sinnvoll auf die einzelnen Kapitel verteilst.
Typischer Umfang: 60 bis 100 Seiten reiner Textteil (in manchen Fächern bis 120).
Wörter: Etwa 15.000 bis 30.000 Wörter bei Standardformatierung (je nach Seitenzahl).
Nicht mitgezählt: Verzeichnisse, Anhang, Literaturverzeichnis, Eidesstattliche Erklärung.
Wie viele Seiten hat eine Masterarbeit?
Die Seitenzahl variiert je nach Hochschule und Studiengang deutlich. Als grobe Orientierung kannst du von 60 bis 100 Seiten ausgehen. Manche Prüfungsordnungen nennen einen konkreten Rahmen (zum Beispiel 70 bis 90 Seiten), andere geben nur einen Richtwert oder überlassen die Entscheidung der Betreuung.
Die Spanne erklärt sich durch unterschiedliche Anforderungen: In den Geisteswissenschaften sind ausführliche Argumentationen üblich, während in Informatik oder Ingenieurwesen oft präzise Darstellungen mit mehr Visualisierungen erwartet werden. Eine kürzere Arbeit ist nicht automatisch schlechter, solange sie alle relevanten Aspekte behandelt.
Welche Vorgabe gilt bei dir?
Prüfe in dieser Reihenfolge:
- Prüfungsordnung oder Modulhandbuch (verbindlich).
- Leitfaden des Lehrstuhls oder Fachbereichs.
- Direkte Absprache mit der Betreuung, falls nichts Konkretes steht. Vereinbare dann eine Zielspanne (zum Beispiel 70 bis 80 Seiten) und kläre, wie streng die Grenze ist.
Toleranzen klären: Manche Prüfungsordnungen erlauben 5 bis 10 Prozent Abweichung, andere setzen eine harte Obergrenze. Frag vorab konkret: „Gibt es Toleranz bei der Seitenzahl? Was passiert bei Überschreitung, Punktabzug oder Nachbesserung?" So vermeidest du böse Überraschungen kurz vor der Abgabe.
Formulierungen richtig lesen: Steht in deiner Ordnung „60 bis 80 Seiten Textteil" oder „Hauptteil ohne Verzeichnisse", zählt nur Einleitung bis Fazit. Steht dort „Gesamtumfang maximal 100 Seiten" oder „inklusive Anhang", wird alles mitgerechnet. Bei Unklarheit: Konkret nachfragen, was gezählt wird.
Was zählt zum Textteil?
Wenn von der Seitenzahl einer Masterarbeit die Rede ist, meint das in der Regel den reinen Textteil. Dieser beginnt mit der Einleitung und endet mit dem Fazit. Alles davor und danach wird typischerweise nicht mitgezählt.
Einleitung mit Problemstellung, Forschungsfrage und Aufbau
Theoretischer Rahmen und Literaturreview
Methodik und Forschungsdesign
Ergebnisse und Analyse
Diskussion und Fazit
Deckblatt und Titelseite
Abstract und Zusammenfassung (meist nicht, siehe Randfälle)
Inhaltsverzeichnis, Abbildungs- und Tabellenverzeichnis
Literaturverzeichnis und Quellenangaben
Anhang mit Materialien, Fragebögen oder Rohdaten
Eidesstattliche Erklärung (Eigenständigkeitserklärung) und Danksagung
Randfälle: Was zählt wann?
Abstract und Executive Summary werden meistens nicht zum Textteil gezählt, weil sie vor der Einleitung stehen. Manche Prüfungsordnungen rechnen sie aber mit ein. Prüfe die Formulierung in deinen Vorgaben: „Textteil" oder „Hauptteil" schließt das Abstract typischerweise aus, „Gesamtumfang" kann es einschließen.
Grafiken und Tabellen im Textteil zählen bei Seitenvorgaben normalerweise mit, erhöhen aber nicht die Wortzahl. Wenn deine Arbeit viele Visualisierungen enthält, kann die Seitenzahl höher ausfallen, ohne dass der Fließtext länger wird. Bei Vorgaben in Wörtern ist das unkritisch. Bei Seitenvorgaben und sehr hohem Abbildungsanteil (etwa bei technischen oder designorientierten Arbeiten) solltest du vorab mit der Betreuung klären, wie ganzseitige Grafiken gewertet werden.
„Textseiten" vs. „Seiten": Einige Prüfungsordnungen unterscheiden explizit zwischen „Seiten" (Gesamtzahl aller Seiten) und „Textseiten" (nur Fließtext). Bei „Textseiten" werden ganzseitige Abbildungen oft nicht mitgezählt. Achte auf die genaue Formulierung in deiner Ordnung.
Umfang in Wörtern und Zeichen
Manche Hochschulen geben den Umfang nicht in Seiten, sondern in Wörtern oder Zeichen an. Das hat den Vorteil, dass die Formatierung keinen Einfluss auf die Zählung hat. Bei Standardformatierung (12 pt Schrift, 1,5 Zeilenabstand, 2,5 bis 3 cm Seitenränder) kannst du mit folgenden Richtwerten rechnen:
Eine Seite entspricht typischerweise 250 bis 300 Wörtern (bei vielen Abbildungen/Formeln weniger, bei reinem Fließtext mehr).
60 Seiten entsprechen etwa 15.000 bis 18.000 Wörtern.
80 Seiten entsprechen etwa 20.000 bis 24.000 Wörtern.
100 Seiten entsprechen etwa 25.000 bis 30.000 Wörtern.
Die Schwankungen entstehen durch unterschiedliche Schriftarten, Absatzgestaltungen und den Anteil von Überschriften. Wann weniger Wörter pro Seite? Bei vielen Zwischenüberschriften, kurzen Absätzen, zahlreichen Abbildungen oder Formeln (MINT-Fächer) landest du eher bei 200 bis 250 Wörtern pro Seite. Wann mehr Wörter pro Seite? Bei langen Fließtext-Passagen ohne Unterbrechungen, kompakter Schrift wie Times New Roman und Blocksatz mit Silbentrennung erreichst du bis zu 300 bis 320 Wörter pro Seite. Prüfe die genaue Wortzahl über die Funktion „Wörter zählen" in deinem Textverarbeitungsprogramm.
Bei Vorgaben in Zeichen wird oft „Zeichen ohne Leerzeichen" oder „Zeichen mit Leerzeichen" unterschieden. Ein Wort hat im Deutschen durchschnittlich etwa 6 Zeichen (ohne Leerzeichen). 20.000 Wörter entsprechen somit rund 120.000 Zeichen ohne Leerzeichen oder etwa 140.000 Zeichen mit Leerzeichen.
Richtwerte je Fachbereich
Die Erwartungen an den Umfang unterscheiden sich je nach Fachkultur. Die folgenden Orientierungswerte basieren auf gängigen Vorgaben und geben dir eine erste Einschätzung.
Geisteswissenschaften: 80 bis 120 Seiten. Ausführliche Argumentationen, oft literaturbasiert. Der Theorieteil nimmt häufig mehr Raum ein.
Sozialwissenschaften: 70 bis 100 Seiten. Empirische Arbeiten mit qualitativem oder quantitativem Fokus. Der Methodenteil ist oft umfangreicher.
Wirtschaftswissenschaften: 60 bis 90 Seiten. Präzise Darstellungen, oft mit Fallstudien oder quantitativen Analysen.
Naturwissenschaften: 60 bis 80 Seiten. Kompakte Darstellung mit Fokus auf Methodik und Ergebnisse. Visualisierungen nehmen oft mehr Raum ein.
Ingenieurwissenschaften und Informatik: 50 bis 80 Seiten. Technische Dokumentation, Code-Anhänge zählen oft nicht zum Textteil.
Diese Werte sind Orientierungsgrößen, keine festen Regeln. Innerhalb eines Fachbereichs können die Erwartungen je nach Hochschule, Lehrstuhl oder Studiengang variieren. Bei interdisziplinären Arbeiten lohnt es sich, frühzeitig mit der Betreuung zu klären, welche Konventionen gelten.
Umfang auf die Kapitel verteilen
Die Verteilung des Umfangs auf die einzelnen Kapitel hilft bei der Planung und zeigt dir frühzeitig, wo du vertiefst oder kürzt. Eine gängige Faustregel für empirische Masterarbeiten lautet:
Einleitung: 5 bis 10 Prozent (bei 80 Seiten: 4 bis 8 Seiten)
Theorie und Forschungsstand: 20 bis 30 Prozent (16 bis 24 Seiten)
Methodik: 10 bis 15 Prozent (8 bis 12 Seiten)
Ergebnisse: 25 bis 35 Prozent (20 bis 28 Seiten)
Diskussion und Fazit: 15 bis 20 Prozent (12 bis 16 Seiten)
Bei literaturbasierten Arbeiten verschiebt sich die Gewichtung deutlich. Der klassische Ergebnisteil entfällt, stattdessen übernimmt ein Synthese- oder Analysekapitel diesen Platz.
Einleitung: 5 bis 10 Prozent (bei 80 Seiten: 4 bis 8 Seiten)
Theorie und Forschungsstand: 40 bis 50 Prozent (32 bis 40 Seiten)
Methodik (Literaturauswahl, Analyserahmen): 5 bis 10 Prozent (4 bis 8 Seiten)
Analyse und Synthese: 25 bis 35 Prozent (20 bis 28 Seiten)
Diskussion und Fazit: 10 bis 15 Prozent (8 bis 12 Seiten)
Die Prozentwerte sind keine starren Vorgaben. Wenn deine Methodik komplex ist, darf der Methodenteil länger sein. Wenn deine Analyse umfangreich ist, darf sie mehr Raum einnehmen. Entscheidend ist, dass jedes Kapitel seinen Zweck erfüllt und zur Beantwortung der Forschungsfrage beiträgt.
Schnellcheck: Umfang anpassen
- Komplexe Methodik? Plane 2 bis 4 Seiten mehr für den Methodenteil ein. Dafür können die Ergebnisse schlanker ausfallen, wenn die Darstellung klar und fokussiert ist.
- Viel Anhang (Code, Fragebögen, Rohdaten)? Der Textteil bleibt schlank, weil Details ausgelagert werden. Kläre mit der Betreuung, ob der Anhang separat begrenzt ist oder unbegrenzt sein darf.
- Hoher Abbildungsanteil? Bei Seitenvorgaben können viele Grafiken die Seitenzahl stark erhöhen, ohne dass mehr Fließtext entsteht. Kläre vorab, wie Abbildungen gewertet werden.
Erstelle zu Beginn eine grobe Gliederung mit Seitenzahlen für jedes Kapitel. So erkennst du frühzeitig, ob die Proportionen stimmen, und kannst gegensteuern, bevor du zu viel Zeit in einen Abschnitt investierst.
Typische Fehler beim Umfang
- Zu viel Theorie, zu wenig Eigenleistung: Bei empirischen Arbeiten ist ein ausufernder Theorieteil ein häufiges Problem. Die Betreuung erwartet einen substanziellen eigenen Beitrag. Prüfe bei jedem Theorieabschnitt: Trägt er direkt zur Beantwortung der Forschungsfrage bei? Wird er später in der Analyse aufgegriffen? Wenn nicht, kann er gekürzt oder gestrichen werden. Bei literaturbasierten Arbeiten darf der Theorieteil hingegen mehr Raum einnehmen, weil er dort die Grundlage der Analyse bildet.
- Künstlich aufblähen: Wenn die Arbeit zu kurz wird, ist die Versuchung groß, Wiederholungen einzubauen oder irrelevante Exkurse hinzuzufügen. Das fällt auf und wirkt unprofessionell. Besser: Prüfe, ob du alle Aspekte deiner Forschungsfrage ausreichend behandelt hast. Oft fehlt Tiefe in der Diskussion oder die Einordnung in den Forschungsstand ist zu knapp.
- Radikales Kürzen ohne Sinn: Wenn die Arbeit zu lang wird, schneiden manche Studierende wahllos Passagen heraus. Das führt zu Lücken in der Argumentation. Besser: Prüfe, welche Teile wirklich zur Beantwortung der Forschungsfrage beitragen. Lagere Details in den Anhang aus, wenn sie für das Verständnis nicht zwingend im Textteil stehen müssen.
Größere Schrift, breitere Ränder oder mehr Absätze verändern die Seitenzahl, aber nicht den Inhalt. Die Betreuung merkt das sofort. Halte dich an die Formatierungsvorgaben aus der Formatierungsanleitung deiner Hochschule und konzentriere dich auf den Inhalt.
Nächster Schritt: Struktur und Formatierung
Der Umfang ist ein Rahmen, kein Selbstzweck. Entscheidend ist, dass deine Arbeit die Forschungsfrage vollständig und nachvollziehbar beantwortet. Mit den Vorgaben aus deiner Prüfungsordnung und einer durchdachten Kapitelgewichtung hast du eine solide Grundlage.
Im nächsten Schritt geht es um die konkrete Gliederung und die Formatierung. Dort erfährst du, wie du Schriftart, Seitenränder und Zeilenabstand richtig einstellst.
Wenn alles geschrieben und korrigiert ist, exportiere dein Dokument als PDF und prüfe Formatierung und Seitenzahlen. Bei BachelorHero kannst du deine Masterarbeit drucken und binden lassen. Ein Hardcover mit Prägung ist die klassische Wahl für Masterarbeiten.
Häufig gestellte Fragen
Wie zähle ich den Textteil korrekt in Word, Google Docs oder LaTeX?
Markiere nur den Bereich von Einleitung bis Fazit (ohne Verzeichnisse, Anhang, Literatur). In Word: Markieren → Überprüfen → Wörter zählen (Fußnoten werden separat ausgewiesen, sodass du sie bei Bedarf abziehen kannst). In Google Docs: Markieren → Extras → Wörter zählen. In LaTeX: Nutze texcount -inc main.tex, damit alle per \input und \include eingebundenen Dateien mitgezählt werden. Wichtig: Kläre vorab, ob Fußnoten zum Textteil zählen, das variiert je nach Vorgabe.
Zählen Bildunterschriften und Tabellenüberschriften zur Wortzahl?
Technisch ja, sie werden von Textverarbeitungsprogrammen mitgezählt. Praktisch ist ihr Anteil meist gering (wenige hundert Wörter). Bei sehr bildlastigen Arbeiten ist eine Wortvorgabe oft fairer als eine Seitenvorgabe, weil Abbildungen dann nicht „gegen dich zählen". Im Zweifel: Prüfungsordnung lesen oder mit der Betreuung klären, welche Zählweise gilt.
Wie streng sind Seitenvorgaben und welche Toleranz gilt?
Das variiert stark. Manche Prüfungsordnungen nennen eine feste Obergrenze ohne Toleranz, andere erlauben 5 bis 10 Prozent Abweichung. Kläre das vor dem Schreiben: Frag deine Betreuung nach der konkreten Toleranz und ob Überschreitungen Punktabzug bedeuten oder nur beanstandet werden.
Wie wirkt sich ein hoher Abbildungsanteil auf Seitenvorgaben aus?
Bei Seitenvorgaben zählen Abbildungen mit, bei Wortvorgaben nicht. Faustregel: Wenn ein signifikanter Teil deiner Seiten durch ganz- oder halbseitige Abbildungen belegt ist, steigt die Seitenzahl deutlich, obwohl der Fließtext knapp bleibt. Vereinbare mit der Betreuung, wie Abbildungen gewertet werden, bevor du zu viel Zeit investierst.
Was tun, wenn meine Masterarbeit zu kurz wird?
Prüfe drei typische Schwachstellen: Erstens fehlt oft eine klare Positionierung im Forschungsstand (Wo ordnet sich deine Arbeit ein? Welche Lücke schließt sie?). Zweitens ist die Diskussion häufig zu dünn (Was bedeuten die Ergebnisse? Welche Implikationen ergeben sich?). Drittens werden Limitationen und Ausblick oft vergessen. Ergänze nur, was inhaltlich sinnvoll ist.
Wie unterscheide ich „Textteil", „Hauptteil" und „Gesamtumfang" in der Prüfungsordnung?
„Textteil" oder „Hauptteil" meint typischerweise Einleitung bis Fazit, ohne Verzeichnisse und Anhang. „Gesamtumfang" kann alles einschließen. Achte auf Formulierungen wie „exklusive Verzeichnisse" oder „inklusive Anhang". Bei Unklarheit: Konkret bei der Betreuung nachfragen, was gezählt wird.
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