Inhaltsverzeichnis
Literaturrecherche bedeutet: Du findest, bewertest und sammelst wissenschaftliche Quellen zu deiner Forschungsfrage. Das Ergebnis ist eine Auswahl passender Bücher, Aufsätze und Studien, auf denen du deine Argumentation aufbaust.
- Phase 1: Einstieg mit Handbüchern und Bibliothekskatalog
- Phase 2: Vertiefung in Fachdatenbanken und Google Scholar
- Phase 3: Schneeballsystem über Literaturverzeichnisse
- Zeitaufwand: Ca. 60–90 Min. für das initiale Setup, dann laufend beim Schreiben
- Dokumentieren: Suchstrings und Quellen von Anfang an protokollieren
Literaturrecherche, Literaturüberblick, Literaturverzeichnis: Der Unterschied
Diese drei Begriffe klingen ähnlich, meinen aber unterschiedliche Arbeitsschritte. Wenn du sie auseinanderhältst, weißt du genau, woran du gerade arbeitest.
Definition 1 Literaturrecherche = Quellen finden und auswählen. Du suchst in Datenbanken, Katalogen und Literaturverzeichnissen nach passenden Texten für deine Fragestellung.
Definition 2 Literaturüberblick = Quellen strukturieren und bewerten. Du fasst zusammen, was die Forschung bereits weiß, und zeigst, wo deine Arbeit ansetzt.
Definition 3 Literaturverzeichnis = Formale Liste am Ende. Hier stehen alle Quellen, die du in der Arbeit zitiert hast, in einheitlichem Format.
Definition 4 Zitierweise = Regeln, wie du im Text und im Verzeichnis belegst. Ob APA, Harvard oder Fußnoten, hängt vom Fach ab.
In Hausarbeiten wird Recherche und Überblick oft kombiniert. Wie ausführlich der Forschungsstand sein muss, variiert je nach Fach und Lehrstuhl. Frag im Zweifel deine Betreuung.
Literaturrecherche in drei Phasen
Eine strukturierte Recherche verläuft vom Allgemeinen zum Speziellen. Du startest mit einem breiten Überblick und arbeitest dich dann zu spezifischeren Quellen vor.
Verschaffe dir zunächst einen Überblick über das Themenfeld. Handbücher, Einführungswerke und Lexikonartikel zeigen dir, welche Begriffe und Theorien zentral sind.
Vorgehensweise
Suche im Bibliothekskatalog nach Einführung + [Thema] oder Handbuch + [Fachgebiet].
Nutze Fachlexika in der Lehrbuchsammlung. Wikipedia kann als allererster Einstieg dienen (nicht
zitieren, aber Literaturverzeichnis auswerten).
Jetzt suchst du gezielt nach wissenschaftlichen Aufsätzen und Monografien zu deiner spezifischen Fragestellung. Fachdatenbanken liefern hier bessere Ergebnisse als allgemeine Suchmaschinen.
Vorgehensweise Baue 2–3 Suchstrings mit Booleschen Operatoren. Starte in Google Scholar, dann in 1–2 Fachdatenbanken deines Fachbereichs. Filtere nach Erscheinungsjahr (z. B. letzte 5–7 Jahre) und Dokumenttyp (Zeitschriftenartikel, Buch).
Nutze die Literaturverzeichnisse bereits gefundener Texte. Wenn ein Aufsatz zu deinem Thema passt, führen dich seine Quellen zu weiterer relevanter Literatur.
Vorgehensweise Schau dir das Literaturverzeichnis passender Texte an. Notiere Quellen, die mehrfach zitiert werden (das sind oft Standardwerke). Prüfe bei Google Scholar, wer den Text später zitiert hat („Zitiert von"), um neuere Arbeiten zu finden.
Recherche-Workflow: In 60–90 Minuten startklar
Dieser Workflow bringt dich von der Forschungsfrage zu deinen ersten relevanten Quellen. Alle Schritte am Beispiel des Themas „Digitalisierung im Unterricht".
Schritt 1 (10 Min.): Kernbegriffe definieren Zerlege deine Forschungsfrage in 3–5 Kernbegriffe. Beispiel: „Wie wirkt sich Tablet-Einsatz auf die Motivation von Schülern aus?" → Kernbegriffe: Tablet, Schule, Motivation, Unterricht, Lernmotivation.
Schritt 2 (10 Min.): Synonyme und englische Begriffe sammeln Erstelle eine Liste mit Alternativen. Tablet → iPad, digitale Medien, mobile devices. Schule → Unterricht, classroom, K-12. Motivation → Lernmotivation, engagement, student motivation.
Schritt 3 (10 Min.): 2–3 Suchstrings bauen Kombiniere Begriffe mit AND/OR (siehe Beispiele unten). Teste jeden String in Google Scholar. Passe bei zu vielen oder zu wenigen Treffern an.
Schritt 4 (20 Min.): Screening: Titel → Abstract → Volltext Überfliege die ersten 20–30 Treffer. Lies nur Titel und Abstract. Markiere relevante Treffer (ca. 8–12). Lade Volltexte herunter oder notiere für Fernleihe.
Schritt 5 (10 Min.): Dokumentation im Rechercheprotokoll Halte fest: Datenbank, Suchstring, Filter, Trefferzahl, relevante Treffer. So kannst du die Suche später reproduzieren und im Methodikteil beschreiben.
Suchstrings bauen: Drei Beispiele, die funktionieren
Ein guter Suchstring kombiniert deine Kernbegriffe mit Booleschen Operatoren. AND verknüpft (beide müssen vorkommen), OR erweitert (einer von beiden reicht), Ausschluss entfernt ungewollte Treffer. Anführungszeichen suchen exakte Phrasen.
Die Syntax unterscheidet sich je nach Datenbank. In Google Scholar: AND ist Standard (Begriffe werden automatisch verknüpft), OR muss großgeschrieben werden, Ausschluss funktioniert mit Minus (-Begriff). In Fachdatenbanken (JSTOR, PsycINFO etc.) gilt oft die klassische Syntax mit AND/OR/NOT. Prüfe im Zweifel die Hilfe-Seite der jeweiligen Datenbank.
Thema: Tablet-Einsatz und Lernmotivation
(Tablet OR iPad OR "digitale Medien") (Schule OR Unterricht) (Motivation OR Lernmotivation)
Filter: Letzte 7 Jahre, Sprache: Deutsch
Erwartung: Trefferzahlen variieren stark nach Thema und Fach. Bei diesem Beispiel typischerweise 50–200 Treffer in Google Scholar. Gut für den Einstieg.
Thema: Tablet-Einsatz und Lernmotivation (internationale Forschung)
"tablet" ("student motivation" OR "learning engagement") (school OR classroom OR K-12)
Filter: Letzte 5 Jahre, Dokumenttyp: Artikel
Erwartung: Englische Literatur ist meist umfangreicher. Je nach Thema 100–500+ Treffer möglich.
Thema: Tablet-Einsatz in der Grundschule (ohne Hochschule)
(Tablet OR iPad) (Grundschule OR "primary school") Lernen -Hochschule -Universität -"higher education"
Filter: Letzte 5–7 Jahre
Erwartung: Enger Fokus, weniger Rauschen. Trefferzahl hängt stark vom Nischenthema ab.
Tipp: Wenn du zu viele Treffer bekommst, füge einen weiteren einschränkenden Begriff hinzu oder verkürze den Zeitraum. Wenn du zu wenige bekommst, nutze Synonyme mit OR oder entferne einen Begriff.
Die wichtigsten Datenbanken und Kataloge
Google Scholar ist ein guter Ausgangspunkt. Die Suchmaschine durchsucht wissenschaftliche Publikationen und zeigt dir, wie oft ein Text zitiert wurde. Richte dir in Google Scholar die Bibliothekslinks deiner Uni ein (Einstellungen → Bibliothekslinks), dann siehst du direkt, ob ein Volltext über deine Hochschule verfügbar ist.
Der Bibliothekskatalog deiner Hochschule zeigt dir, welche Bücher und Zeitschriften vor Ort oder elektronisch verfügbar sind. Die Katalogsuche erfasst meist nur Bücher, keine einzelnen Aufsätze aus Zeitschriften. Für Aufsätze brauchst du Fachdatenbanken.
Fachdatenbanken indexieren Zeitschriftenartikel und ermöglichen eine differenzierte Suche nach Schlagworten. Beispiele: JSTOR (Geistes-/Sozialwissenschaften), PubMed (Medizin/Lebenswissenschaften), PsycINFO (Psychologie), ERIC (Bildungswissenschaften), EconLit (Wirtschaft), MLA (Literaturwissenschaft). Den Zugang bekommst du über das Datenbankangebot deiner Bibliothek.
Volltexte beschaffen: Wenn Artikel hinter Paywalls liegen
Du findest einen perfekten Artikel, aber der Volltext kostet 40 Euro? Bevor du zahlst (oder aufgibst), probiere diese Wege zum Volltext.
VPN der Hochschule: Viele Verlage erkennen die IP-Adresse deiner Uni und schalten Inhalte frei. Verbinde dich von zu Hause über das VPN, dann hast du denselben Zugang wie in der Bibliothek.
Fernleihe / Document Delivery: Wenn deine Bibliothek keinen Zugang hat, kannst du den Artikel über Fernleihe bestellen. Kostet meist 1–3 Euro, dauert 3–7 Tage. Für Eilige bieten manche Bibliotheken Express-Lieferung per PDF an (teurer, aber schneller).
Open-Access-Versionen: Viele Autorinnen und Autoren stellen Preprints oder akzeptierte Manuskripte auf Repositorien bereit. Suche den Titel in Google Scholar, dort erscheint oft ein Link zu einer frei zugänglichen Version. Auch ResearchGate und Academia.edu haben manchmal Volltexte. Beachte: Frei verfügbare Uploads sind nicht immer die finale Verlagsversion und können von der publizierten Fassung abweichen. Bevorzuge offizielle Repositorien (z. B. PubMed Central, SSRN) oder den direkten Autorenkontakt.
Autorin oder Autor direkt anschreiben: Klingt ungewöhnlich, funktioniert aber oft. Eine kurze, höfliche E-Mail („Ich schreibe eine Hausarbeit zu X und würde Ihren Artikel gern lesen. Könnten Sie mir ein PDF zusenden?") wird selten abgelehnt.
Bibliotheksauskunft fragen: Die Mitarbeitenden kennen alle Tricks. Wenn du nicht weiterkommst, frag an der Info-Theke oder per E-Mail.
Quellen bewerten und auswählen
Nicht jeder Treffer ist automatisch eine geeignete wissenschaftliche Quelle. Mit diesen Kriterien entscheidest du, ob ein Text in deine Auswahl kommt.
Wer hat es geschrieben? Wissenschaftliche Texte stammen von Autorinnen und Autoren mit akademischer Affiliation (Universität, Forschungsinstitut). Bei unbekannten Namen: Kurz googeln. Hat die Person weitere Publikationen? Ist sie an einer Hochschule tätig?
Wo wurde es veröffentlicht? Fachzeitschriften mit Peer-Review gelten als besonders zuverlässig. Bücher aus Wissenschaftsverlagen (Springer, de Gruyter, Campus, Nomos) durchlaufen ebenfalls Qualitätskontrollen. Texte auf privaten Websites, in populärwissenschaftlichen Magazinen oder Blogs sind in der Regel nicht zitierfähig.
Werden Quellen genannt? Wissenschaftliche Publikationen belegen ihre Aussagen. Ein Text ohne Literaturverzeichnis oder Fußnoten ist meist nicht zitierfähig.
Passt der Text zur Fragestellung? Ein methodisch einwandfreier Artikel nützt nichts, wenn er dein Thema nur am Rande streift. Prüfe im Abstract, ob der Fokus zu deiner Forschungsfrage passt.
Wie aktuell muss es sein? In schnelllebigen Feldern (Medienwissenschaft, Technologie, Recht) solltest du auf aktuelle Literatur setzen (letzten 5–7 Jahre). In anderen Bereichen können ältere Standardwerke grundlegend sein. Frag im Zweifel deine Betreuung, welche Literatur als kanonisch gilt.
Prüfe beim Überfliegen von Titel und Abstract diese fünf Punkte:
- Themenfit: Behandelt der Text meine Fragestellung direkt?
- Kontext/Population: Passt der Untersuchungskontext (Land, Zielgruppe, Branche)?
- Methode: Ist die Methode für meine Arbeit relevant (empirisch vs. theoretisch)?
- Qualitätssignal: Peer-Review, Wissenschaftsverlag, bekannte Autorenschaft?
- Aktualität: Aktuell genug für mein Thema oder anerkanntes Standardwerk?
Ausschlussbeispiel Ein Artikel über Tablet-Nutzung in US-amerikanischen High Schools ist für eine Arbeit über deutsche Grundschulen nur bedingt übertragbar → nur aufnehmen, wenn internationale Vergleichsperspektive relevant ist.
Wann ist genug? Recherche-Sättigung erkennen
Die Recherche könnte ewig weitergehen. Aber irgendwann musst du anfangen zu schreiben. Diese Signale zeigen dir, dass du genug Material hast.
Neue Treffer bringen keine neuen Aspekte: Wenn du bei weiteren Suchen nur noch Texte findest, die dasselbe sagen wie bereits gesammelte, hast du den Kern des Forschungsstands erfasst.
Kernquellen tauchen immer wieder auf: Bestimmte Autorinnen, Autoren oder Studien werden in vielen Literaturverzeichnissen genannt. Das sind die Standardwerke deines Themas. Wenn du sie kennst und gelesen hast, bist du gut aufgestellt.
Du kannst deine Forschungsfrage verorten: Du weißt, welche Theorien relevant sind, welche Studien es gibt und wo deine Arbeit ansetzt. Das zeigt, dass du den Forschungsstand überblickst.
Richtwert für Hausarbeiten: Bei 15 Seiten Textteil sind 10–20 Quellen üblich. Das ist nur eine Orientierung. Eine enge Fragestellung kommt mit weniger aus, ein breites Thema braucht mehr. Qualität und Passung zählen mehr als die bloße Anzahl.
Die Recherche ist selten mit einem Durchgang abgeschlossen. Beim Schreiben merkst du, dass dir an manchen Stellen noch Belege fehlen. Das ist normal. Plane Zeit ein, um gezielt nachzurecherchieren.
Vorlage: Rechercheprotokoll zum Kopieren
Mit diesem Rechercheprotokoll dokumentierst du deine Suche. Das hilft dir, den Überblick zu behalten, die Suche im Methodikteil zu beschreiben und bei Bedarf zu reproduzieren.
Datum: [TT.MM.JJJJ]
Datenbank: [z. B. Google Scholar, JSTOR, PsycINFO]
Suchstring: [exakte Eingabe kopieren]
Filter: [Jahr, Sprache, Dokumenttyp]
Trefferzahl: [Anzahl]
Relevante Treffer: [Anzahl + kurze Notiz]
Ausschluss: [z. B. „nicht empirisch", „anderer Fokus"]
Autor(en): [Nachname, Vorname]
Jahr: [JJJJ]
Titel: [vollständig]
Quelle: [Zeitschrift/Verlag + Seiten]
DOI/URL: [falls vorhanden]
Relevanz (1 Satz): [Warum wichtig für meine Arbeit?]
Speicherort: [Dateiname/Ordner]
Tipp: Nutze ein Literaturverwaltungsprogramm wie Zotero (kostenlos) oder Citavi. Dort kannst du Quellen speichern, Notizen ergänzen und später automatisch das Literaturverzeichnis erstellen.
Ablage-Regeln für PDFs und Notizen: Damit du später alles wiederfindest, lohnen sich ein paar einfache Konventionen.
Dateinamen: Einheitliches Schema wie Autor_Jahr_Kurztitel.pdf (z. B. Mueller_2022_TabletGrundschule.pdf). So erkennst du den Inhalt ohne Öffnen.
Ordnerstruktur: Ein Hauptordner pro Hausarbeit, darin Unterordner wie „01_Theorie", „02_Empirie", „03_Methode" oder nach Kapiteln. Alternativ: ein Ordner „Literatur" und Sortierung über Tags im Literaturverwaltungsprogramm.
DOI/URL immer erfassen: Notiere bei jedem Artikel den DOI (Digital Object Identifier) oder die stabile URL. So findest du die Quelle jederzeit wieder, auch wenn das PDF verloren geht.
Exzerpte mit Seitenzahlen: Wenn du dir Notizen machst, schreibe immer die Seitenzahl dazu. Beim Zitieren sparst du dir das erneute Suchen.
Typische Fehler und wie du sie vermeidest
Folge: Du findest vor allem populärwissenschaftliche Texte, Presseberichte und kommerzielle Seiten. Wissenschaftliche Literatur bleibt unsichtbar.
Gegenmaßnahme Starte mit dem Bibliothekskatalog und 1–2 Fachdatenbanken. Nutze Google Scholar nur ergänzend und mit aktivierten Bibliothekslinks.
Folge: Du verpasst wichtige Quellen und merkst erst beim Schreiben, dass dir Belege fehlen. Das kostet dann doppelt Zeit.
Gegenmaßnahme Nutze den Workflow oben: Teste mindestens 2–3 Suchstrings und prüfe Literaturverzeichnisse gefundener Texte (Schneeballsystem).
Folge: Du verbringst Stunden damit, eine einmal gesehene Quelle wiederzufinden. Beim Zitieren fehlen Seitenzahlen.
Gegenmaßnahme Lege von Anfang an ein Rechercheprotokoll an (siehe Vorlage oben). Nutze ein Literaturverwaltungsprogramm. Benenne PDFs systematisch (Autor_Jahr_Thema.pdf).
Folge: Du verpasst entweder neueste Erkenntnisse oder übersieht grundlegende Standardwerke, die in deinem Fach vorausgesetzt werden.
Gegenmaßnahme Kombiniere beide Strategien. Prüfe, welche Quellen in mehreren Literaturverzeichnissen auftauchen (= Standardwerke). Frag deine Betreuung nach grundlegender Literatur.
Nächster Schritt
Wenn du genügend relevante Quellen gesammelt hast, beginnt die eigentliche Arbeit: Lesen, Exzerpieren und Strukturieren. Nutze deine Erkenntnisse aus der Recherche, um deine Gliederung zu entwickeln.
Denk auch an die formalen Aspekte: Alle verwendeten Quellen müssen im Literaturverzeichnis erscheinen. Achte beim Zitieren auf die Vorgaben deines Fachbereichs zur Zitierweise.
Falls du deine Hausarbeit am Ende drucken und binden lässt: Softcover und Spiralbindung sind gängige Optionen für Hausarbeiten.
Häufig gestellte Fragen
Wie viele Quellen brauche ich für eine Hausarbeit?
Eine feste Zahl gibt es nicht. Als grobe Orientierung: Bei 15 Seiten Textteil sind 10 bis 20 Quellen üblich. Bei empirischen Arbeiten können es mehr sein, bei engen Themenstellungen weniger. Entscheidend ist die Qualität und Passung der Quellen zu deiner Forschungsfrage, nicht die bloße Anzahl.
Darf ich Wikipedia als Quelle verwenden?
Wikipedia selbst gilt nicht als zitierfähige wissenschaftliche Quelle. Du kannst Wikipedia aber als Einstieg nutzen, um einen Überblick zu bekommen und über die dort angegebenen Einzelnachweise zu wissenschaftlichen Quellen zu gelangen. Diese Originalquellen kannst du dann zitieren.
Welche Filter sind in Datenbanken wirklich sinnvoll?
Die wichtigsten Filter: Erscheinungsjahr (letzte 5–7 Jahre für aktuelle Themen), Dokumenttyp (Zeitschriftenartikel für Empirie, Bücher für Theorie), Sprache (Deutsch und Englisch). Peer-Review-Filter sind hilfreich, aber nicht in allen Datenbanken verfügbar. Bei zu vielen Treffern: Zeitraum verkürzen oder Schlagwort-Suche statt Volltextsuche nutzen.
Was mache ich, wenn ich zu meinem Thema nichts finde?
Erweitere deine Suchbegriffe um Synonyme und englische Begriffe. Prüfe die Literaturverzeichnisse bereits gefundener Texte. Nutze die Schlagwortsuche in Katalogen. Frag in der Bibliothek nach Fachdatenbanken für dein Fach. Manchmal hilft auch eine leichte Anpassung der Forschungsfrage.
Wie lange sollte ich für die Literaturrecherche einplanen?
Plane etwa ein Viertel bis ein Drittel der Gesamtzeit für die Recherche ein. Bei einer vierwöchigen Hausarbeit sind das etwa eine Woche. Die Recherche läuft aber oft parallel zum Schreiben weiter, weil sich beim Schreiben neue Fragen ergeben.
Wie dokumentiere ich meine Recherche für den Methodikteil?
Halte fest, welche Datenbanken du durchsucht hast, welche Suchbegriffe du verwendet hast und wie viele Treffer du erhalten hast. Notiere auch Ausschlusskriterien (z. B. „nur deutschsprachig", „letzte 5 Jahre"). Diese Angaben kannst du im Methodikteil in 2–3 Sätzen zusammenfassen.
Welche Quellenarten sind in Hausarbeiten akzeptiert?
Standardmäßig akzeptiert: Monografien (Fachbücher), Aufsätze aus Fachzeitschriften (peer-reviewed), Sammelbände, Forschungsberichte. Je nach Fach zusätzlich: Primärquellen, Statistiken, Gesetze, Urteile. Graue Literatur (Arbeitspapiere, Dissertationen) ist oft zulässig, aber prüfe die Vorgaben deines Fachbereichs.
Anhang richtig gestalten
Einleitung der Hausarbeit
Formatierung der Hausarbeit