Inhaltsverzeichnis
Die Einleitung deiner Facharbeit erklärt Thema, Leitfrage, Vorgehen und Aufbau in wenigen Absätzen. Hier bekommst du eine klare Struktur mit vier Bausteinen, drei Beispiele für verschiedene Fächer und eine Vorlage zum Kopieren, damit du direkt schreiben kannst.
Einleitung Facharbeit in vier Teilen: 1. Hinführung (Relevanz?), 2. Leitfrage (Untersuchungsziel?), 3. Methode (Vorgehen?), 4. Aufbau (Kapitel?). Richtwerte: 5 bis 10 % des Textteils (ca. 0,5–1 Seite bei 10 Seiten).
Was gehört in die Einleitung?
Die Einleitung hat eine klare Funktion: Nach dem Lesen weiß deine Lehrkraft, worum es geht, welche Frage du beantworten willst und wie du dabei vorgehst. Das klingt nach viel, passt aber in drei bis vier Absätze. In deiner Facharbeit folgt die Einleitung direkt nach dem Inhaltsverzeichnis.
Betrachte die Einleitung als Wegweiser: Du zeigst, wohin die Reise geht, aber du erzählst noch nicht, was am Ziel passiert. Ergebnisse und tiefgehende Analysen gehören in den Hauptteil. Die Einleitung macht neugierig, orientiert und gibt Struktur.
Einleitung Facharbeit: Aufbau in vier Bausteinen
Der Aufbau der Einleitung folgt einer bewährten Struktur. Die Reihenfolge Hinführung, Leitfrage, Methode, Aufbau führt Lesende logisch in dein Thema ein. Zu jedem Baustein findest du hier Formulierungsvarianten und die häufigste Stolperstelle.
Du erklärst, warum das Thema relevant oder interessant ist.
Neutral: „Das Thema X ist in den letzten Jahren verstärkt in den Fokus gerückt."
Lebendiger: „Fast alle Jugendlichen nutzen heute täglich Social Media. Doch welchen Einfluss hat das auf..."
Stolperstelle: Zu allgemein starten. Vermeide Sätze wie „Schon immer hat sich die Menschheit damit beschäftigt".
Sie ist das Herzstück deiner Arbeit und gibt die Richtung vor.
Neutral: „Diese Arbeit untersucht, wie sich X auf Y auswirkt."
Direkter: „Die zentrale Frage lautet: Welchen Einfluss hat X auf Y?"
Stolperstelle: Keine erkennbare Frage formulieren. Wenn Lesende nach dem Absatz nicht wissen, was du herausfinden willst, fehlt der rote Faden.
Du skizzierst kurz dein Vorgehen.
Bei einer Analyse: „Dazu werden drei ausgewählte Quellen analysiert."
Bei einem Experiment: „Ein Versuch mit Kontrollgruppe dokumentiert die Ergebnisse über sieben Tage."
Stolperstelle: Diesen Teil vergessen. Gerade bei Experimenten erwarten Lehrkräfte, dass du kurz sagst, wie du vorgehst.
Du nennst die Kapitel und erklärst in einem Satz, was dort passiert.
Neutral: „Im ersten Kapitel wird der historische Kontext dargestellt. Das zweite Kapitel analysiert..."
Kompakter: „Nach einer Einführung in die Grundlagen folgt die Analyse, bevor das Fazit die Ergebnisse zusammenführt."
Stolperstelle: Aufbau stimmt nicht mit der tatsächlichen Gliederung überein. Prüfe das am Ende noch einmal.
Einleitung Facharbeit Beispiel
Hier siehst du drei konkrete Beispiele für verschiedene Fächer. Achte darauf, wie jedes Beispiel alle vier Bausteine enthält. Bei längeren Facharbeiten kannst du jeden Teil etwas ausführlicher gestalten.
Propaganda war ein zentrales Instrument der Nationalsozialisten, um ihre Ideologie zu verbreiten. Besonders Plakate erreichten ein breites Publikum im Alltag. Diese Arbeit untersucht, welche visuellen Mittel in NS-Propagandaplakaten eingesetzt wurden und wie sie auf Betrachter wirken sollten. Dazu werden drei ausgewählte Plakate aus den Jahren 1933 bis 1939 analysiert. Im ersten Kapitel wird der historische Kontext dargestellt. Das zweite Kapitel analysiert die Bildsprache der Plakate. Im dritten Kapitel werden die Ergebnisse zusammengeführt und die Leitfrage beantwortet.
Pflanzen reagieren unterschiedlich auf verschiedene Lichtfarben. Dieser Zusammenhang ist für die Landwirtschaft und den Gartenbau von praktischer Bedeutung. Die vorliegende Arbeit untersucht, ob Kressekeimlinge unter rotem Licht schneller wachsen als unter blauem Licht. Dazu wird ein Experiment mit drei Versuchsgruppen durchgeführt und über sieben Tage dokumentiert. Nach einer Einführung in die Grundlagen der Photosynthese folgt die Beschreibung des Versuchsaufbaus. Im Hauptteil werden die Messergebnisse dargestellt und ausgewertet.
Franz Kafkas Erzählung „Die Verwandlung" gilt als eines der bedeutendsten Werke der deutschsprachigen Literatur. Die Hauptfigur Gregor Samsa ist nach ihrer Verwandlung von Familie und Außenwelt isoliert. Diese Arbeit fragt, wie Kafka das Motiv der Einsamkeit literarisch gestaltet. Die Analyse konzentriert sich auf die Darstellung von Raum und Kommunikation in der Erzählung. Nach einer kurzen Einführung in Werk und Autor folgt die Textanalyse. Im Fazit werden die Ergebnisse zusammengefasst und die Leitfrage beantwortet.
Jedes Beispiel hat etwa 80 bis 100 Wörter. Das ist ein guter Richtwert für eine Facharbeit von 10 bis 12 Seiten. Bei umfangreicheren Arbeiten kannst du die Hinführung vertiefen oder das Vorgehen genauer beschreiben.
Die Leitfrage richtig formulieren
Die Leitfrage ist das Herzstück deiner Facharbeit. Sie gibt dir beim Schreiben Orientierung und zeigt deiner Lehrkraft, was du herausfinden willst. Mit diesem Schnellcheck prüfst du in 10 Sekunden, ob deine Frage passt.
- Zu breit: „Wie funktioniert Propaganda?" Diese Frage ist so groß, dass du sie in einer Facharbeit nicht seriös beantworten kannst. Du würdest nur an der Oberfläche kratzen.
- Zu eng: „Welche Farbe dominiert auf dem Plakat XY?" Diese Frage lässt sich in einem Satz beantworten. Für eine Facharbeit fehlt die Tiefe.
- Passend: „Welche visuellen Mittel wurden in NS-Propagandaplakaten eingesetzt, um Feindbilder zu transportieren?" Diese Frage ist konkret genug für eine Facharbeit, erfordert aber eine differenzierte Analyse.
Der Test: Kannst du die Frage mit deinen verfügbaren Quellen, Experimenten oder Texten beantworten? Braucht die Antwort mehr als einen Satz? Lässt sie sich nicht mit Ja oder Nein beantworten? Wenn dreimal Ja, ist deine Leitfrage wahrscheinlich gut.
Formuliere deine Leitfrage früh, am besten direkt nach der Themenwahl. So hast du beim Schreiben einen roten Faden. Du kannst die Formulierung später noch anpassen, wenn du merkst, dass sich der Fokus verschiebt.
Vorlage zum Kopieren
Mit dieser Vorlage kannst du deine Einleitung Schritt für Schritt aufbauen. Ersetze die Platzhalter in eckigen Klammern durch deine eigenen Inhalte. Die Struktur funktioniert für alle Fächer, passe die Formulierungen an deinen Stil und dein Thema an.
Baustein 1 – Hinführung:
[Thema] ist ein Aspekt, der [Relevanz oder Aktualität]. Besonders [konkreter Teilaspekt] zeigt, dass [Begründung
für Interesse].
Baustein 2 – Leitfrage:
Diese Arbeit untersucht, [Leitfrage als indirekter Fragesatz]. Alternativ: Die zentrale Frage lautet: [Leitfrage
als direkter Fragesatz]?
Baustein 3 – Methode:
Dazu werden [Quellen/Texte/Daten] analysiert. Die Untersuchung stützt sich auf [Grundlage der Arbeit].
Baustein 4 – Aufbau:
Im ersten Kapitel wird [Inhalt Kapitel 1]. Das zweite Kapitel behandelt [Inhalt Kapitel 2]. Im dritten Kapitel
[Inhalt Kapitel 3 oder Fazit].
Ausgefülltes Muster:
Der Klimawandel ist ein Thema, das weltweit diskutiert wird. Besonders die Auswirkungen auf lokale Ökosysteme zeigen, dass die Veränderungen bereits spürbar sind. Diese Arbeit untersucht, wie sich steigende Temperaturen auf die Artenvielfalt in einem regionalen Feuchtgebiet auswirken. Dazu werden Beobachtungsdaten aus den Jahren 2015 bis 2024 ausgewertet. Im ersten Kapitel werden die Grundlagen des Klimawandels und seine Auswirkungen auf Ökosysteme dargestellt. Das zweite Kapitel analysiert die Entwicklung der Artenvielfalt im untersuchten Gebiet. Im dritten Kapitel werden die Ergebnisse zusammengefasst und die Leitfrage beantwortet.
Wichtig beim Kopieren: Ersetze „[Leitfrage als indirekter Fragesatz]" nicht einfach durch dein Thema, sondern durch eine echte Frage. Aus „Diese Arbeit untersucht Propaganda" wird „Diese Arbeit untersucht, welche visuellen Mittel in NS-Propagandaplakaten eingesetzt wurden". Der indirekte Fragesatz enthält immer ein Fragewort (welche, wie, ob, inwiefern).
Die Vorlage ist ein Gerüst, kein Korsett. Wenn sich ein Baustein bei deinem Thema natürlicher in anderer Reihenfolge einfügt, kannst du die Abfolge anpassen. Achte aber darauf, dass alle vier Elemente vorkommen.
Was nicht in die Einleitung gehört
Die Einleitung ist ein Ort der Orientierung, nicht der Vollständigkeit. Einige Inhalte gehören bewusst nicht hierher, weil sie den Einstieg überfrachten oder an anderer Stelle besser aufgehoben sind.
Ergebnisse gehören nicht in die Einleitung. Du machst neugierig, verrätst aber noch nicht die Antwort. Wenn du in der Einleitung schon schreibst, was du herausgefunden hast, nimmt das dem Fazit die Spannung.
Ausführliche Definitionen sind ebenfalls fehl am Platz. Wenn du einen zentralen Begriff erklären musst, mach das im Hauptteil. In der Einleitung reicht es, den Begriff zu nennen und anzudeuten, dass du ihn später klärst.
Persönliche Meinungen wie „Ich finde das Thema sehr interessant" wirken unprofessionell. Zeige Interesse durch die Qualität deiner Arbeit, nicht durch Bekenntnisse. Wenn du erklären willst, warum du das Thema gewählt hast, formuliere es sachlich: „Das Thema ist relevant, weil..." statt „Mich hat schon immer fasziniert...".
Entschuldigungen oder Einschränkungen wie „Leider konnte ich nur wenige Quellen finden" schwächen deinen Text. Wenn du Einschränkungen benennen willst, mach das im Fazit knapp und sachlich. Die Einleitung soll Kompetenz ausstrahlen.
Einleitung Facharbeit: Länge und Umfang
Die Einleitung umfasst laut gängiger Richtwerte etwa 5 bis 10 Prozent des Textteils. Bei einer Facharbeit mit 10 Seiten sind das etwa eine halbe bis eine Seite. Bei 12 bis 15 Seiten entsprechend etwas mehr. Diese Werte sind Orientierung, keine feste Regel. Der Leitfaden deiner Schule ist im Zweifel maßgeblich.
In Wörtern entspricht eine halbe Seite bei Standardformatierung (12 Punkt Schriftgröße, 1,5 Zeilenabstand) etwa 150 bis 250 Wörtern. Die exakte Zahl variiert je nach Schriftart und Seitenrändern. Wichtiger als die Wortzahl ist, dass alle vier Bausteine enthalten sind und die Einleitung ihre Funktion erfüllt: orientieren, neugierig machen, Struktur geben.
Eine zu kurze Einleitung wirkt, als hättest du dir wenig Gedanken gemacht. Eine zu lange Einleitung verwässert den Einstieg und nimmt Inhalte vorweg, die in den Hauptteil gehören. Wenn du merklich über die Richtwerte kommst, prüfe, ob du bereits analysierst statt nur einzuführen.
Prüfe den Leitfaden deiner Schule: Viele Schulen geben konkrete Vorgaben zur Länge der Einleitung. Wenn du unsicher bist, frag deine Lehrkraft nach den Erwartungen. Die Vorgaben im Leitfaden haben immer Vorrang vor allgemeinen Empfehlungen.
Typische Fehler vermeiden
Einleitung nie überarbeiten: Der häufigste Fehler. Die meisten schreiben die Einleitung früh und passen sie nie an. Wenn sich während des Schreibens der Fokus verschiebt, stimmt die Einleitung nicht mehr zum Rest. Prüfe am Ende, ob Leitfrage und Aufbau noch zum tatsächlichen Inhalt passen.
Aufbau stimmt nicht mit Gliederung überein: Wenn du in der Einleitung drei Kapitel ankündigst, im Inhaltsverzeichnis aber vier stehen, fällt das auf. Gleiche beides ab, bevor du abgibst.
Ergebnisse vorwegnehmen: Die Einleitung sagt, was du untersuchen wirst, nicht was du herausgefunden hast. Wenn du schreibst „Die Analyse zeigt, dass...", gehört das ins Fazit.
Zu lang werden: Wenn deine Einleitung mehr als eine Seite füllt, analysierst du wahrscheinlich schon. Einleitung bedeutet einführen, nicht vorgreifen. Halte dich an die Richtwerte aus dem Leitfaden deiner Schule.
Nächster Schritt: Von der Einleitung zum Hauptteil
Deine Einleitung ist fertig, wenn alle vier Bausteine enthalten sind: Hinführung, Leitfrage, Methode, Aufbau. Prüfe kurz: Weiß jemand nach dem Lesen, worum es geht? Ist die Leitfrage klar formuliert? Ist das Vorgehen nachvollziehbar? Stimmt der beschriebene Aufbau mit der Gliederung überein? Wenn alle vier Punkte stimmen, ist deine Einleitung inhaltlich abgeschlossen.
Jetzt geht es an den Hauptteil. Hier analysierst, argumentierst und belegst du. Nutze deine Leitfrage als Kompass: Alles, was du schreibst, sollte auf die Beantwortung dieser Frage einzahlen. Wenn ein Abschnitt nicht dazu beiträgt, gehört er wahrscheinlich nicht in die Arbeit.
Am Ende steht das Fazit, in dem du die Leitfrage beantwortest und deine Ergebnisse zusammenfasst. Die Einleitung und das Fazit bilden einen Rahmen: Was du in der Einleitung ankündigst, löst du im Fazit ein.
Druckfertig machen: Wenn alles geschrieben und korrigiert ist, exportiere dein Dokument als PDF. Prüfe dabei: Stimmen die Seitenränder? Läuft die Seitennummerierung korrekt? Sind alle Bilder und Tabellen an der richtigen Stelle? Ein letzter Blick auf Deckblatt, Literaturverzeichnis und Selbstständigkeitserklärung schadet nie.
Wenn du deine Facharbeit drucken und binden lassen möchtest, kannst du das bei BachelorHero online konfigurieren. Das Softcover und die Spiralbindung eignen sich besonders für Facharbeiten.
Häufig gestellte Fragen
Wie lang sollte die Einleitung einer Facharbeit sein?
Als Faustformel gelten 5 bis 10 Prozent des Textteils. Bei 10 Seiten also etwa eine halbe bis eine Seite. Wichtiger als die exakte Länge ist, dass alle vier Bausteine (Hinführung, Leitfrage, Methode, Aufbau) enthalten sind.
Wann schreibe ich die Einleitung meiner Facharbeit?
Die meisten schreiben die Einleitung zuletzt oder überarbeiten sie am Ende noch einmal. So kannst du sicherstellen, dass sie zum tatsächlichen Inhalt passt. Die Leitfrage solltest du aber früh festlegen, damit du beim Schreiben einen roten Faden hast.
Was ist der Unterschied zwischen Leitfrage und Fragestellung?
Beide Begriffe werden oft synonym verwendet. Die Leitfrage ist die zentrale Frage, die deine Arbeit beantworten soll. Manche Schulen sprechen von Fragestellung, Forschungsfrage oder Problemstellung. Frag im Zweifel deine Lehrkraft, welchen Begriff sie bevorzugt.
Darf ich in der Einleitung „ich" schreiben?
Das hängt von den Vorgaben deiner Schule ab. Viele Lehrkräfte akzeptieren die Ich-Form in Maßen, etwa bei „In dieser Arbeit untersuche ich...". Wenn du unsicher bist, formuliere neutral: „Diese Arbeit untersucht..." oder „Die vorliegende Arbeit analysiert...".
Muss ich in der Einleitung schon Ergebnisse nennen?
Nein. Die Einleitung führt zum Thema hin, stellt die Leitfrage und gibt einen Überblick über den Aufbau. Ergebnisse gehören in den Hauptteil und ins Fazit. In der Einleitung machst du neugierig, verrätst aber noch nicht die Antwort.
Plagiate vermeiden
Selbstständigkeitserklärung erstellen
Richtig zitieren in der Facharbeit