Kalender 2026-01-17

Hausarbeit schreiben: Anleitung von Themenwahl bis Abgabe

Hausarbeit schreiben: Anleitung mit Aufbau und Gliederung | BachelorHero

Inhaltsverzeichnis

Eine Hausarbeit schreiben bedeutet, ein Thema wissenschaftlich zu bearbeiten und deine Erkenntnisse strukturiert darzustellen. Diese Anleitung führt dich von der Themenwahl bis zur Abgabe mit konkreten Gliederungen, Beispiel-Forschungsfragen und Zeitplänen zum Anpassen.

Kurzantwort: Eine Hausarbeit ist eine schriftliche Prüfungsleistung, bei der du eine wissenschaftliche Fragestellung eigenständig bearbeitest. Nach dieser Anleitung weißt du, wie du Gliederung, Forschungsfrage und Zeitplan konkret aufbaust. Die genauen Vorgaben zu Umfang, Zitierweise und Formalia variieren je nach Lehrstuhl, deshalb beginnt jede Hausarbeit mit dem Klären der Anforderungen.

Auf einen Blick

Hausarbeit schreiben in sechs Phasen: 1. Vorgaben klären, 2. Thema eingrenzen, 3. Recherchieren, 4. Gliedern, 5. Schreiben, 6. Überarbeiten und Abgeben. Die Reihenfolge ist nicht starr: Recherche und Gliederung laufen oft iterativ, und die Einleitung schreibst du am besten zum Schluss. Typischer Umfang je nach Modul: 10 bis 20 Seiten Fließtext. Unten findest du Zeitpläne für 2, 4 und 6 Wochen zum Anpassen.

Was ist eine Hausarbeit?

Eine Hausarbeit ist eine schriftliche Prüfungsleistung im Studium. Du bearbeitest eine wissenschaftliche Fragestellung eigenständig und dokumentierst deine Ergebnisse in einem strukturierten Text. Anders als bei einer Klausur hast du mehrere Wochen Zeit. Das ermöglicht tiefere Recherche und differenziertere Argumentation.

Der Umfang variiert je nach Studiengang, Modul und Lehrstuhl erheblich. Als grobe Orientierung: Viele Hausarbeiten umfassen 10 bis 20 Seiten reinen Fließtext, ohne Deckblatt und Verzeichnisse. In manchen Fächern oder bei fortgeschrittenen Modulen können auch 25 oder mehr Seiten verlangt werden. Die verbindliche Vorgabe findest du im Modulhandbuch, in der Prüfungsordnung oder direkt beim Lehrstuhl.

Hausarbeit, Seminararbeit, Bachelorarbeit: Die Unterschiede

Die Begriffe Hausarbeit und Seminararbeit werden an vielen Hochschulen synonym verwendet. Der Hauptunterschied: Eine Seminararbeit ist direkt an ein Seminar gebunden und wird häufig mit einer Präsentation kombiniert. Eine Hausarbeit kann auch unabhängig von einem Seminar als Modulprüfung geschrieben werden. Die formalen Anforderungen sind meist identisch.

Typischer Umfang

Hausarbeit: oft 10–20 Seiten Seminararbeit: oft 10–20 Seiten Bachelorarbeit: oft 30–60 Seiten

Bearbeitungszeit

Hausarbeit: oft 2–8 Wochen Seminararbeit: Semesterverlauf Bachelorarbeit: oft 2–4 Monate

Präsentation

Hausarbeit: Selten Seminararbeit: Oft verpflichtend Bachelorarbeit: Teils Kolloquium

Betreuung

Hausarbeit: Gering bis mittel Seminararbeit: Mittel Bachelorarbeit: Intensiv

Eigenleistung

Hausarbeit: Darstellung + Analyse Seminararbeit: Darstellung + Analyse Bachelorarbeit: Eigener Forschungsbeitrag

ECTS-Gewichtung

Hausarbeit: häufig 3–6 ECTS Seminararbeit: häufig 3–6 ECTS Bachelorarbeit: häufig 6–12 ECTS

Die Werte in der Tabelle sind grobe Richtwerte, die je nach Studiengang, Modul und Prüfungsordnung stark abweichen können. Verbindlich sind immer Modulhandbuch und Lehrstuhl-Vorgaben.

Die Bachelorarbeit unterscheidet sich vor allem durch Umfang, Betreuungsintensität und den Anspruch an einen eigenen Forschungsbeitrag. Inhaltlich gelten bei allen drei Formen dieselben wissenschaftlichen Standards: saubere Quellenarbeit, nachvollziehbare Argumentation und korrektes Zitieren.

Vorgaben klären: Der Schnellcheck vor dem Start

Bevor du mit der Themenfindung beginnst, kläre die formalen Vorgaben. Viele Punkte variieren je nach Lehrstuhl, Fachbereich und Modul. Wenn du das nicht prüfst, riskierst du Punktabzug für vermeidbare Formfehler.

Schnellcheck: Das musst du vor dem Start klären
  • Seitenumfang: Wie viele Seiten Fließtext? Zählen Verzeichnisse mit?
  • Zitierweise: Fußnoten oder Kurzbeleg? Welcher Stil?
  • Format: Schriftart, Schriftgröße, Zeilenabstand, Seitenränder?
  • Abgabe: Nur digital oder auch gedruckt? Wie viele Exemplare?
  • Anhang: Erwünscht oder vorgeschrieben? Was gehört hinein?
  • Ich-Form: Erlaubt oder alles passiv formulieren?
  • Deadline: Exaktes Datum und Uhrzeit? Verlängerung möglich?
  • Bewertung: Gibt es ein Bewertungsraster?

Die Antworten findest du im Modulhandbuch, im Lehrstuhl-Leitfaden zur Hausarbeit oder direkt bei deiner Betreuung. Wenn etwas unklar bleibt, frag lieber einmal zu viel als einmal zu wenig. Eine kurze E-Mail kann dir Stunden nachträglicher Korrektur ersparen.

Aufbau der Hausarbeit mit Beispiel-Gliederung

Aufbau einer Hausarbeit: Deckblatt, Inhaltsverzeichnis, Einleitung, Hauptteil, Fazit, Literaturverzeichnis | BachelorHero

Der Aufbau einer Hausarbeit folgt einem bewährten Schema: Deckblatt, Inhaltsverzeichnis, Einleitung, Hauptteil, Fazit und Literaturverzeichnis. Die Verteilung auf die einzelnen Teile variiert je nach Fach und Methodik. Als grobe Orientierung gilt: Die Einleitung macht typischerweise 5 bis 15 Prozent des Fließtextes aus, der Hauptteil 70 bis 85 Prozent, das Fazit 5 bis 15 Prozent. Diese Werte können je nach Lehrstuhl abweichen.

Beispiel-Gliederung für 15 Seiten Fließtext

Diese Gliederung ist ein Ausgangspunkt, den du an dein Thema und deine Methodik anpasst. Die Seitenangaben sind Richtwerte, keine festen Regeln.

  • 1. Einleitung (1–2 Seiten)

    Hinführung, Forschungsfrage, Zielsetzung, Methode, Aufbau

  • 2. Theoretischer Rahmen (3–4 Seiten)
    • 2.1 Zentrale Begriffe und Definitionen (1–1,5 S.)
    • 2.2 Forschungsstand und relevante Studien (2–2,5 S.)
  • 3. Methodik (1–2 Seiten)

    Vorgehen, Materialauswahl, Analysemethode

  • 4. Analyse und Ergebnisse (5–6 Seiten)
    • 4.1 Erster Analyseaspekt (2–3 S.)
    • 4.2 Zweiter Analyseaspekt (2–3 S.)
  • 5. Diskussion (2 Seiten)

    Einordnung der Ergebnisse, Grenzen der Arbeit

  • 6. Fazit (1 Seite)

    Beantwortung der Forschungsfrage, Ausblick

Je nach Vorgabe kommen weitere Elemente hinzu: ein Abbildungsverzeichnis, ein Abkürzungsverzeichnis, ein Anhang oder eine eidesstattliche Erklärung. Prüfe die Anforderungen deines Lehrstuhls, bevor du mit dem Schreiben beginnst.

Die Forschungsfrage richtig formulieren

Die Forschungsfrage ist das Herzstück deiner Hausarbeit. Sie gibt dir beim Schreiben Orientierung und zeigt deiner Betreuung, was du untersuchen willst. Eine gute Frage ist weder zu breit noch zu eng, sondern lässt sich im vorgegebenen Umfang fundiert beantworten.

Beispiel 1: Medienwissenschaft

Zu breit: „Wie beeinflusst Social Media die Gesellschaft?"

Zu eng: „Wie viele Instagram-Posts veröffentlichte Marke X im Januar 2024?"

Passend: „Welche visuellen Strategien nutzt Marke X auf Instagram, um Nachhaltigkeit zu kommunizieren?"

Operationalisierung: 50 Posts aus Q1 2024 analysieren. Mögliche Unterfragen: Welche Bildmotive dominieren? Wie werden Farben und Texte eingesetzt?

Beispiel 2: Pädagogik

Zu breit: „Wie funktioniert Inklusion in der Schule?"

Zu eng: „Gibt es an Schule X einen Inklusionsbeauftragten?"

Passend: „Welche Herausforderungen beschreiben Grundschullehrkräfte bei der Umsetzung von Inklusion im Mathematikunterricht?"

Operationalisierung: 5 Interviews oder Analyse von 10 Fachartikeln. Mögliche Unterfragen: Welche Ressourcen fehlen? Welche didaktischen Anpassungen werden genannt?

Beispiel 3: BWL

Zu breit: „Wie funktioniert Mitarbeitermotivation?"

Zu eng: „Bietet Unternehmen X einen Obstkorb an?"

Passend: „Inwiefern beeinflusst Remote Work die intrinsische Motivation von Wissensarbeitern? Eine Analyse anhand der Selbstbestimmungstheorie."

Operationalisierung: Literaturanalyse von 15 Studien aus 2020–2024. Mögliche Unterfragen: Wie wirkt Autonomie? Welche Rolle spielt soziale Eingebundenheit?

Der Schnelltest: Kannst du die Frage mit deinen verfügbaren Quellen oder Daten beantworten? Braucht die Antwort mehr als einen Satz? Lässt sie sich nicht mit Ja oder Nein beantworten? Wenn dreimal Ja, ist deine Frage wahrscheinlich gut. Formuliere die Frage früh und passe sie an, wenn sich beim Schreiben der Fokus verschiebt.

Quellenarbeit: Recherche, Exzerpte, Zitieren

Gute Quellenarbeit ist das Fundament jeder Hausarbeit. Entscheidend ist, dass du zwischen verschiedenen Quellentypen unterscheidest und sie richtig einsetzt.

Fachliteratur vs. Untersuchungsmaterial: Fachliteratur (Fachbücher, peer-reviewed Aufsätze, Sammelbände, Dissertationen) nutzt du, um den Forschungsstand darzustellen und Argumente zu belegen. Untersuchungsmaterial ist das, was du analysierst: je nach Fragestellung können das Zeitungsartikel, Social-Media-Posts, Gesetzestexte, Interviews oder historische Dokumente sein. Beide Quellentypen sind legitim, aber du musst sie klar unterscheiden. Ein Zeitungsartikel ist keine Fachliteratur, kann aber wertvolles Analysematerial sein.

Für den Forschungsstand meist nicht geeignet: Wikipedia, Hausarbeiten-Portale, populäre Blogs ohne wissenschaftlichen Anspruch und anonyme Internetquellen. Sie können als Einstieg dienen, um sich einen Überblick zu verschaffen, eignen sich aber nicht als Beleg für wissenschaftliche Aussagen. Ausnahme: Wenn du solche Quellen als Untersuchungsmaterial analysierst (z.B. Blogs in einer Diskursanalyse), führst du sie im Literatur- oder Materialverzeichnis nach Vorgabe auf. Die Hochschulbibliothek ist ein guter Startpunkt für die Recherche, aber Bibliothekszugang bedeutet nicht automatisch Qualität. Prüfe auch dort: Ist die Quelle peer-reviewed? Passt sie zu deiner Fragestellung?

Internetquellen: Do und Don't

In der Regel zitierfähig:

  • Amtliche Statistiken (Statistisches Bundesamt, Eurostat)
  • Publikationen von Ministerien und Behörden
  • Wissenschaftliche Working Papers mit Autor und Institution
  • Fachportale mit wissenschaftlichem Herausgeber (z.B. bpb, RKI, GESIS)

Mindestchecks für jede Internetquelle:

  • Autor oder Herausgeber erkennbar?
  • Datum der Veröffentlichung oder letzten Aktualisierung?
  • URL stabil oder Archivlink verfügbar?
  • Interessenkonflikte erkennbar (Werbung, Lobbyismus)?

Exzerpte anlegen: Lies nicht einfach drauflos, sondern halte beim Lesen fest: Kernaussage der Quelle, relevante Zitate mit Seitenzahl, eigene Gedanken dazu. So sparst du dir später das erneute Suchen. Ein Literaturverwaltungsprogramm wie Zotero oder Citavi hilft, Exzerpte und bibliografische Daten zusammenzuhalten.

Konsistent zitieren: Wähle eine Zitierweise (oder folge der Vorgabe deines Lehrstuhls) und wende sie durchgängig an. Die wichtigste Regel: Jede Quelle, die du im Text nennst, muss im Literaturverzeichnis stehen, und umgekehrt darf nichts im Literaturverzeichnis stehen, das du nicht zitiert hast.

Typische Zitierfehler: Fehlende Seitenzahlen bei direkten Zitaten, wechselnde Zitierstile innerhalb der Arbeit, uneinheitliche Formatierung im Literaturverzeichnis (mal mit, mal ohne Verlagsort). Diese Fehler kosten oft Punkte, obwohl sie leicht vermeidbar sind. Nutze am besten ein Literaturverwaltungsprogramm, das die Formatierung automatisch konsistent hält.

Der Hauptteil: Bausteine und Leitfragen

Der Hauptteil macht den größten Teil deiner Hausarbeit aus. Er folgt einer typischen Baustein-Reihenfolge, die du je nach Fach und Methode anpasst: Forschungsstand, theoretischer Rahmen, Methodik, Analyse, Diskussion. Bei empirischen Arbeiten steht die Methodik oft früher, bei reinen Literaturarbeiten kann der Theorieteil größer ausfallen und die Methodik kürzer.

Baustein 1: Forschungsstand

Du zeigst, was andere zu deinem Thema bereits geschrieben haben und wo Forschungslücken bestehen.

Leitfragen:

  • Welche zentralen Positionen gibt es in der Literatur?
  • Wo widersprechen sich Studien oder bleiben Fragen offen?
  • Warum ist deine Fragestellung vor diesem Hintergrund relevant?
Baustein 2: Theoretischer Rahmen

Du erklärst die Begriffe und Modelle, mit denen du arbeitest.

Leitfragen:

  • Welche Definitionen nutze ich und warum diese?
  • Welches theoretische Modell liegt meiner Analyse zugrunde?
  • Wie hängen die Begriffe mit meiner Forschungsfrage zusammen?
Baustein 3: Methodik

Du beschreibst transparent, wie du vorgehst.

Leitfragen:

  • Welches Material analysiere ich und warum dieses?
  • Welche Methode wende ich an (Textanalyse, Vergleich, Inhaltsanalyse)?
  • Welche Einschränkungen hat mein Vorgehen?
Baustein 4: Analyse und Ergebnisse

Hier wendest du die Methode an und präsentierst deine Befunde.

Leitfragen:

  • Was zeigt meine Analyse konkret?
  • Wie belege ich meine Aussagen (Zitate, Daten, Beispiele)?
  • Welche Muster oder Auffälligkeiten erkenne ich?
Baustein 5: Diskussion

Du ordnest die Ergebnisse ein und reflektierst Grenzen deiner Arbeit.

Leitfragen:

  • Wie passen meine Ergebnisse zum Forschungsstand?
  • Wo bestätigen oder widersprechen sie anderen Studien?
  • Was kann meine Arbeit nicht beantworten und warum?

Achte auf einen roten Faden. Jedes Kapitel sollte auf das vorherige aufbauen und zur Beantwortung der Forschungsfrage beitragen. Nutze Überleitungen zwischen den Kapiteln, um den Zusammenhang deutlich zu machen. Ein einfacher Test: Lies nur die ersten und letzten Sätze jedes Absatzes. Ergibt sich ein logischer Zusammenhang?

Einleitung, Fazit und Überarbeitung: Die Checklisten

Mit diesen Checklisten prüfst du, ob Einleitung, Fazit und die finale Überarbeitung vollständig sind.

Einleitung: 5 Pflicht-Elemente
  • Hinführung zum Thema (Relevanz, Kontext, Problemstellung)
  • Forschungsfrage klar formuliert
  • Ziel der Arbeit benannt
  • Vorgehen und Material skizziert
  • Aufbau der Arbeit kurz dargestellt
Fazit: 4 Pflicht-Schritte
  • Forschungsfrage direkt beantworten
  • Wichtigste Befunde in 2–3 Sätzen zusammenfassen
  • Grenzen der Arbeit benennen
  • Kurzer Ausblick (offene Fragen, weiterführende Forschung)
Überarbeitung: 8-Punkte-Check vor der Abgabe
  • Jeder Abschnitt hat eine erkennbare These oder Funktion
  • Jede Kernbehauptung ist mit Quelle oder Daten belegt
  • Zentrale Begriffe werden konsistent verwendet
  • Zitate und Paraphrasen sind sauber gekennzeichnet
  • Literaturverzeichnis ist vollständig, alphabetisch und einheitlich
  • Abbildungen und Tabellen sind beschriftet und im Text referenziert
  • Layout entspricht den Vorgaben (Schrift, Ränder, Zeilenabstand)
  • Finale PDF-Kontrolle: Seitenzahlen, Inhaltsverzeichnis, Umbrüche

Zeitplan: Drei Varianten für unterschiedliche Fristen

Zeitplan für die Hausarbeit: Phasen von Themenwahl bis Abgabe | BachelorHero

Ein realistischer Zeitplan ist entscheidend für eine stressfreie Hausarbeit. Die Verteilung hängt von deiner verfügbaren Zeit ab. Plane immer mindestens 20 Prozent Puffer ein, denn Unvorhergesehenes passiert.

Thema und Recherche

2 Wochen: Tag 1–3 4 Wochen: Woche 1 6 Wochen: Woche 1–2

Gliederung erstellen

2 Wochen: Tag 4 4 Wochen: Ende Woche 1 6 Wochen: Woche 2

Schreiben

2 Wochen: Tag 5–10 4 Wochen: Woche 2–3 6 Wochen: Woche 3–4

Überarbeitung

2 Wochen: Tag 11–12 4 Wochen: Woche 4 6 Wochen: Woche 5

Puffer und Abgabe

2 Wochen: Tag 13–14 4 Wochen: Ende Woche 4 6 Wochen: Woche 6

Hinweis zum 2-Wochen-Plan: Zwei Wochen sind nur realistisch, wenn du einen kleinen Umfang hast (8–12 Seiten), das Thema bereits eingegrenzt ist und du jeden Tag mehrere Stunden investieren kannst. Für die meisten Hausarbeiten sind 4 bis 6 Wochen eine bessere Grundlage.

Realistische Schreibziele: Wie viele Seiten du pro Tag schaffst, hängt von deiner Schreiberfahrung und dem Thema ab. Manche schaffen zwei bis drei Seiten am Tag, andere eine Seite oder weniger. Probiere aus, was für dich funktioniert und passe den Plan an. Wichtiger als das Tagesziel ist, dass du regelmäßig dranbleibst.

Wichtig

Der größte Zeitfresser ist oft nicht das Schreiben, sondern das Warten auf Literatur (Fernleihe), das Klären von Fragen mit der Betreuung oder technische Probleme kurz vor Abgabe. Beginne deshalb früh mit der Recherche und teste den PDF-Export nicht erst am letzten Tag.

Typische Fehler und wie du sie vermeidest

Fehler 1: Zu spät anfangen. Du merkst es daran, dass du in der letzten Woche noch recherchierst statt zu überarbeiten. Die Ursache ist oft Unterschätzung des Zeitbedarfs oder Aufschieben des Starts. Der Fix: Trag dir am Tag nach der Themenvergabe einen festen Termin für die erste Recherche-Session ein. Auch 30 Minuten reichen, um ins Thema zu kommen.

Fehler 2: Thema nicht eingrenzen. Du merkst es daran, dass du nach der Hälfte der Seitenzahl noch nicht bei der Analyse angekommen bist. Die Ursache ist eine zu breite Forschungsfrage, die zu viel Hintergrund erfordert. Der Fix: Prüfe deine Frage mit dem Schnelltest aus dem Abschnitt zur Forschungsfrage. Grenze ein, bis du eine Frage hast, die du in deinem Seitenumfang fundiert beantworten kannst.

Fehler 3: Quellen nicht prüfen. Du merkst es daran, dass deine Betreuung Wikipedia-Links oder fragwürdige Blogs im Literaturverzeichnis anstreicht. Die Ursache ist fehlende Quellenprüfung während der Recherche. Der Fix: Nutze vorrangig Literatur aus der Hochschulbibliothek. Bei Internetquellen prüfe Autorenschaft, Aktualität und ob die Seite wissenschaftlich zitiert werden kann.

Fehler 4: Formalia erst am Ende anpassen. Du merkst es daran, dass du am letzten Tag noch Seitenränder, Schriftgröße und Zeilenabstand änderst und plötzlich fünf Seiten zu wenig hast. Die Ursache ist, dass du die Formatvorgaben nicht von Anfang an eingestellt hast. Der Fix: Richte das Dokument vor dem ersten Satz nach den Lehrstuhl-Vorgaben ein.

Fehler 5: Keine echte Korrektur. Du merkst es daran, dass deine Betreuung viele sprachliche Fehler oder unklare Stellen anstreicht. Die Ursache ist, dass du die Arbeit nie mit frischem Blick gelesen hast. Der Fix: Lass die Arbeit mindestens einen Tag liegen, bevor du sie korrigierst. Lies einmal auf Inhalt, einmal auf Sprache, einmal auf Formalia. Lass zusätzlich jemand anderen lesen.

Nächster Schritt: Drucken und Binden

Deine Hausarbeit ist fertig geschrieben und korrigiert. Jetzt geht es an die Abgabe. Prüfe noch einmal die Vorgaben deines Lehrstuhls: Wird nur eine digitale Version verlangt oder auch ein gedrucktes Exemplar?

Exportiere die finale Version als PDF und prüfe sie gründlich. Stimmen die Seitenzahlen? Sind alle Bilder an der richtigen Stelle? Läuft das Inhaltsverzeichnis korrekt? Ist das Literaturverzeichnis vollständig, einheitlich formatiert und alphabetisch sortiert? Ein letzter Blick lohnt sich, denn nach dem Drucken lässt sich nichts mehr ändern.

Wenn du ein gedrucktes Exemplar brauchst, kannst du deine Hausarbeit bei BachelorHero online konfigurieren. Das Softcover und die Spiralbindung eignen sich besonders für Hausarbeiten. Bei druckfertigen Daten ist der Versand oft schon am nächsten Tag möglich.

Häufig gestellte Fragen

Wie formuliere ich eine Forschungsfrage in 10 Minuten?

Starte mit dem W-Fragen-Test: Welche Aspekte deines Themas lassen sich mit „Wie", „Warum" oder „Inwiefern" eingrenzen? Prüfe dann: Ist die Frage in deinem Seitenumfang beantwortbar? Braucht sie mehr als einen Satz? Wenn beides zutrifft, hast du einen guten Kandidaten.

Wie sieht eine Gliederung für 15 Seiten konkret aus?

Eine typische Gliederung: Einleitung (1–2 S.), Theorieteil/Forschungsstand (3–4 S.), Methode (1–2 S.), Analyse/Ergebnisse (5–6 S.), Diskussion (2 S.), Fazit (1 S.). Das ist ein Richtwert. Je nach Fach kann der Theorieteil größer oder die Methode kürzer ausfallen.

Wie prüfe ich, ob mein roter Faden stimmt?

Lies nur die erste und letzte Zeile jedes Absatzes. Ergibt sich daraus ein logischer Zusammenhang zur Forschungsfrage? Wenn nicht, fehlt vermutlich eine Überleitung oder der Absatz gehört nicht in die Arbeit.

Was gehört in den Anhang und was nicht?

In den Anhang gehören ergänzende Materialien, die den Fließtext sprengen würden: Interviewleitfäden, ausführliche Tabellen, Fragebögen, Transkripte. Nicht in den Anhang gehören zentrale Ergebnisse. Alles Wichtige muss im Haupttext stehen.

Darf ich in der Hausarbeit „ich" schreiben?

Das variiert je nach Fach und Lehrstuhl stark. In sozialwissenschaftlichen Fächern ist die Ich-Form bei methodischen Entscheidungen oft akzeptiert. In naturwissenschaftlichen oder juristischen Arbeiten eher nicht. Prüfe die Vorgaben oder frag deine Betreuung.

Wie viele Quellen brauche ich für eine Hausarbeit?

Als grobe Faustregel: etwa 8 bis 15 Quellen bei 15 Seiten. In Geistes- und Sozialwissenschaften ist der Literaturanteil oft höher, in MINT-Fächern oder bei empirischen Arbeiten geringer, dafür mit stärkerem Methodik- und Datenteil. Qualität zählt mehr als Quantität: Lieber zehn gute Fachquellen als zwanzig beliebige Internetseiten.

Icon confetti Weitere interessante Artikel