Kalender 2026-01-17

Qualitative und quantitative Forschung in der Masterarbeit

Qualitative und quantitative Forschung in der Masterarbeit: Unterschiede und Entscheidungshilfe | BachelorHero

Inhaltsverzeichnis

Qualitative oder quantitative Forschung in deiner Masterarbeit? Diese Entscheidung prägt dein gesamtes Forschungsdesign. Hier findest du eine klare Gegenüberstellung beider Ansätze, eine Entscheidungshilfe und konkrete Hinweise, wie du deine Wahl im Methodikteil begründest.

Auf einen Blick

Quantitativ arbeitet mit Zahlen und prüft Hypothesen statistisch (z. B. Umfragen). Qualitativ arbeitet mit Texten und erklärt Perspektiven (z. B. Interviews). Wähle quantitativ für messbare Variablen und große Stichproben, wähle qualitativ für tiefes Verstehen von Prozessen und Deutungen.

Qualitativ vs. quantitativ: Unterschiede im Überblick

Der Unterschied zwischen qualitativer und quantitativer Forschung liegt nicht in der Qualität, sondern im Erkenntnisinteresse. Quantitative Forschung fragt: Wie viel, wie oft, wie stark? Qualitative Forschung fragt: Wie, warum, was bedeutet das?

Häufige Missverständnisse: Qualitativ bedeutet nicht nur Interviews. Auch Dokumentenanalysen, Beobachtungen oder Bildanalysen sind qualitative Methoden. Quantitativ bedeutet nicht automatisch große Stichprobe. Auch mit 40 Teilnehmenden kann ein t-Test sinnvoll sein, wenn Effekt und Power stimmen. Bei Inhaltsanalysen entscheidet das Erkenntnisinteresse: Zählst du Häufigkeiten (quantitativ) oder interpretierst du Bedeutungen (qualitativ)?

Vergleich qualitative und quantitative Forschung: Unterschiede in Ziel, Daten und Auswertung | BachelorHero

Ein Beispiel verdeutlicht den Unterschied. Angenommen, du untersuchst die Einführung von Homeoffice in Unternehmen. Eine quantitative Studie könnte fragen: „Gibt es einen Zusammenhang zwischen Homeoffice-Anteil und Arbeitszufriedenheit?" Du würdest eine Umfrage mit Skalen durchführen und die Daten statistisch auswerten.

Eine qualitative Studie zum gleichen Thema könnte fragen: „Wie erleben Beschäftigte den Wechsel zwischen Büro und Homeoffice?" Du würdest offene Interviews führen und die Aussagen interpretativ auswerten. Beide Ansätze sind wissenschaftlich valide, beantworten aber unterschiedliche Fragen.

Hinweis zu Vorgaben

Manche Studiengänge oder Betreuende bevorzugen bestimmte Ansätze. Prüfe früh, ob es Vorgaben gibt. Im Zweifel sprich die geplante Methode mit deiner Betreuung ab, bevor du mit der Datenerhebung beginnst.

Quantitative Forschung: Messen und Prüfen

Quantitative Forschung arbeitet mit Zahlen. Du erhebst Daten in standardisierter Form, etwa durch Fragebögen mit vorgegebenen Antwortmöglichkeiten. Das Ziel ist, Hypothesen zu prüfen und Zusammenhänge statistisch zu belegen.

Merkmale quantitativer Forschung

Ziel: Hypothesen testen, Zusammenhänge messen, Ergebnisse verallgemeinern. Du prüfst, ob ein vermuteter Effekt statistisch nachweisbar ist.

Datenform: Zahlen, die statistisch ausgewertet werden. Du arbeitest mit Häufigkeiten, Mittelwerten, Korrelationen oder Regressionen.

Stichprobe: Richtwerte nach Analysetyp: Gruppenvergleiche (t-Test) oft ab 50 pro Gruppe, einfache Korrelationen/Regressionen ab 100+, komplexere Modelle (SEM, Mehrebenenanalyse) deutlich mehr. Ohne Power-Analyse sind das nur Orientierungen. Vorgaben variieren nach Fach und Betreuung.

Typische Methoden: Standardisierte Umfragen (Online oder Paper-Pencil), Experimente mit Kontrollgruppen, Sekundäranalysen vorhandener Datensätze.

Wann quantitativ sinnvoll ist: Du hast eine klare Hypothese und messbare Variablen. Du erreichst genug Teilnehmende für statistisch belastbare Aussagen. Du willst Ergebnisse verallgemeinern oder Zusammenhänge statistisch prüfen.

Typische Fehler quantitativ vermeiden

Stichprobe zu klein: Führe vorab eine Power-Analyse durch (G*Power). Plane Dropout-Puffer von 20 bis 30 Prozent ein. Falls Rekrutierung scheitert: Design vereinfachen oder auf deskriptive Analyse umstellen.

Fragebogen nicht valide: Nutze etablierte Skalen aus der Literatur. Dokumentiere Anpassungen. Führe kognitiven Pretest mit 5 bis 10 Personen durch: Verständlichkeit, Timing, Antwortlogik prüfen. Itemanalyse (Trennschärfe, Cronbachs Alpha) erst an der Hauptstichprobe oder einer größeren Pilotstudie (n ≥ 30).

Annahmen nicht geprüft: Prüfe vor der Analyse: Normalverteilung (Histogramm, Q-Q-Plot), Varianzhomogenität (Levene-Test), Multikollinearität (VIF bei Regression). Hinweis: Tests wie Shapiro-Wilk sind bei großen Stichproben sehr sensibel und schlagen oft an. Kombiniere daher statistische Tests mit grafischer Prüfung. Bei Verletzungen: nicht-parametrische Alternativen oder robuste Verfahren nutzen.

Qualitative Forschung: Verstehen und Interpretieren

Qualitative Forschung arbeitet mit Texten, Beobachtungen und Gesprächen. Du erhebst Daten in offener Form, etwa durch Interviews ohne feste Antwortkategorien. Das Ziel ist, Phänomene zu verstehen und Bedeutungen zu erfassen.

Qualitative Forschung in der Masterarbeit: Interviews führen und auswerten | BachelorHero
Merkmale qualitativer Forschung

Ziel: Phänomene verstehen, subjektive Perspektiven erfassen, neue Hypothesen entwickeln. Du erkundest, wie Menschen etwas erleben oder deuten.

Datenform: Texte wie Interviewtranskripte, Feldnotizen oder Dokumente. Du arbeitest mit Kategorien, Mustern und Interpretationen.

Stichprobe: Oft 8 bis 20 Fälle, gezielt ausgewählt. Entscheidend ist theoretische Sättigung, nicht statistische Repräsentativität.

Typische Methoden: Leitfadeninterviews, Fokusgruppen, teilnehmende Beobachtung, qualitative Inhaltsanalyse, Dokumentenanalyse.

Wann qualitativ sinnvoll ist: Du untersuchst ein wenig erforschtes Phänomen. Du willst subjektive Erfahrungen oder Deutungsmuster erfassen. Du erreichst nur wenige Fälle, brauchst aber tiefes Verstehen. Du willst erst explorieren, bevor du Hypothesen formulierst.

Typische Fehler qualitativ vermeiden

Zeitaufwand unterschätzt: Plane pro Interview 4 bis 10 Stunden Gesamtaufwand (Vorbereitung, Durchführung, Transkription, Codierung). Nutze Transkriptionssoftware (f4, Amberscript). Entwickle das Codebuch iterativ: erst offen codieren, dann Kategorien verdichten.

Reflexion fehlt: Führe ein Reflexionsmemo: Notiere nach jedem Interview deine Eindrücke, Irritationen und Vorannahmen. Beschreibe im Methodikteil deine eigene Position zum Thema und wie sie die Interpretation beeinflusst haben könnte.

Sättigung nicht dokumentiert: Definiere vorab Kriterien (z. B. „keine neuen Codes in zwei aufeinanderfolgenden Interviews"). Formuliere im Methodikteil: „Nach dem 12. Interview wurden keine neuen Kategorien mehr identifiziert, sodass von theoretischer Sättigung ausgegangen wird."

Entscheidungshilfe: Welcher Ansatz passt?

Die Wahl zwischen qualitativ und quantitativ folgt deiner Forschungsfrage. Eine gut formulierte Frage enthält bereits Hinweise auf den passenden Ansatz. Hier sind konkrete Entscheidungskriterien.

Entscheidungshilfe: Qualitative oder quantitative Forschung für die Masterarbeit | BachelorHero
Schnellcheck: Quantitativ oder qualitativ?

Zähle, wie viele Aussagen auf dein Vorhaben zutreffen:

Eher quantitativ:

Ich habe eine klare Hypothese, die ich testen will

Meine Variablen sind messbar (Skalen, Häufigkeiten)

Ich kann genug Teilnehmende für die geplante Analyse rekrutieren (Richtwert oft 100+, final per Power-Analyse)

Ich will Zusammenhänge oder Unterschiede statistisch prüfen

Ich will Effekte mit Unsicherheit quantifizieren (Konfidenzintervalle, Tests)

Ich habe Grundkenntnisse in Statistik (oder Zeit, sie zu erwerben)

Eher qualitativ:

Ich will ein Phänomen verstehen, nicht messen

Mich interessieren subjektive Erfahrungen und Deutungen

Ich arbeite mit wenigen Fällen (oft 8–20, entscheidend ist Sättigung)

Das Thema ist wenig erforscht, ich will explorieren

Kontext und Tiefe sind wichtiger als Breite

Ich habe Zeit für Transkription und systematisches Codieren

Auswertung (Heuristik): 4+ Treffer links → eher quantitativ. 4+ Treffer rechts → eher qualitativ. Die finale Entscheidung hängt von Forschungsfrage, Machbarkeit und (quantitativ) Power-Analyse bzw. (qualitativ) Sampling-Logik ab.

Typische Forschungsfragen und ihr Ansatz:

  • „Gibt es einen Zusammenhang zwischen X und Y?" → Querschnittsumfrage mit Regression.
  • „Wie erleben Betroffene das Phänomen X?" → Leitfadeninterviews mit qualitativer Inhaltsanalyse nach Mayring oder Kuckartz.
  • „Hat Intervention X einen Effekt auf Y?" → Experiment mit Kontrollgruppe.
  • „Wie wird X in Medien dargestellt?" → Quantitative oder qualitative Inhaltsanalyse, je nach Erkenntnisinteresse.
Tipp

Lies drei bis fünf aktuelle Studien zu deinem Thema. Welche Methoden verwenden sie? Welche Forschungslücken benennen sie? Das hilft dir, deinen eigenen Ansatz zu positionieren und von der Fachliteratur her zu begründen.

Mixed Methods: Wann sich die Kombination lohnt

Mixed Methods kombinieren qualitative und quantitative Verfahren in einer Studie. Das kann sinnvoll sein, wenn eine Methode allein deine Forschungsfrage nicht vollständig beantwortet. Voraussetzung ist eine klare Integrationsfrage: Was genau soll durch die Kombination beider Ansätze beantwortet werden, das ein Einzelansatz nicht leisten kann? Ohne diese Frage bleibt Mixed Methods nur doppelter Aufwand ohne Mehrwert.

Mixed Methods in der Masterarbeit: Kombination von qualitativer und quantitativer Forschung | BachelorHero
Drei Mixed-Methods-Designs

Sequenziell-explorativ: Erst qualitativ, dann quantitativ. Du führst Interviews, entwickelst daraus Hypothesen und testest sie mit einer Umfrage. Sinnvoll, wenn du ein neues Feld erschließt.

Sequenziell-explanativ: Erst quantitativ, dann qualitativ. Du führst eine Umfrage durch und vertiefst überraschende Ergebnisse durch Interviews. Sinnvoll, wenn du statistische Befunde erklären willst.

Konvergent: Beide Methoden parallel. Du erhebst gleichzeitig quantitative und qualitative Daten und vergleichst die Ergebnisse. Sinnvoll für Triangulation.

Die ehrliche Einschätzung: Mixed Methods erfordern Kompetenz in beiden Ansätzen. Du brauchst Zeit für zwei Erhebungen und zwei Auswertungen. Für viele Masterarbeiten ist ein einzelner, sauber umgesetzter Ansatz die bessere Wahl. Prüfe kritisch, ob der Mehrwert den Aufwand rechtfertigt.

So integrierst du qualitative und quantitative Ergebnisse

Joint Display (Matrix): Erstelle eine Tabelle, die quantitative Befunde (z. B. signifikante Korrelationen) und qualitative Befunde (z. B. zentrale Kategorien) nebeneinander stellt. Zeige für jedes Thema: Was sagen die Zahlen? Was sagen die Interviews? Wo stimmen sie überein, wo nicht?

Connecting: Ein Strang informiert den anderen. Beispiel: Interviewkategorien liefern Items für den Fragebogen, oder Umfrageergebnisse bestimmen, welche Fälle du für Interviews auswählst.

Merging: Beide Stränge werden gleichwertig zusammengeführt. Im Ergebnisteil präsentierst du integrierte Befunde, nicht zwei getrennte Kapitel.

Bei Divergenzen: Wenn quantitative und qualitative Ergebnisse sich widersprechen, benenne das explizit. Diskutiere mögliche Erklärungen (z. B. soziale Erwünschtheit in Interviews, Stichprobenunterschiede) und formuliere offene Fragen für Folgeforschung.

Gütekriterien im Vergleich

Gütekriterien zeigen, wie du die Qualität deiner Forschung sicherstellst. Quantitative und qualitative Forschung haben unterschiedliche Kriterien, die du im Methodikteil adressieren solltest.

Gütekriterien quantitativ

Reliabilität: Misst dein Instrument zuverlässig? Berichte Cronbachs Alpha für deine Skalen. Werte ab 0,7 gelten als grobe Orientierung; je nach Skala, Konstrukt und Forschungsziel (explorativ vs. konfirmatorisch) sind andere Schwellen vertretbar.

Validität: Misst du, was du messen willst? Nutze validierte Skalen und prüfe, ob sie zu deinem Kontext passen. Beschreibe ggf. Anpassungen.

Objektivität: Ist das Ergebnis unabhängig vom Forschenden? Standardisierte Durchführung und dokumentiertes Vorgehen sichern Objektivität.

Gütekriterien qualitativ

Transparenz: Ist dein Vorgehen nachvollziehbar? Dokumentiere Sampling, Erhebung und Auswertung so, dass andere es rekonstruieren können.

Reflexivität: Reflektierst du deine eigene Rolle? Beschreibe deine Vorannahmen und wie sie die Interpretation beeinflussen könnten.

Sättigung: Hast du genug Material erhoben? Dokumentiere, wann neue Interviews keine wesentlich neuen Kategorien mehr lieferten.

Betreuende erwarten, dass du Gütekriterien nicht nur nennst, sondern konkret beschreibst, wie du sie erfüllst. Ein Satz wie „Die Studie erfüllt die Gütekriterien" reicht nicht. Zeige, was du getan hast: welche Skalen du geprüft, wie du codiert, wann du Sättigung erreicht hast.

Im Methodikteil begründen

Im Methodikteil beschreibst du nicht nur, was du gemacht hast, sondern auch warum. Eine gute Begründung zeigt, dass du reflektiert vorgehst und Alternativen geprüft hast.

Vorlage: Methodenwahl begründen

„Zur Beantwortung der Forschungsfrage wurde ein [qualitatives/quantitatives] Forschungsdesign gewählt. [Methode] eignet sich, weil [Begründung]. Ein [alternativer Ansatz] wurde geprüft, jedoch verworfen, da [Grund]. Die Stichprobe umfasst [n] [Einheiten], die nach folgenden Kriterien ausgewählt wurden: [Kriterien]. Die Erhebung erfolgte mittels [Instrument]. Die Auswertung folgt dem Verfahren nach [Autor]."

Die vier Elemente einer guten Begründung:

  • Passung zur Forschungsfrage zeigen.
  • Alternativen benennen und erklären, warum du sie verworfen hast.
  • Auf Methodenliteratur verweisen.
  • Limitationen transparent machen.

Die Gliederung deiner Masterarbeit gibt dem Methodenkapitel einen festen Platz, typischerweise nach dem Theorieteil. Der Umfang beträgt meist 10 bis 15 Prozent des Textteils. Mehr zu einzelnen Forschungsmethoden findest du im entsprechenden Ratgeber.

Nächste Schritte nach der Entscheidung

Wenn du dich für einen Forschungsansatz entschieden hast, folgen diese Schritte. Sie helfen dir, von der Entscheidung zur Umsetzung zu kommen.

  • Methodenliteratur vertiefen: Lies das Standardwerk zu deiner Methode. Bei qualitativer Inhaltsanalyse etwa Mayring oder Kuckartz, bei Umfragen Porst oder Dillman. Das gibt dir Sicherheit beim Vorgehen und liefert Zitate für den Methodikteil.
  • Instrument entwickeln: Erstelle deinen Interviewleitfaden oder Fragebogen. Nutze bei quantitativen Studien validierte Skalen, wenn vorhanden. Teste das Instrument im kognitiven Pretest mit 5 bis 10 Personen (Verständlichkeit, Timing, Antwortlogik), bevor du mit der eigentlichen Erhebung startest.
  • Ethik und Datenschutz klären: Prüfe, ob du eine Genehmigung der Ethikkommission brauchst. Bereite DSGVO-konforme Einwilligungserklärungen vor. Plane Anonymisierung oder Pseudonymisierung der Daten. Die Ethik in der Masterarbeit ist ein Thema, das du frühzeitig angehen solltest.
  • Zeitplan erstellen: Plane für Datenerhebung, Transkription oder Dateneingabe sowie Auswertung jeweils eigene Zeitblöcke. Qualitative Auswertungen dauern oft länger als gedacht. Ein realistischer Zeitplan schützt vor Stress kurz vor der Abgabe.

Fazit: Die Entscheidung zwischen qualitativ und quantitativ folgt deiner Forschungsfrage und deinen Ressourcen. Ein methodisch sauber umgesetzter Einzelansatz ist immer besser als eine halbherzige Kombination.

Wenn deine Masterarbeit fertig ist, kannst du sie bei BachelorHero drucken und binden lassen.

Häufig gestellte Fragen

Wie bestimme ich die richtige Stichprobengröße für meine quantitative Studie?

Nutze eine Power-Analyse mit diesen Eingaben: Effektgröße (aus Literatur oder konservativ geschätzt), Signifikanzniveau (meist 5 %), gewünschte Power (meist 80 %), Analysetyp (t-Test, Regression etc.). Tools wie G*Power berechnen daraus die nötige Stichprobe. Ohne diese Analyse sind Richtwerte wie „100+" nur grobe Orientierungen.

Woran erkenne ich theoretische Sättigung in meiner qualitativen Studie?

Drei Indikatoren: (1) Neue Interviews liefern keine neuen Codes oder Kategorien mehr. (2) Bestehende Kategorien werden nur noch bestätigt, nicht erweitert. (3) Du kannst alle relevanten Variationen deines Phänomens mit dem vorhandenen Material erklären. Dokumentiere das Erreichen der Sättigung explizit im Methodikteil.

Wann ist Mixed Methods Overengineering für eine Masterarbeit?

Mixed Methods lohnt sich nur, wenn eine einzelne Methode deine Forschungsfrage nicht vollständig beantwortet UND du eine klare Integrationsfrage hast. Wenn du nicht beschreiben kannst, welchen konkreten Mehrwert die Kombination bringt, oder wenn Zeit oder Methodenkompetenz fehlen, ist ein sauber umgesetzter Einzelansatz die bessere Wahl.

Wie begründe ich meine Methodenwahl gegenüber Alternativen?

Drei Schritte: (1) Passung zeigen: „Interviews erfassen subjektive Deutungen, die eine Umfrage nicht abbilden könnte." (2) Alternative benennen: „Eine quantitative Erhebung wurde geprüft, jedoch verworfen, da..." (3) Limitationen anerkennen: „Die Übertragbarkeit ist durch die kleine Stichprobe begrenzt." Diese Struktur zeigt wissenschaftliche Reflexion.

Was ist der Unterschied zwischen Methode und Methodik?

Methode = konkretes Verfahren (z. B. Leitfadeninterview, multiple Regression). Methodik = übergeordneter Rahmen: warum diese Methode, wie angewendet, welche Grenzen. Im Methodenkapitel beschreibst du beides: erst die Methodik (Begründung des Forschungsdesigns), dann die Methode (konkretes Vorgehen bei Erhebung und Auswertung).

Welche Gütekriterien muss ich im Methodikteil konkret adressieren?

Quantitativ: Reliabilität (Cronbachs Alpha für Skalen nennen), Validität (validierte Instrumente nutzen, Anpassungen dokumentieren), Objektivität (standardisiertes Vorgehen beschreiben). Qualitativ: Transparenz (Sampling und Codierung dokumentieren), Reflexivität (eigene Rolle reflektieren), Sättigung (Kriterien und Erreichen beschreiben).

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