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Wissenschaftliche Kommunikation in der Masterarbeit bezeichnet die professionelle Interaktion im Forschungs- und Prüfungsprozess. Sie umfasst fünf Bereiche: E-Mails an die Betreuung, Betreuungsgespräche, akademisches Schreiben in der Arbeit, Präsentationen und die Dokumentation von Absprachen. Wer diese Bereiche beherrscht, reduziert Missverständnisse, verkürzt Wartezeiten und vermeidet unnötige Überarbeitungsschleifen.
Betreff-Formel: „MA [Nachname]: [Anliegen] [Kapitel/Thema]"
1-Satz-Kontext: Wo stehst du gerade? Was hast du zuletzt gemacht?
1 konkrete Frage: Nicht „Was denken Sie?", sondern „Soll ich A oder B?"
Deadline nennen: „Bis [Datum] würde ich entsprechend weiterarbeiten."
Anhang mit Version: „Kapitel_3_v2.1_2026-01-10.pdf"
Nächster Schritt: Was machst du als Nächstes? Wann meldest du dich wieder?
Dank und Abschluss: Kurzer Dank, formelle Grußformel, vollständige Signatur
Warum Kommunikation in der Masterarbeit so wichtig ist
Die Qualität deiner Kommunikation beeinflusst, wie deine Betreuung dich wahrnimmt und wie reibungslos der gesamte Prozess verläuft. Wer klar formuliert, wird als kompetent und organisiert wahrgenommen. Das kann indirekt helfen, weil Rückfragen schneller geklärt werden und deine Arbeit dadurch konsistenter wird. Die Bewertung hängt natürlich primär vom Inhalt und den Anforderungen deines Fachs ab.
In diesem Artikel geht es um wissenschaftliche Kommunikation im Studienkontext, also die Kommunikation im Forschungs- und Prüfungsprozess deiner Masterarbeit. Das umfasst:
Prozesskommunikation: E-Mails, Gespräche, Feedback-Schleifen mit Betreuung
Wissenschaftliches Schreiben: Der akademische Stil in deiner Arbeit (ein Teilbereich)
Mündliche Präsentation: Kolloquium, Verteidigung, Betreuungsgespräche
Nicht gemeint ist „Wissenschaftskommunikation" im Sinne von Public Science oder Wissenschaftsjournalismus, also die Vermittlung von Forschung an die Öffentlichkeit.
Viele Studierende unterschätzen, wie viel Zeit durch unklare Kommunikation verloren geht. Eine vage Anfrage führt zu einer Rückfrage, die zu einer weiteren Klärung führt. Das dauert Tage oder Wochen. Wer von Anfang an präzise formuliert, bekommt schneller Antworten und kann zügiger weiterarbeiten. Auch die Beziehung zur Betreuung profitiert: Wer respektvoll, vorbereitet und verbindlich auftritt, wird als verlässlich wahrgenommen.
E-Mails an die Betreuung professionell formulieren
E-Mails an die Betreuung sind oft der erste und häufigste Kontaktpunkt. Eine gut strukturierte E-Mail zeigt Respekt vor der Zeit deiner Betreuung und erhöht die Wahrscheinlichkeit einer schnellen, hilfreichen Antwort.
Betreffzeile
Präzise und informativ: „MA [Nachname]: Frage zur Methodik Kapitel 3" statt „Kurze Frage"
Anrede
Formell bleiben: „Sehr geehrte Frau Prof. [Nachname]" oder „Sehr geehrter Herr Dr. [Nachname]"
Kontext (1 Satz)
„Ich arbeite aktuell an der Auswertung meiner Interviews und bin auf eine Frage gestoßen."
Kernfrage
„Meine Frage: Sollte ich bei der qualitativen Inhaltsanalyse auch latente Sinnstrukturen codieren oder reicht die manifeste Ebene?"
Konkrete Bitte
„Wäre es möglich, dass Sie mir kurz Ihre Einschätzung geben? Ich würde dann bis Freitag entsprechend weiterarbeiten."
4 E-Mail-Vorlagen zum Anpassen
Betreff
Masterarbeit [Nachname]: Themenvorschlag [Kurzform des Themas]
Text
Sehr geehrte/r [Anrede],
ich studiere [Studiengang] im [Semester] und möchte meine Masterarbeit bei Ihnen schreiben. Mein Themenvorschlag:
[Arbeitstitel in einem Satz].
Meine zentrale Frage wäre: [Forschungsfrage]. Methodisch stelle ich mir [Ansatz] vor.
Wäre dieses Thema aus Ihrer Sicht tragfähig? Ich würde mich über ein kurzes Gespräch freuen und könnte [2 Terminvorschläge].
[Falls vorhanden: Anhang: Exposé-Entwurf / erste Gliederung (Dateiname_v1.0_JJJJ-MM-TT.pdf)]
Mit freundlichen Grüßen
[Name]
Betreff
MA [Nachname]: Kapitel [X] zur Durchsicht (Version [X.X])
Text
Sehr geehrte/r [Anrede],
anbei sende ich Ihnen Kapitel [X] meiner Masterarbeit (Version [X.X], Stand [Datum], [X] Seiten).
Ich bitte um Feedback zu folgenden Punkten:
1. [Konkrete Frage, z. B. „Ist die Argumentation in Abschnitt X.X schlüssig?"]
2. [Konkrete Frage, z. B. „Passt der Umfang zum Gesamtkonzept?"]
Bis [Datum] würde ich auf Basis Ihres Feedbacks weiterarbeiten. Falls Sie mehr Zeit benötigen, geben Sie mir
gern Bescheid.
Anhang: Kapitel_[X]_v[X.X]_[JJJJ-MM-TT].pdf
Vielen Dank und beste Grüße
[Name]
Betreff
MA [Nachname]: Kurze Erinnerung zu Kapitel [X]
Text
Sehr geehrte/r [Anrede],
ich möchte kurz an meine E-Mail vom [Datum] erinnern, in der ich Kapitel [X] zur Durchsicht geschickt habe.
Da meine Abgabe am [Datum] ansteht, wäre eine Rückmeldung bis [Datum] sehr hilfreich. Falls das zeitlich nicht
passt, würde ich ohne Feedback weiterarbeiten und offene Fragen im nächsten Gespräch klären.
Vielen Dank für Ihre Unterstützung.
Beste Grüße
[Name]
Betreff
MA [Nachname]: Rückfrage zu Feedback Kapitel [X]
Text
Sehr geehrte/r [Anrede],
vielen Dank für Ihr Feedback zu Kapitel [X]. Zu einem Punkt habe ich eine Rückfrage:
[Beschreibung des widersprüchlichen Feedbacks oder der Unklarheit]
Ich sehe zwei Optionen:
A) [Option A mit kurzer Begründung]
B) [Option B mit kurzer Begründung]
Welche Richtung würden Sie empfehlen? Ich tendiere zu [A/B], weil [Begründung].
Beste Grüße
[Name]
Timing und Frequenz: Die Antwortzeit variiert je nach Institut und Phase des Semesters. Rechne mit mehreren Tagen bis zu einer Woche. Wenn etwas dringend ist, schreibe das in Betreff und erster Zeile und biete zwei konkrete Terminvorschläge an. Schicke nicht mehrere E-Mails am selben Tag und fasse mehrere Fragen lieber in einer gut strukturierten E-Mail zusammen.
Was nicht in eine E-Mail gehört: Keine ausführlichen Beschwerden über Zeitdruck. Wenn Zeitdruck relevant ist, dann als Fakt mit Lösungsvorschlag: „Abgabe am [Datum], ich schlage vor, dass ich bis [Datum] ohne Feedback weiterarbeite und offene Punkte danach kläre." Keine Entschuldigungen für Verzögerungen (es sei denn, sie sind relevant für die Planung). Keine Romane. Halte E-Mails so kurz wie möglich und so lang wie nötig.
Betreuungsgespräche effektiv nutzen
Betreuungsgespräche sind wertvolle Zeit, die du optimal nutzen solltest. Die meisten Betreuungen haben begrenzte Kapazitäten, und ein gut vorbereitetes Gespräch bringt mehr als drei unvorbereitete.
Gespräch sinnvoll bei:
Komplexen Entscheidungen, Richtungswechseln, Konflikten, Scope-Änderungen, mehreren zusammenhängenden Fragen, sensiblen Themen
E-Mail reicht bei:
Einzelnen Ja/Nein-Fragen, Statusupdates, Terminvereinbarungen, Versand von Kapiteln, kurzen Rückfragen zu konkreten Stellen
Vor dem Gespräch: Schicke ein bis zwei Tage vorher eine kurze Agenda per E-Mail. Nenne 2 bis 3 konkrete Punkte, die du besprechen möchtest, und formuliere zu jedem Punkt eine klare Frage. So kann sich auch deine Betreuung vorbereiten.
Vor dem Gespräch (Agenda)
Datum: [Datum] | Themen:
1. [Thema + konkrete Frage]
2. [Thema + konkrete Frage]
3. [Thema + konkrete Frage]
Entscheidungen, die ich brauche: [Liste]
Nach dem Gespräch (Protokoll)
Datum: [Datum] | Anwesend: [Namen]
Entscheidungen: [Was wurde entschieden?]
To-dos: [Wer macht was bis wann?]
Offene Fragen: [Was ist noch zu klären?]
Nächstes Update: [Datum/Anlass]
Während des Gesprächs: Beginne mit einer kurzen Zusammenfassung deines aktuellen Stands (Daumenregel: ca. 1 bis 2 Minuten). Dann geh die Punkte deiner Agenda durch. Mach dir Notizen, vor allem bei konkreten Empfehlungen oder Entscheidungen. Frag nach, wenn etwas unklar bleibt.
Nach dem Gespräch: Halte die wichtigsten Ergebnisse schriftlich fest. Schicke eine kurze Zusammenfassung per E-Mail. Das schafft Verbindlichkeit, vermeidet Missverständnisse und gibt deiner Betreuung die Möglichkeit, Fehlinterpretationen zu korrigieren.
Betreff: MA [Nachname]: Dokumentation Gespräch [Datum]
Sehr geehrte/r [Anrede], zur Dokumentation unseres Gesprächs: Wir haben vereinbart, dass [Entscheidung 1] und
[Entscheidung 2]. Meine nächsten Schritte: [To-do bis Datum]. Falls ich etwas falsch verstanden habe, geben Sie
mir gern Bescheid. Beste Grüße, [Name]
Bring zu jedem Gespräch einen konkreten Vorschlag mit, nicht nur Probleme. Statt „Ich weiß nicht, wie ich die Methodik strukturieren soll" besser: „Ich habe zwei Optionen für die Methodik-Struktur überlegt. Option A wäre... Option B wäre... Welche halten Sie für geeigneter?"
Akademischer Schreibstil: Klar, präzise und überprüfbar
Der akademische Schreibstil unterscheidet sich von anderen Textformen. Er ist sachlich, präzise und nachvollziehbar. Das Ziel ist nicht, zu beeindrucken, sondern zu überzeugen durch klare Argumentation und überprüfbare Belege.
Sachlichkeit
Vermeide emotionale Wertungen wie „erstaunlicherweise" oder „leider". Beschreibe Sachverhalte neutral. Statt „Erstaunlicherweise zeigen die Ergebnisse..." besser „Die Ergebnisse zeigen entgegen der Annahme..."
Präzision
Nutze Fachbegriffe korrekt und definiere sie, wenn nötig. Vermeide vage Formulierungen wie „viele" oder „oft". Statt „Viele Studien zeigen..." besser „Mehrere Studien (vgl. [Autor Jahr]; [Autor Jahr]) zeigen..."
Nachvollziehbarkeit
Jede Behauptung muss belegbar sein. Entweder durch Quellen oder durch deine eigene Empirie. Meinungen kennzeichnest du als solche: „Aus Sicht der Verfasserin lässt sich argumentieren, dass..."
Struktur
Jeder Absatz hat ein Thema. Jeder Satz trägt zur Argumentation bei. Nutze Überleitungen, um den roten Faden sichtbar zu machen.
Ich-Form oder nicht? Die Frage, ob du in der Masterarbeit „ich" schreiben darfst, hängt von deinem Fach und deiner Betreuung ab. In vielen sozialwissenschaftlichen Fächern ist die Ich-Form heute akzeptiert, besonders bei methodischen Entscheidungen („Ich habe mich für qualitative Interviews entschieden, weil..."). In anderen Fächern wird das unpersönliche Passiv bevorzugt. Kläre das frühzeitig mit deiner Betreuung.
✗ Vage Behauptung
„Viele Experten sind der Meinung, dass..."
✓ Mit Beleg
„Mehrere Studien (vgl. [Autor Jahr]; [Autor Jahr]) zeigen, dass..."
✗ Umgangssprache
„Das Ergebnis ist halt nicht so toll ausgefallen."
✓ Sachlich
„Das Ergebnis blieb hinter den Erwartungen zurück."
✗ Übertriebene Absicherung
„Es könnte eventuell möglicherweise der Fall sein, dass..."
✓ Angemessen vorsichtig
„Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass..."
Häufige Stilfehler: Schachtelsätze mit mehr als 3 Nebensätzen, Füllwörter ohne Funktion („also", „eigentlich", „irgendwie"), umgangssprachliche Wendungen, übertriebene Absicherungen. Lies deine Texte laut vor. Wenn du stolperst, ist der Satz zu lang oder zu verschachtelt.
Feedback strukturiert einarbeiten
Feedback von der Betreuung ist wertvoll, kann aber auch überwältigend sein. Ein strukturierter Umgang hilft dir, die Rückmeldungen effizient einzuarbeiten, ohne den Überblick zu verlieren.
Sammeln und sichten
Lies das gesamte Feedback einmal durch, ohne sofort zu reagieren. Verschaffe dir einen Überblick.
Kategorisieren
Sortiere in drei Kategorien: Muss (kritisch), Kann (Verbesserung), Unklar (nachfragen). Nutze Farben oder eine einfache Liste.
Priorisieren und umsetzen
Beginne mit den kritischen Punkten. Arbeite systematisch durch die Liste und markiere erledigte Punkte.
Rückmeldung geben
Informiere deine Betreuung, wie du das Feedback umgesetzt hast. Bei Unklarheiten: konkret nachfragen.
Führe ein einfaches Feedback-Log mit diesen Spalten:
Typ-Kategorien: Logik/Methodik, Struktur, Inhalt, Stil, Formalia
Priorisieren bei wenig Zeit: Wenn die Deadline drückt, arbeite Feedback in dieser Reihenfolge ab: Erst Logik und Methodik (betrifft die Substanz der Arbeit), dann Struktur und Argumentation (betrifft die Nachvollziehbarkeit), zuletzt Stil und Formalia (betrifft den Feinschliff). Was die Betreuung mehrfach anspricht, hat Priorität.
Mit kritischem Feedback umgehen: Nicht jedes Feedback fühlt sich gut an. Nimm dir Zeit, bevor du reagierst. Unterscheide zwischen dem Inhalt der Kritik und deinen Gefühlen dazu. Frag dich: Hat die Betreuung einen Punkt? Wie kann ich die Arbeit verbessern? Wenn du einen Aspekt anders siehst, formuliere sachlich, warum.
Wenn Feedback unklar oder zu knapp ist: Manchmal bekommst du Rückmeldungen wie „Das ist noch nicht überzeugend" oder „Hier fehlt etwas". Statt zu raten, was gemeint ist, frag konkret nach: „Vielen Dank für das Feedback zu Kapitel 3. Ich möchte sichergehen, dass ich es richtig verstehe: Bezieht sich ‚noch nicht überzeugend' auf die Argumentation, die Struktur oder die Belege? Ich sehe zwei Optionen: A) [Option A]. B) [Option B]. Welche Richtung würden Sie empfehlen?" So zeigst du, dass du das Feedback ernst nimmst und aktiv an einer Lösung arbeitest.
Ergebnisse präsentieren: Kolloquium und Verteidigung
Die Präsentation deiner Ergebnisse ist oft der Abschluss deiner Masterarbeit. In vielen Studiengängen gibt es ein Kolloquium oder eine Verteidigung, in der du deine Arbeit vorstellst und Fragen beantwortest. Mehr Details dazu findest du im Artikel zur Verteidigung der Masterarbeit.
Diese Gliederung funktioniert für 15–20 Minuten Redezeit. Passe die Folienzahl je nach Komplexität an.
Titel: Thema, Name, Datum
Problemstellung: Warum ist das Thema relevant?
Forschungsfrage: Was genau wurde untersucht?
Methodik: Wie wurde vorgegangen?
Ergebnisse: Was kam heraus? (Kernbefunde)
Diskussion: Was bedeuten die Ergebnisse?
Limitationen: Wo sind die Grenzen der Arbeit?
Fazit: Kernaussage und Implikationen
Sprache in der Präsentation: Sprich frei und verständlich. Lies nicht ab. Erkläre Fachbegriffe, die das Publikum möglicherweise nicht kennt. Nutze Visualisierungen sparsam und gezielt. Jede Folie sollte einen klaren Zweck haben.
Wenn du etwas nicht weißt
„Das ist ein guter Punkt, den ich in dieser Tiefe nicht untersucht habe. Um das zu beantworten, müsste man [Ansatz]. Das wäre ein interessanter Anknüpfungspunkt für weitere Forschung."
Wenn Kritik an der Methodik kommt
„Ich verstehe den Einwand. Die Entscheidung für [Methode] habe ich getroffen, weil [Begründung]. Eine Alternative wäre [X] gewesen, die hätte aber [Nachteil]. Ich habe mich bewusst für den pragmatischeren Weg entschieden."
Typische Fangfragen vorbereiten
„Warum haben Sie nicht [alternative Methode] gewählt?" / „Wie generalisierbar sind Ihre Ergebnisse?" / „Was würden Sie bei einer Wiederholung anders machen?"
Typische Kommunikationsfehler vermeiden
Zu vage formulieren: „Ich habe da mal eine Frage" ist keine gute E-Mail-Betreffzeile. → Besser: „MA [Nachname]: Rückfrage zur Stichprobenauswahl Kapitel 4". Konkretheit spart Zeit auf beiden Seiten.
Zu oft nachfragen: Bevor du fragst, prüfe, ob du die Antwort selbst finden kannst. Wurde das Thema bereits besprochen? Steht es in den Unterlagen? → Besser: Sammle mehrere Fragen und stelle sie gebündelt in einer E-Mail mit nummerierten Punkten. (Ausnahme: Bei Deadlines oder in der Prüfungsphase ist früheres Nachfassen okay – dann aber sachlich begründen.)
Vereinbarungen nicht einhalten: Wenn du einen Termin für eine Abgabe nennst, halte ihn ein. → Besser: Wenn du merkst, dass du ihn nicht einhalten kannst, informiere frühzeitig: „Ich werde den Termin am [Datum] nicht schaffen. Neuer Vorschlag: [Datum]. Bis dahin werde ich [Stand] erreicht haben."
Feedback ignorieren: Wenn deine Betreuung einen Punkt mehrfach anspricht und du nichts änderst, wird das registriert. → Besser: Wenn du bewusst anders entscheidest, begründe das sachlich: „Ich habe mich entschieden, bei [X] zu bleiben, weil [Begründung]. Wäre das aus Ihrer Sicht vertretbar?"
Nächste Schritte
Gute wissenschaftliche Kommunikation ist eine Fähigkeit, die du während der Masterarbeit trainierst und darüber hinaus nutzen wirst. Die Prinzipien gelten in jeder beruflichen Umgebung.
Kommunikationsrhythmus mit Betreuung klären (Frequenz, Kanal, Erwartungen)
E-Mail-Vorlagen anlegen (Erstkontakt, Kapitelversand, Erinnerung, Klärung)
Feedback-Log einrichten (Tabelle mit 6 Spalten: Quelle, Stelle, Typ, Entscheidung, Status, Rückfrage)
Gesprächsprotokoll-Vorlage erstellen und beim nächsten Termin nutzen
Dateinamen-Konvention festlegen (z. B. Kapitel_X_vY.Z_JJJJ-MM-TT.pdf)
Einen Absatz aus deiner Arbeit auf akademischen Stil prüfen und überarbeiten
Erste E-Mail nach neuem System schreiben und Feedback einholen
Weiterführende Artikel: Wenn du an der Einleitung arbeitest, deine Forschungsfrage formulierst oder den Hauptteil schreibst, helfen dir die verlinkten Artikel weiter.
Wenn deine Masterarbeit fertig ist und du sie drucken und binden lassen möchtest, kannst du das bei BachelorHero online konfigurieren. Das Hardcover und das Softcover eignen sich besonders für Masterarbeiten.
Häufig gestellte Fragen
Wie formuliere ich die erste E-Mail nach der Themenfindung?
Nenne im Betreff „Masterarbeit [Nachname]: Themenvorschlag [Kurzform]". Im Text: 1 Satz zu deinem Hintergrund, 2 bis 3 Sätze zum Thema, 1 konkrete Frage (z. B. „Wäre dieses Thema aus Ihrer Sicht tragfähig?") und ein Terminvorschlag für ein Gespräch. Als Richtwert: meist 120 bis 180 Wörter, je nach Komplexität des Anliegens.
Wie schicke ich ein Kapitel zur Korrektur, ohne „Bitte einmal drüberschauen"?
Formuliere präzise: „Anbei Kapitel 3 (Version 2.1, Stand 15.01.). Ich bitte um Feedback zu: (1) Ist die Argumentation in Abschnitt 3.2 schlüssig? (2) Passt der Umfang? Bis [Datum] würde ich weiterarbeiten. Vielen Dank." So weiß deine Betreuung, worauf sie achten soll.
Wie bitte ich um Verlängerung oder mehr Zeit?
Kurz und sachlich: „Aufgrund von [Grund, 1 Satz] werde ich den Termin am [Datum] nicht einhalten können. Ich schlage als neuen Termin den [Datum] vor. Bis dahin werde ich [konkreter Stand] erreicht haben. Wäre das aus Ihrer Sicht machbar?" Keine Rechtfertigungsromane.
Was mache ich, wenn Feedback zu spät kommt?
Sprich es sachlich an: „Ich habe das Kapitel am [Datum] geschickt und bisher keine Rückmeldung erhalten. Da ich bis [Deadline] abgeben muss, würde ich ohne Feedback weiterarbeiten. Falls Sie noch Anmerkungen haben, wäre eine Rückmeldung bis [Datum] hilfreich." So setzt du eine freundliche Grenze.
Wie gehe ich mit zwei Betreuenden und unterschiedlichen Erwartungen um?
Dokumentiere beide Perspektiven schriftlich und bitte um ein gemeinsames Gespräch: „Ich habe zu Punkt X unterschiedliche Hinweise erhalten. Von Ihnen, Frau Prof. A, habe ich verstanden, dass... Herr Dr. B hat empfohlen, dass... Könnten wir kurz klären, welche Richtung ich priorisieren soll?"
Wie oft sollte ich meine Betreuung kontaktieren?
Das hängt von der Vereinbarung ab. Viele Betreuungen bevorzugen regelmäßige Updates alle 2 bis 4 Wochen. Kläre zu Beginn, welcher Rhythmus gewünscht ist. Wichtiger als die Frequenz ist, dass du bei jedem Kontakt einen konkreten Anlass hast und nicht nur fragst, ob alles in Ordnung ist.
Darf ich meine Betreuung duzen?
Das hängt von der Kultur an deinem Institut ab. Warte, bis dir das Du angeboten wird. In E-Mails bleibst du beim Sie, bis explizit etwas anderes vereinbart ist. Im Zweifelsfall ist formelle Anrede sicherer und wird nie als unhöflich empfunden.
Wie gehe ich mit widersprüchlichem Feedback um?
Dokumentiere die unterschiedlichen Rückmeldungen und frag konkret nach: „Ich habe zu Punkt X unterschiedliche Hinweise erhalten. Einmal wurde mir gesagt..., ein anderes Mal... Könnten wir kurz klären, welche Richtung ich einschlagen soll?" Das zeigt, dass du aufmerksam bist und Klarheit suchst.
Was mache ich, wenn ich keine Antwort auf meine E-Mail bekomme?
Als Richtwert: Warte etwa 5 bis 7 Werktage (in der Prüfungsphase oder bei Deadlines ggf. früher) und schicke eine freundliche Erinnerung: „Ich möchte kurz an meine E-Mail vom [Datum] erinnern. Da meine Abgabe am [Datum] ansteht, wäre eine kurze Rückmeldung bis [Datum] sehr hilfreich. Falls das zeitlich nicht passt, würde ich ohne Feedback weiterarbeiten." Wenn auch das nicht funktioniert, frag im Sekretariat nach.
Wie formuliere ich kritisches Feedback höflich zurück?
Bedanke dich zunächst für das Feedback. Wenn du einen Punkt anders siehst, formuliere sachlich: „Vielen Dank für die Anmerkung zu [Punkt]. Ich verstehe den Einwand. Meine Überlegung war, dass [Begründung]. Wäre es aus Ihrer Sicht vertretbar, wenn ich [Alternative]?" So zeigst du, dass du das Feedback ernst nimmst, aber deine Perspektive begründen kannst.
Forschungsdesign der Masterarbeit
Deutsche Zitierweise Masterarbeit
Peer Review für die Masterarbeit